Namen und Fachausdrücke: Praktiken, Riten und Feste

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102 Einträge
  • amagoi 雨乞い
    Regenmachen durch rituelles Gebet und Zauber
  • Bon
    Bon-Fest (Ahnenfest); in der Alltagssprache meist O-bon
  • bon'odori 盆踊
    Bon-Tänze
  • Budō 武道
    Oberbegriff für alle japanischen Kampfkünste; wtl. Weg des Krieges
  • Bunraku 文楽
    Traditionelle, japanische Form des Puppentheaters, 1684 in Ōsaka entstanden; viele Stücke des Kabuki wurden ursprünglich für Bunraku geschrieben
  • Chan (chin.) 禅
    jap. Zen, wtl. Meditation; chin. Bez. des Zen Buddhismus
  • chiken-in 智拳印
    Mudrā der Weisheitsfaust
  • chinkonsai 鎮魂祭
    Zeremonie zur Beruhigung der Totengeister
  • chinowa kuguri 茅の輪くぐり
    Ritual, bei welchem man mehrmals durch einen Schilfgraskranz steigt, um Körper und Seele von Unreinheit und Krankheit zu befreien; wtl. Durchschreiten des Schilfgraskranzes
  • daimoku 題目
    wtl. „Titel [des Lotos Sutras]“; Gebetspraxis des Nichiren Buddhismus
  • dai-monji 大文字
    Das Zeichen „Groß“, das beim Bon-Fest in Kyōto mit Feuer gebildet wird
  • dhāraṇī (skt.) धारणी
    (magische) Gebetsformel, ähnlich wie, aber meist länger als Mantra; jap. darani 陀羅尼 oder ju
  • Fudaraku tokai 補陀落渡海
    „Überfahrt nach Fudaraku“ (Paradies des Bodhisattva Kannon); buddhistische Form des rituellen Selbstmords
  • fumie 踏み絵
    „Bildertreten“; Zwangsmaßnahme zur Entlarvung von Christen
  • gasshō-in 合掌印
    Mudrā des Händefaltens
  • genpuku 元服
    Traditionelle, japanische Mannbarkeitszeremonie, deren Entstehung bis ins japanische Altertum (7./8. Jh.) zurückgeht
  • gigaku 伎楽
    Masken/Tanz-Theater, das im 7. Jhdt. aus China über Korea nach Japan gelangte
  • Gion Matsuri 祇園祭
    Gion Fest; größtes Matsuri Kyōtos
  • goma 護摩
    buddh. Feuerritus, skt. Homa
  • goma gyōji 護摩行事
    buddh. Feuerritus, skt. Homa
  • goryō-e 御霊会
    Zeremonie zur Geisterbesänftigung
  • goryō shinkō 御霊信仰
    Glaube an Totengeister
  • gōzanze-in 降三世印
    Mudrā des zornvollen Gōzanze Myōō
  • hadaka matsuri 裸祭
    wtl. Nackt-Fest; religiöses Fest
  • (o)haka mairi (お)墓参り
    Grab- oder Friedhofsbesuch
  • harae
    Purifikation, Weihezeremonie, Exorzismus
  • hatsumōde 初詣
    Schrein-Neujahrsbesuch
  • higan 彼岸
    „jenseitiges Ufer“; Jenseits; buddhistischer Name für die Woche der Tag-und-Nacht-Gleiche
  • Hina Matsuri 雛祭
    „Puppenfest“; jahreszeitliches Fest am 3.3.
  • hitobashira 人柱
    wtl. menschlicher Pfeiler; Menschenopfer bei Damm- oder Brückenbauten
  • hiwatari 火渡り
    Feuer-Gang, Gang durch glühende Kohlen
  • hōjō-e 放生会
    Rituelle Freilassung von gefangenen Tieren
  • hōnen matsuri 豊年祭
    Erntebitt-Fest, Fruchtbarkeitsfest
  • hōnen odori 豊年踊り
    Tänze zum Dank für eine reiche Ernte
  • ikenie 生贄
    wtl. Lebendopfer; wird heute zumeist für Pferde verwendet, die in Schreinen gehalten werden; in zahlreichen Legenden aber auch Terminus für Menschenopfer
  • inzō 印相
    Handzeichen, skt. Mudrā
  • jichinsai 地鎮祭
    shintōistische Zeremonie; rituelle Reinigung eines Baugrunds vor Baubeginn, um übelwollende Geister zu vertreiben
  • jōin 定印
    Mudrā der Meditation
  • Kabuki 歌舞伎
    „Gesang- und Tanzkunst“; Anfang des 17. Jhd. aus Musik, Schauspiel und Tanz entwickeltes Theater-Genre
  • kagura 神楽
    rituelle Tänze und Gesänge
  • kamidana fūji 神棚封じ
    Verdecken des Shintō-Altars (während häuslicher Totenriten)
  • karitaku 仮宅
    „vorläufige Wohnung“, Unterschlupf, billiges Bordell (Edo-Zeit)
  • katsu
    Ausruf im Zen-Buddhismus, der vom Zen-Meister genutzt wird, um seine Schüler zu einem Status der Erleuchtung zu führen
  • kekkonshiki 結婚式
    Hochzeitszeremonie
  • ken
    wtl. Faust; auch Bez. für das Spiel „Schere-Stein-Papier“, ken-Spiel
  • Kigensetsu 紀元節
    Reichsgründungstag Japans am 11. Februar
  • kinkishoga 琴棋書画
    die Vier Eleganten Zerstreuungen des klassischen chinesischen Gelehrten: Laute, Brettspiel (Go), Kalligraphie, Malerei.
  • Kinryū no mai 金龍の舞
     Schreinfest, wtl. Tanz des Goldenen Drachens; 1958 anlässlich des Wiederaufbaus der Haupthalle des Sensō-ji gegründet;
  • kitamakura 北枕
    wtl. „das Kopfkissen nach Norden drehen“; Brauch, einen Verstorbenen mit dem Kopf nach Norden aufzubahren
  • Kodomo no hi 子供の日
    Kinder- bzw. Knabenfest am 5.5.
  • kotsuage 骨上げ
    wtl. Knochenheben (Bestattungsbrauch)
  • kōan 公案
    Koan, paradoxes Zen-Rätsel
  • kōshin machi 庚申待
    kōshin-Wache, Durchwachen der kōshin-Nacht
  • kuchiyose 口寄せ
    Geisterbeschwörung, wtl. „Herbeirufung des Mundes“
  • Kung-fu (chin.) 功夫
    wtl. Aufwand, Geschick (etwas durch Anstrengung erreichtes); heutzutage übliche Bezeichnung für die meisten chin. Kampfsportarten
  • kuyō 供養
    Opfer(ritus), Spende; auch: Totenritual
  • kyōgen 狂言
    komödiantischer Zwischenakt im Nō-Theater
  • mairi 参り
    Schrein- oder Tempelbesuch; meist in Höflichkeitsform: o-mairi
  • mantra (skt.) मन्त्र
    Gebets­formel; jap. shingon 真言
  • matsuri
    religiöses (Volks-)Fest
  • mayoke 魔除け
    Dämonenabwehr; kann auch Talismane oder Amulette bezeichnen
  • misogi
    Purifikation, Reinigungsritus, rituelle Waschung
  • mizuko kuyō 水子供養
    Gedenkriten für abgetriebene Föten (Wasserkinder)
  • mochitsuki 餅つき
    traditionelles Herstellen von Reisklößen (mochi) für die Neujahrsfeier
  • mudrā (skt.) मुद्रा
    „Siegel“, Gebetsgeste; jap. inzō 印相
  • namu amida butsu 南無阿弥陀仏
    in etwa: „Gelobt sei Buddha Amida“; Gebetsformel im Buddhismus des Reinen Landes
  • namu butsu 南無仏
    Lobpreisung Buddhas
  • namu myōhō renge kyō 南無妙法蓮華経
    „Lobpreis dem Lotos Sutra“; Gebetsformel des Nichiren Buddhismus
  • nenbutsu 念仏
    Anrufung des Namens von Buddha Amida, Gebetsformel der Amida-Anhänger
  • nenjū gyōji 年中行事
    Jahresfeste
  • norito 祝詞
    Shintō-Gebet

  • traditionelles jap. Theater mit charakterstischem Tanz, Gesang und Masken; entwickelte sich 14. Jh. aus dem volkstümlichen dengaku (Feld- oder Bauern-Theater) und avancierte zur repräsentativen Theaterform der Kriegerelite (bushi)
  • O-bon お盆
    Bon-Fest, s. → Bon
  • (o)mairi (お)参り
    Schrein- oder Tempelbesuch
  • o-miai  お見合い
    wtl. „einander betrachten“; arrangiertes Rendezvous (zum Zweck der ehelichen Partnerfindung)
  • O-shōgatsu 御正月
    Neujahr, Neujahrsfest; auch Shōgatsu
  • Sanja Matsuri 三社祭
    Fest der Drei Schrein (Götter), Asakusa, Tokyo
  • sarugaku 猿楽
    Alte Bezeichnung für Nō-Theater; wtl. „Affenmusik“
  • segan-in 施願印
    Mudra der Schwurerfüllung
  • semui-in 施無畏印
    Mudra der Furchtlosigkeit
  • seppuku 切腹
    ritueller Selbstmord durch Bauchschnitt; „Harakiri“
  • setsubun 節分
    „Trennung der Jahreszeiten“; trad. letzter Tag einer der vier Jahreszeiten; heute meist letzter Tag des Winters (3. Februar)
  • Shichigosan 七五三
    Shichigosan-Fest für Kinder von drei, fünf, und sieben Jahren
  • shikinen sengū 式年遷宮
    periodische Schreinverlegung bzw. -erneuerung; zumeist, aber nicht nur, auf Ise bezogen
  • shingon 真言
    wtl. „Wahres Wort“, skt. Mantra (Gebetsformel); namensgebend für den Shingon Buddhismus
  • shishimai 獅子舞
    „Löwentanz“; ursprünglich trad. chin. Tanz zum Neujahrsfest
  • Shōgatsu 正月
    Neujahr, Neujahrsfest; in der Alltagssprache meist O-shōgatsu
  • shūgyō 修業
    Übung, Ausbildung; im rel. Kontext meist verbunden mit körperlichem Einsatz und/oder Askese
  • shūshin 修身
    Moral- bzw. Ethikunterricht im ehemaligen jap. Schulsystem
  • sōgiya 葬儀屋
    Bestattungsfirma
  • sōshiki 葬式
    Begräbnis, Bestattung, Totenritus
  • sōshiki bukkyō 葬式仏教
    „Begräbnis-Buddhismus“; Buddhismus, der auf die Abhaltung von Totenriten fokussiert ist
  • Sumō 相撲
    japanischer Ringkampf
  • takigyō 滝行
    Beten unter einem Wasserfall; asketische Übung der yamabushi
  • Tanabata 七夕
    Tanabata-Fest
  • tenbōrin-in 転法輪印
    Mudrā des Dharma-Rad-Drehens; Symbol für eine Predigt
  • toshi no ichi 年の市
     Jahrmarkt zum Jahresende; wtl. „Jahr-Markt“
  • Tōka Ebisu 十日戎
    wtl. Ebisu des 10. Tages; wichtiges Schreinfest des Ebisu am 10 Januar
  • tōrō nagashi 灯篭流し
    Laternenflotte
  • tsuya 通夜
    nächtliche Totenwache
  • Urabon 盂蘭盆
    Ursprünglicher Name des →Bon-Fests
  • zazen 座禅
    Meditationssitz
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