Drachen und Drachenpaläste

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Bernhard Scheid, „Drachen und Drachenpaläste.“ In: Religion-in-Japan: Ein Web-Handbuch. Universität Wien, seit 2001 (Stand: 30.6.2017). URL: https://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Mythen/Imaginaere_Tiere/Drachenbilder?oldid=68015

Drachen, die Hüter des Wassers und Herren über den Regen, sind sehr häufig als Schnitzereien am Gebälk von Tempeln und Schreinen und an Brunnen zu finden. Etliche bud­dhis­tische Tempel tragen zudem das Zeichen für „Drache“, 龍 ryū ryū 竜/龍 Drache; schlangenähnliches imaginäres Tier mit großer Affinität zum Wassersiehe auch→ Mythen/Imaginaere Tiere→ Mythen/Symboltiere/Namazu-e oder ryō, in ihrem Namen. Drachen sind aber auch Symbole der kaiser­lichen Herrschaft, sowohl in China als auch in Japan.

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Blauer Drache (Seiryū)

Wandmalerei, ryū (Farbe). Wahrscheinlich 7.Jh.; Takamatsu-zuka, Präf. Nara
Bild © Asuka Museum. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Bei diesem Drachen (ryū) handelt es sich um ein chinesisches Emblem des Ostens. Das Bild stammt aus einem Hügelgrab (kofun) der Asuka-Zeit (7. Jh.), dem Takamatsu-zuka. Dass chinesische Embleme in dieser Zeit in Grabkammern festgehalten wurden, verdeutlicht den Einfluss der chinesischen Kosmologie und des daoistischen Polarstern-Glaubens im Japan der Asuka-Zeit.

. 1 Drache aus einem Hügelgrab
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Drache als Symbol kaiserlischer Herrschaft

Stickerei, ryū
Bildquelle: Imperial Politics and Symbolism in Ancient Japan. The Tenmu Dynasty, 650–800., Herman Ooms, Honolulu: University of Hawai'i Press, 2008 (Umschlagbild)

Darstellung eines Drachen (ryū) auf einem Zeremonialgewand von Kōmei Tenno, r. 1847–1866.

. 2 Drache auf jap. Kaisergewand
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Der chinesische Kaiser Qianlong

Hängerollbild (Seide, Farbe) von Giuseppe Castiglione (1688–1766), Detail. China, Qing-Zeit, 1736; Palace Museum, Beijing
Bild © Wikimedia Commons. (Letzter Zugriff: 2017/6/30)

Qianlong (1711–1799), der berühmteste Kaiser der Quin-Dynastie, im offiziellen „Drachengewand“. Obwohl der Drache schon seit dem sogenannten „ersten Kaiser“ im 3. Jh. v.u.Z. als eine Art Wappentier des Kaisers galt, legte erst die mongolische Qing-Dynastie das Drachengewand als Amtsrobe fest. Außerdem wurde eine Drachenhierarchie eingeführt, laut der nur „kaiserliche“ Drachen fünf Klauen haben durften, während sich Beamte nur mit vier- oder dreiklauigen Drachen schmücken durften. Das Protrait stammt von Giuseppe Castiglione, einem Maler im Dienst der Jesuiten, die damals am chinesischen Hof diverse Ämter inne hatten. Die Darstellung folgt in Aufbau und Chromatik dem traditionellen kaiserlichen Portraitformat, benützt aber auch die Schatteneffekte europäischer Malstile.

. 3 Chinesischer Kaiser im Drachengewand

Abgesehen von diesen positiven Konnotationen tauchen die gleichen Tiere in diversen Legenden als eher unheimliche oder bösartige Geschöpfe auf. Sie werden dann meist als „Schlangen“ bezeichnet.

Drachen in der religiösen Architektur

Drachenschnitzereien

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Drachen

Schnitzwerk, ryū (Holz, Farbe) von Hidari Jingoro(?). Frühe Edo-Zeit; Chichibu Schrein, Präfektur Saitama, nordwestl. von Tokyo
Bild © indulgence boy, flickr 2006. (Letzter Zugriff: 2016/9/19)

Dieser Drache (ryū) soll vom legendären Bildhauer Hidari Jingorō geschaffen worden sein. Er ist auch als Schöpfer der „Schlafenden Katze“ von Nikkō bekannt.

. 4 Drache im Chichibu Schrein
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Absteigender Drache

Schnitzwerk (Holz); Haupthalle, Hōryū-ji
Bild © Ron Reznick, 2004

Drache (ryū) als Dachdekoration des Hōryū-ji. Während viele Gebäude des Hōryū-ji zu den ältesten Gebäuden der Welt zählen und angeblich aus dem 6. Jahrhundert stammen, dürfte dieses Schnitzwerk aus späterer Zeit, wahrscheinlich aus der Edo-Zeit stammen.

. 5 Drache im Horyū-ji, Nara-Zeit
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Drachenportrait

Schnitzwerk, ryū (Holz); Shinshō-ji, Narita, Präfektur Chiba
Bild © Reggie Thomson, 2002. (Letzter Zugriff: 2016/8)

Schnitzwerk eines Drachen (ryū) im Shinshō-ji in Narita.

. 6 Drache im Narita-Tempel, EdoZeit

Brunnendrachen

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Drachen als Wasserspender

Statue, ryū. 1861; Kiyomizu Tempel, Kyōto
Bild © Foundation J.-E. Berger. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Darstellung eines Drachen (ryū) in Form eines Wasserspenders im Kiyomizu-dera.

. 7 Brunnendrache im Kiyomizu-dera
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Drache als Wasserspender

Statue (Bronze) von Okazaki Sessei (1854–1921), Detail. Meiji-Zeit, 1897; Rinnō-ji, Nikkō
Bild © Luica Mak, flickr 2007. (Letzter Zugriff: 2016/9/19)

Brunnenfigur eines Drachen (ryū) an einem der bekanntesten Sightseeing-Spots Japans.

. 8 Brunnendrache in Nikkō
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Drache

Statue, ryō (Bronze); Nōten Ōkami Schrein, Yoshino, Nara-ken
Bild © Skydancer. (Letzter Zugriff: 2016/9/19)

Drache (ryū) als Wasserspender

. 9 Brunnendrache in Yoshino

Deckengemälde in Zen Tempeln

Besonders in den großen Zen-Tempeln Japans ist ein Drache als Decken­gemälde seit der Edo-Zeit Standard. Daisetz T. Suzuki Suzuki Daisetsu 鈴木大拙 1870–1966; jap. Zen-Autor; Bekannt als Daisetz T. Suzukisiehe auch Zen , der große Popularisierer des Zen Zen chin. Chan, wtl. Meditation; Zen Buddhismussiehe auch Zen → Grundbegriffe/Buddhismus Lehre→ Grundbegriffe/Stereotype→ Grundbegriffe/Stereotype/Herrigels Zen→ Bauten/Tempel/Tempeltore→ Bauten/Bekannte Schreine/Fushimi → mehr -Buddhismus im Westen, berichtet zu diesem Thema folgende Geschichte:

Ein Zen-Abt beauf­tragt einen berühmten Maler mit einem Drachen-Decken­bild. Der Maler ist sich seiner Sache jedoch nicht sicher, da er noch nie einen Drachen gesehen hat. Der Abt gibt dem Künstler daraufhin den Rat, selbst zu einem Drachen zu werden.

„...konzentriere deinen Geist darauf. Die Zeit wird kommen, wo du fühlst, dass du einen Drachen malen musst. Das ist der Augenblick, wo du zum Drachen geworden bist und der Drache dich drängt, ihm Gestalt zu verleihen.“ 1

Leser Suzukis, die mit der japani­schen Tradition weniger vertraut sind, mögen wohl einen vollkommen einzig­artigen Drachen als Ergebnis dieser Zen-Meditation erwar­ten. Doch gibt es das hier erwähnten Drachenbild wirklich. Es handelt sich um das Deckengemälde des Zen-Tempels Myōshin-ji Myōshin-ji 妙心寺 Zen Tempel in Kyōto, dem Yakushi Nyorai geweiht in Kyōto, das vom berühmten Kanō Tan'yū Kanō Tan'yū 狩野探幽 Hofmaler der Tokugawa Shogune, 1602–1674 stammt. Das tat­säch­liche Ergeb­nis unterscheidet sich jedoch nicht merklich von zahl­reichen anderen Drachen­dar­stel­lungen auf Tempel­decken:

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Drache, Myōshin-ji

Deckengemälde, ryū von Kano Tan'yu (1602–1674); Zen Tempel Myōshin-ji, Kyoto
Bild © After the Silver Rain, (Blog). (Letzter Zugriff: 2013/12)

Der Drache (ryū,) dessen eines Auge sich im Zentrum des Bildes befindet und den Betrachter überallhin zu verfolgen scheint, ist auch unter dem Spitznamen „Drache, der in acht Richtungen blickt“ bekannt.

. 10 Deckengemälde in der Dharma-Halle des Myōshin-ji, Kyōto

Kanō Tanyū orientierte sich offen­bar stark an der Tradition. Ander­er­seits hat er diese Tradition, die er sicher schon vor dem Gespräch mit dem Abt genaues­tens studierte hatte, mit Leben erfüllt: Wie anderen japani­schen Künstlern ist es auch ihm gelun­gen, seinen Drachen wie ein reales Tier darzu­stellen, das sich orga­nisch durch die Wolken bewegt.

Weitere Beispiele:

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Brüllender Drache (Naki ryū)

Deckengemälde, ryū von Katayama Nanpū (1887–1980). 1968; Yakushi-Halle in Nikkō

Drache (ryū) als Deckengemälde in Nikkō.

. 11 Deckengemälde in Nikkō
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Drache

Deckengemälde, ryū; Shōkoku-ji, Kyōto

Darstellung eines Drachen (ryū). Besonders in den Zen-Tempeln Kyōtos sind Drachengemälde beliebt.

. 12 Deckengemälde im Shōkoku-ji, Kyōto
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Drachenpaar (sōryū-zu)

Deckengemälde, ryū von Koizumi Junsaku. 2002; Zen-Tempel Kennin-ji, Kyōto
Bild © Kenninji Gallery. (Letzter Zugriff: 2016/8)

Der Kennin-ji ist der älteste Zen-Tempel Kyōtos. Dennoch — oder vielleicht gerade deshalb — besaß er als einziger unter den sieben großen Tempeln des Rinzai Zen keine Halle mit Drachenbild (ryū) an der Decke. Dies änderte sich erst 2002, als der Tempel anlässlich seines 800jährigen Bestehens dieses Deckengemälde vom damals 77-jährigen Künstler Koizumi Junsaku anfertigen ließ.

. 13 Modernes Drachengemälde im Kennin-ji, Kyōto

Drachenpalast-Tore

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Drachenpalast-Tor (Ryūgū no mon)

Schreintor (Stein, Holz, Metall). Frühe Edo-Zeit, 17. Jh.; Taiyū-in, Nikkō

Der offizielle Namen dieses Tores (ryūgū-mon) ist dem Heian-zeitlichen Kaiserpalast entlehnt und lautet Kōka-mon 皇嘉門, „Tor des kaiserlichen Ruhms“. Architektonisch orientiert sich das Tor jedoch an Vorbildern aus der chinesischen Ming-Dynastie. Es ist Teil des Mausoleums von Tokugawa Iemitsu (1604–1651), dem 3. Tokugawa-Shōgun. Dieses Mausoleum befindet sich neben dem Tōshō-gū in Nikkō. Unter Iemitsu wurde die gesamte Anlage prachtvoll ausgebaut und erhielt ihre heutige Gestalt.

. 14 Drachenpalast-Tor (Ryūgū no mon) des Taiyū-in, frühe Edo-Zeit

Drachenpalast-Tore (ryūgū-mon ryūgū-mon 龍宮門 wtl. Tor des Drachenpalastes; chinesisch angehauchtes Tempeltorsiehe auch Tempeltore ) sind durch die Verwen­dung von verputztem Mauer­werk ge­kenn­zeichnet, das im Unterschied zur traditio­nellen Tempel­architektur auch optisch eine tragende Rolle spielt (vgl. Tempeltore). Die Mauern haben überdies eine besondere Form: sie sind unter dem Dach­ansatz ab­ge­rundet. Man findet solche Tore in Japan erst ab der Edo Edo 江戸 Sitz der Tokugawa Shōgune, 1600–1867 (= Edo-Zeit); heute: Tōkyōsiehe auch Geschichtsperioden → Grundbegriffe/Buddhismus→ Bauten/Bekannte Tempel→ Grundbegriffe/Shinto→ Grundbegriffe/Stereotype/Herrigels Zen→ Bauten/Bekannte Tempel/Berg Koya → mehr -Zeit. Sie sind an­geblich vom Baustil der Ming Ming (chin.)chin. Herrschaftsdynastie, 1368–1644siehe auch Geschichtsperioden -Zeit beeinflusst. In China, wo ganz generell mehr mit Ziegeln als mit Holz gebaut wurde, scheint es die Be­zeichnung „Drachenpalast-Tor“ nicht zu geben. Die Vorstellung, dass auch der Drachen­könig in solch einem chinesischen Palast haust, entstand offenbar in Japan.

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Bahnhof von Enoshima

Bauwerk (Stahlbeton); Fujisawa-shi, Kanagawa-ken (südwestlich von Tokyo)
Bild © Wada Toshio, 2007. (Letzter Zugriff: 2016/9/5)

Modernes Beispiel eines Gebäudes, das in Anspielung auf den Drachenpalast des Meeres entworfen wurde. Vor allem der Eingang ist nach dem Muster der traditionellen Drachenpalasttore gestaltet. Der Bahnhof wird heute in erster Linie von Strandtouristen genützt, unweit davon befindet sich aber auch die bekannte Schreininsel von Enoshima, die ihren Ursprung von einer Drachensage herleitet.

. 15 Bahnhof von Enoshima, im SW Tōkyōs.
Modernes Beispiel eines Ge­bäudes, das in An­spielung auf den Drachen­palast des Meeres ent­worfen wurde. Enoshima Enoshima 江ノ島 Schreininsel; rel. Zentrum nahe Kamakurasiehe auch Benzaiten → Bauten/Bekannte Schreine→ Alltag/Matsuri/Hadaka matsuri→ Karte ver­fügt nicht nur über einen be­liebten Bade­strand, sondern auch über einen be­kannten Schrein, der sich von einer Drachen­sage herleitet.

Drachen- und Schlangenlegenden

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Susanoo und die Schlange Yamata no Orochi

Farbholzschnitt, kami (Papier, Farbe) von Utagawa Toyokuni (1769–1825). Spätere Edo-Zeit; 2 x 39.7 x 26.3 cm
Bild © Tokyo National Museum. (Letzter Zugriff: 2016/9/19)

Susanoo rettet Prinzessin Kushinada vor der achtköpfigen Schlange (hebi). Im Vordergrund acht Töpfe mit Sake, Susanoos Trick, um das Monster betrunken zu machen. Wie für viele ukiyo-e der mittleren Periode typisch, ist der Held mit den Zügen eines Kabuki-Schauspielers ausgestattet.

. 16 Susanoo kämpft gegen die achtköpfige Schlange

Darstellung des urzeitlichen Gottes Susanoo Susanoo 須佐之男 mytholog. Trickster-Gott; Sturmgott, Mondgottsiehe auch Goetter der Erde → Bauten/Schreine/Shimenawa→ Bauten/Bekannte Schreine/Itsukushima→ Alltag/Matsuri→ Ikonographie/Gluecksgoetter→ Ikonographie/Shinto-Goetter → mehr , der ein junges Mädchen vor der Schlange Yamata no Orochi Yamata no Orochi 八岐大蛇 Mythologische Schlange (Drache) mit acht Köpfensiehe auch Goetter der Erde → Mythen/Imaginaere Tiere→ Mythen/Goetter des Himmels/Uzume→ Mythen/Goetter des Himmels/Trickster→ Mythen/Symboltiere/Namazu-e bewahrt. Die Schlange wird von den meisten japanischen Künstlern als Drache dargestellt.

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Sayohime und die Riesenschlange

Buchmalerei, nara-ehon (Farbe und Goldtusche auf Papier). Edo-Zeit, 17. Jh.; aus Nare ehon Sayohime; 23,5 x 17,5 cm
Bild © Museum Angewandte Kunst Frankfurt, Foto: Ute Kunze. (Letzter Zugriff: 2017/2/7)
Sammlung Voretzsch, #12784

Matsura Sayohime, die sich selbst einem Menschenhändler verkauft hat, wird einer Schlangengottheit als Opfer dargebracht. Durch Rezitation des Lotos Sutras wird die Schlange bekehrt und das Mädchen gerettet. Die Legende wurde in der vorliegenden Version wahrscheinlich in der Muromachi-Zeit verschriftlicht, ist aber in der Heian-Zeit, also in grauer Vorzeit, angesiedelt.

. 17 Sayohime als Opfer für eine Schlangengottheit

In der Legende der tugendhaften Matsura Sayohime Matsura Sayohime 松浦佐用姫 legendäre Figur eines jungen Mädchens, das als Menschenopfer für eine Schlangengottheit ausersehen ist, diese aber Kraft ihrer Tugend aus dem Schlangendasein erlöstsiehe auch Blut- und Selbstopfer (s.a. Blut- und Selbstopfer) wiederholt sich das Motiv der Mädchen-fressenden Schlangengottheit (die wie ein Drache aussieht).

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Drachenkönig

Hängerollbild (Seide), Detail. Heian-Zeit, 1086; „Nationalschatz“; im Besitz des Kongōbu-ji, Berg Kōya; 267,6 x 271.2 cm ×108 cm
Bild © Kokuhō Butsu nehanzu: Ōtoku sannen mei. Kōyasan Reihōkan 2000, S. 61.

Detail aus einem nehanzu, einem Bild von Buddhas Sterbeszene (s. Ikonographie/Shaka). Im Vordergrund des Bildes befindet sich der Drachenkönig (bzw. der König der indischen Nāgas) der Herrscher des Meeres. Ein kleiner Drache (ryū), der sich aus dem Kragen des Königs auf seinen Kopf hinauf gewunden hat, verdeutlicht die Rolle der dargestellten Figur.

. 18 Drachenkönig bei Buddhas Ableben (Heian-Zeit, 1086)
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Drachenkönig

Farbholzschnitt, surimono (Farbe auf Papier, Gold, Silber) von Totoya Hokkei (1780–1850)
Bild © Harvard Art Museums. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)
Arthur M. Sackler Museum

Der Drachenkönig präsentiert seine Juwelen, mit denen er Ebbe und Flut kontrolliert.

. 19 Drachenkönig mit magischen Edelsteinen (Edo-Zeit, 19. Jh.)

Darstellungen des Drachen­königs. Der Edo-zeitliche ukiyo-e ukiyo-e 浮世絵 „Bilder der fließenden Welt“, populäre Farbholzschnitte der Edo-Zeitsiehe auch Kaidan → Ikonographie→ Bauten/Bekannte Tempel/Asakusa→ Alltag/Pilgerschaft→ Alltag/Matsuri/Phalluskulte→ Mythen/Geister → mehr -Künstler Toyota Hokkei Toyota Hokkei 魚屋 北渓 1780–1850; ukiyo-e-Künstler der Edo-Zeit, erster Schüler des Katsushika Hokusai; auch bekannt unter den Künstlernamen Aiogazono 葵園, Aoigaoka 葵岡 and Kyōsai 拱斎, von dem das rechte Bild stammt, hielt sich offenbar ziemlich genau an die Charakte­ristika des Drachen­königs und Beherr­schers der Meere, wie sie schon in der Heian-Zeit (Bild links) bekannt waren: Der König trägt einen Drachen auf seinem Kopf, hat rote Haare und besitzt magische Edel­steine (mit denen er Ebbe und Flut kontrolliert).

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Drache und Fuji (Tōryū no Fuji)

Buchillustration von Katsushika Hokusai (1760–1849). Edo-Zeit; aus Fugaku hyakkei („Hundert Ansichten des Fuji“), Bd. 2, 1835; Buchseite ca. 23 x 16 cm
Bild © The British Museum. (Letzter Zugriff: 2011/9)
Jack Hillier Collection

Ein aufsteigender Drache (ryū) gilt als besonders glücksverheißend, ebenso der Berg Fuji.

. 20 Drache und Berg Fuji
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Die wahre Gestalt der Toyotama-hime (Toyotama-hime no hontai)

Buchillustration von Katsushika Hokusai (1760–1849). Edo-Zeit; aus Ehon sakigake (Bilderbuch der Vorreiter), 1836
Bild © The British Museum. (Letzter Zugriff: 2016/9/19)

Toyotama-hime, die Tochter des Drachenkönigs, gebiert in ihrer wahren Gestalt einen Sohn. Der Vater, Hikohohodemi wirft einen verbotenen Blick in die Gebärhütte. Dies wird die Drachenfrau veranlassen, ins Meer zurückzukehren. Der lebhafte Knabe, der den Bauch der Drachenmutter wie eine schwere Decke von sich stemmt, hat den komplizierten Namen Hiko-nagisa-takeugaya-fukiaezu. Er wird später seine Tante, ebenfalls eine Drachenfrau heiraten und mit ihr den ersten Tennō, Jinmu, zeugen.

. 21 Drachenfrau Toyotama-hime

Drachen-Morphologie

Anhand der obigen Beispiele lässt sich erkennen, dass es in Japan seit dem Altertum eine ziemlich konkrete (natürlich von China beeinflusste) Vorstellung von Drachen gegeben haben muss, die sich im Lauf der Zeit nur unwesent­lich veränderte:

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Drachen verschlingen Soldaten

Querbildrolle (Papier, Tusche, Farbe), Detail. Muromachi-Zeit; aus Hachiman Daibosatsu goengi, 1389; 29,8 x 1412,8 cm
Bildquelle: Hachiman Digital Handscrolls, Universität Heidelberg. (Letzter Zugriff: 2015/11/1)
Courtesy of Asian Art Museum of San Francisco, The Avery Brundage Collection, B64D6. Photograph © Asian Art Museum of San Francisco

Detail aus einer der frühesten illustrierten Querbildrollen der Legenden rund um die Gottheit Hachiman. Die Szene zeigt den Angriff japanischer Truppen auf Korea unter der Führung der Kaiserin Jingū Kōgō. Drachen (ryū) kommen der japanischen Flotte zu Hilfe und verschlingen einige koreanische Soldaten. Die Drachen sind im Unterschied zu späteren Darstellungen mit Rüsseln ausgestattet.

. 22 Drachen mit Rüsseln, 1389
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Drachen verschlingen Soldaten

Querbildrolle (Papier, Tusche, Farbe) von Sumiyoshi Gukei (1631–1705), Detail. Edo-Zeit; aus Hakozaki Hachiman-gū engi, 1672; Hakozaki-gū; 33,6 x 860,8 cm
Bild © Hachiman Digital Handscrolls, Universität Heidelberg. (Letzter Zugriff: 2015/11/1)

Detail aus einer Querbildrolle der Legenden rund um die Gottheit Hachiman. Die Szene zeigt den Angriff japanischer Truppen auf Korea unter der Führung der Kaiserin Jingū Kōgō. Drachen (ryū) kommen der japanischen Flotte zu Hilfe und verschlingen einige koreanische Soldaten. Ein Vergleich mit der gleichen Szene in einer Bildrolle aus der Muromachi-Zeit (1389) zeigt, dass die Drachen in der Edo-Zeit offenbar ihre langen, rüsselartigen Nasen verloren haben.

. 23 Drachen ohne Rüssel, 1672
  • Der Kopf eines Drachens besitzt üblicher­weise ein lang­gestreck­tes Maul mit scharfen Zähnen, die Fühler eines Karpfens oder Welses und das Geweih eines Rehbocks. Während die Nase auf älteren Darstellung einem kurzen Rüssel gleicht, tendiert sie mit der Zeit mehr und mehr zur Stupsnase.
  • Der Körper ist stets von Schuppen bedeckt und ähnelt weit mehr einer Schlange, als dies bei europäischen Drachen der Fall ist. Auch der hell gefärbte Bauch ist eindeutig einem Reptil nach­empfunden. Entlang des Rück­grats und an den Gelenken ragen Stacheln aus der Schuppen­haut.
  • Die kurzen Füße enden in vogel­ähnlichen Krallen, wobei hier immer wieder zu lesen ist, japanische Drachen hätten lediglich drei Krallen. Die obigen Beispiele zeigen jedoch, dass sich nicht alle Künstler an diese Vorgabe hielten.
  • Schließlich endet der Drachen­leib häufig in einem Knoten, aus dem zwei schwert­artige Stacheln ragen, möglicher­weise eine Erinnerung an Yamata no Orochi Yamata no Orochi 八岐大蛇 Mythologische Schlange (Drache) mit acht Köpfensiehe auch Goetter der Erde → Mythen/Imaginaere Tiere→ Mythen/Goetter des Himmels/Uzume→ Mythen/Goetter des Himmels/Trickster→ Mythen/Symboltiere/Namazu-e , das mythologische Monster, in dessen Schwanz Susanoo Susanoo 須佐之男 mytholog. Trickster-Gott; Sturmgott, Mondgottsiehe auch Goetter der Erde → Bauten/Schreine/Shimenawa→ Bauten/Bekannte Schreine/Itsukushima→ Alltag/Matsuri→ Ikonographie/Gluecksgoetter→ Ikonographie/Shinto-Goetter → mehr ein Schwert entdeckte.
  • Japa­nische Drachen besitzen keine Flügel, sind aber von flammen­förmigen Gas­streifen umweht, die aus ihren Achsel­höhlen zu kommen scheinen. Diese selbst­erzeugten Wolken erklären wohl auch, warum man Drachen so selten zu Gesicht bekommt.

Verweise

Fußnoten

  1. Daisetz Teitaro Suzuki, „Über Zen-Buddhismus.“ In: Fromm, Suzuki, Martino, Zen-Buddhismus und Psychoanalyse. Frankfurt: Suhrkamp 1971, S. 23–24 [Engl. Originalausgabe 1960].

Bilderläuterungen

  1. Takamatsuzuka seiryu.jpg

    Blauer Drache (Seiryū)

    Wandmalerei, ryū (Farbe). Wahrscheinlich 7.Jh.; Takamatsu-zuka, Präf. Nara
    Bild © Asuka Museum. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

    Bei diesem Drachen (ryū) handelt es sich um ein chinesisches Emblem des Ostens. Das Bild stammt aus einem Hügelgrab (kofun) der Asuka-Zeit (7. Jh.), dem Takamatsu-zuka. Dass chinesische Embleme in dieser Zeit in Grabkammern festgehalten wurden, verdeutlicht den Einfluss der chinesischen Kosmologie und des daoistischen Polarstern-Glaubens im Japan der Asuka-Zeit.

  2. Drache tenno.jpg

    Drache als Symbol kaiserlischer Herrschaft

    Stickerei, ryū
    Bildquelle: Imperial Politics and Symbolism in Ancient Japan. The Tenmu Dynasty, 650–800., Herman Ooms, Honolulu: University of Hawai'i Press, 2008 (Umschlagbild)

    Darstellung eines Drachen (ryū) auf einem Zeremonialgewand von Kōmei Tenno, r. 1847–1866.

  3. Qianlong.jpg

    Der chinesische Kaiser Qianlong

    Hängerollbild (Seide, Farbe) von Giuseppe Castiglione (1688–1766), Detail. China, Qing-Zeit, 1736; Palace Museum, Beijing
    Bild © Wikimedia Commons. (Letzter Zugriff: 2017/6/30)

    Qianlong (1711–1799), der berühmteste Kaiser der Quin-Dynastie, im offiziellen „Drachengewand“. Obwohl der Drache schon seit dem sogenannten „ersten Kaiser“ im 3. Jh. v.u.Z. als eine Art Wappentier des Kaisers galt, legte erst die mongolische Qing-Dynastie das Drachengewand als Amtsrobe fest. Außerdem wurde eine Drachenhierarchie eingeführt, laut der nur „kaiserliche“ Drachen fünf Klauen haben durften, während sich Beamte nur mit vier- oder dreiklauigen Drachen schmücken durften. Das Protrait stammt von Giuseppe Castiglione, einem Maler im Dienst der Jesuiten, die damals am chinesischen Hof diverse Ämter inne hatten. Die Darstellung folgt in Aufbau und Chromatik dem traditionellen kaiserlichen Portraitformat, benützt aber auch die Schatteneffekte europäischer Malstile.

  4. Drache chichibu.jpg

    Drachen

    Schnitzwerk, ryū (Holz, Farbe) von Hidari Jingoro(?). Frühe Edo-Zeit; Chichibu Schrein, Präfektur Saitama, nordwestl. von Tokyo
    Bild © indulgence boy, flickr 2006. (Letzter Zugriff: 2016/9/19)

    Dieser Drache (ryū) soll vom legendären Bildhauer Hidari Jingorō geschaffen worden sein. Er ist auch als Schöpfer der „Schlafenden Katze“ von Nikkō bekannt.

  5. Drachen horyuji.jpg

    Absteigender Drache

    Schnitzwerk (Holz); Haupthalle, Hōryū-ji
    Bild © Ron Reznick, 2004

    Drache (ryū) als Dachdekoration des Hōryū-ji. Während viele Gebäude des Hōryū-ji zu den ältesten Gebäuden der Welt zählen und angeblich aus dem 6. Jahrhundert stammen, dürfte dieses Schnitzwerk aus späterer Zeit, wahrscheinlich aus der Edo-Zeit stammen.

  6. Drachen narita.jpg

    Drachenportrait

    Schnitzwerk, ryū (Holz); Shinshō-ji, Narita, Präfektur Chiba
    Bild © Reggie Thomson, 2002. (Letzter Zugriff: 2016/8)

    Schnitzwerk eines Drachen (ryū) im Shinshō-ji in Narita.

  7. Drache kiyomizu.jpg

    Drachen als Wasserspender

    Statue, ryū. 1861; Kiyomizu Tempel, Kyōto
    Bild © Foundation J.-E. Berger. (Letzter Zugriff: 2011/7)

    Darstellung eines Drachen (ryū) in Form eines Wasserspenders im Kiyomizu-dera.

  8. Drache nikko.jpg

    Drache als Wasserspender

    Statue (Bronze) von Okazaki Sessei (1854–1921), Detail. Meiji-Zeit, 1897; Rinnō-ji, Nikkō
    Bild © Luica Mak, flickr 2007. (Letzter Zugriff: 2016/9/19)

    Brunnenfigur eines Drachen (ryū) an einem der bekanntesten Sightseeing-Spots Japans.

  9. Yoshino fountain.jpg

    Drache

    Statue, ryō (Bronze); Nōten Ōkami Schrein, Yoshino, Nara-ken
    Bild © Skydancer. (Letzter Zugriff: 2016/9/19)

    Drache (ryū) als Wasserspender

  10. Drache myoshinji.jpg

    Drache, Myōshin-ji

    Deckengemälde, ryū von Kano Tan'yu (1602–1674); Zen Tempel Myōshin-ji, Kyoto
    Bild © After the Silver Rain, (Blog). (Letzter Zugriff: 2013/12)

    Der Drache (ryū,) dessen eines Auge sich im Zentrum des Bildes befindet und den Betrachter überallhin zu verfolgen scheint, ist auch unter dem Spitznamen „Drache, der in acht Richtungen blickt“ bekannt.

  11. Nikko nakiryu.jpg

    Brüllender Drache (Naki ryū)

    Deckengemälde, ryū von Katayama Nanpū (1887–1980). 1968; Yakushi-Halle in Nikkō

    Drache (ryū) als Deckengemälde in Nikkō.

  12. Drachen shokokuj.jpg

    Drache

    Deckengemälde, ryū; Shōkoku-ji, Kyōto

    Darstellung eines Drachen (ryū). Besonders in den Zen-Tempeln Kyōtos sind Drachengemälde beliebt.

  13. Drachen kenninji.jpg

    Drachenpaar (sōryū-zu)

    Deckengemälde, ryū von Koizumi Junsaku. 2002; Zen-Tempel Kennin-ji, Kyōto
    Bild © Kenninji Gallery. (Letzter Zugriff: 2016/8)

    Der Kennin-ji ist der älteste Zen-Tempel Kyōtos. Dennoch — oder vielleicht gerade deshalb — besaß er als einziger unter den sieben großen Tempeln des Rinzai Zen keine Halle mit Drachenbild (ryū) an der Decke. Dies änderte sich erst 2002, als der Tempel anlässlich seines 800jährigen Bestehens dieses Deckengemälde vom damals 77-jährigen Künstler Koizumi Junsaku anfertigen ließ.

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    Drachenpalast-Tor (Ryūgū no mon)

    Schreintor (Stein, Holz, Metall). Frühe Edo-Zeit, 17. Jh.; Taiyū-in, Nikkō

    Der offizielle Namen dieses Tores (ryūgū-mon) ist dem Heian-zeitlichen Kaiserpalast entlehnt und lautet Kōka-mon 皇嘉門, „Tor des kaiserlichen Ruhms“. Architektonisch orientiert sich das Tor jedoch an Vorbildern aus der chinesischen Ming-Dynastie. Es ist Teil des Mausoleums von Tokugawa Iemitsu (1604–1651), dem 3. Tokugawa-Shōgun. Dieses Mausoleum befindet sich neben dem Tōshō-gū in Nikkō. Unter Iemitsu wurde die gesamte Anlage prachtvoll ausgebaut und erhielt ihre heutige Gestalt.

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    Bahnhof von Enoshima

    Bauwerk (Stahlbeton); Fujisawa-shi, Kanagawa-ken (südwestlich von Tokyo)
    Bild © Wada Toshio, 2007. (Letzter Zugriff: 2016/9/5)

    Modernes Beispiel eines Gebäudes, das in Anspielung auf den Drachenpalast des Meeres entworfen wurde. Vor allem der Eingang ist nach dem Muster der traditionellen Drachenpalasttore gestaltet. Der Bahnhof wird heute in erster Linie von Strandtouristen genützt, unweit davon befindet sich aber auch die bekannte Schreininsel von Enoshima, die ihren Ursprung von einer Drachensage herleitet.

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    Susanoo und die Schlange Yamata no Orochi

    Farbholzschnitt, kami (Papier, Farbe) von Utagawa Toyokuni (1769–1825). Spätere Edo-Zeit; 2 x 39.7 x 26.3 cm
    Bild © Tokyo National Museum. (Letzter Zugriff: 2016/9/19)

    Susanoo rettet Prinzessin Kushinada vor der achtköpfigen Schlange (hebi). Im Vordergrund acht Töpfe mit Sake, Susanoos Trick, um das Monster betrunken zu machen. Wie für viele ukiyo-e der mittleren Periode typisch, ist der Held mit den Zügen eines Kabuki-Schauspielers ausgestattet.

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    Sayohime und die Riesenschlange

    Buchmalerei, nara-ehon (Farbe und Goldtusche auf Papier). Edo-Zeit, 17. Jh.; aus Nare ehon Sayohime; 23,5 x 17,5 cm
    Bild © Museum Angewandte Kunst Frankfurt, Foto: Ute Kunze. (Letzter Zugriff: 2017/2/7)
    Sammlung Voretzsch, #12784

    Matsura Sayohime, die sich selbst einem Menschenhändler verkauft hat, wird einer Schlangengottheit als Opfer dargebracht. Durch Rezitation des Lotos Sutras wird die Schlange bekehrt und das Mädchen gerettet. Die Legende wurde in der vorliegenden Version wahrscheinlich in der Muromachi-Zeit verschriftlicht, ist aber in der Heian-Zeit, also in grauer Vorzeit, angesiedelt.

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    Drachenkönig

    Hängerollbild (Seide), Detail. Heian-Zeit, 1086; „Nationalschatz“; im Besitz des Kongōbu-ji, Berg Kōya; 267,6 x 271.2 cm ×108 cm
    Bild © Kokuhō Butsu nehanzu: Ōtoku sannen mei. Kōyasan Reihōkan 2000, S. 61.

    Detail aus einem nehanzu, einem Bild von Buddhas Sterbeszene (s. Ikonographie/Shaka). Im Vordergrund des Bildes befindet sich der Drachenkönig (bzw. der König der indischen Nāgas) der Herrscher des Meeres. Ein kleiner Drache (ryū), der sich aus dem Kragen des Königs auf seinen Kopf hinauf gewunden hat, verdeutlicht die Rolle der dargestellten Figur.

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    Drachenkönig

    Farbholzschnitt, surimono (Farbe auf Papier, Gold, Silber) von Totoya Hokkei (1780–1850)
    Bild © Harvard Art Museums. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)
    Arthur M. Sackler Museum

    Der Drachenkönig präsentiert seine Juwelen, mit denen er Ebbe und Flut kontrolliert.

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    Drache und Fuji (Tōryū no Fuji)

    Buchillustration von Katsushika Hokusai (1760–1849). Edo-Zeit; aus Fugaku hyakkei („Hundert Ansichten des Fuji“), Bd. 2, 1835; Buchseite ca. 23 x 16 cm
    Bild © The British Museum. (Letzter Zugriff: 2011/9)
    Jack Hillier Collection

    Ein aufsteigender Drache (ryū) gilt als besonders glücksverheißend, ebenso der Berg Fuji.

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    Die wahre Gestalt der Toyotama-hime (Toyotama-hime no hontai)

    Buchillustration von Katsushika Hokusai (1760–1849). Edo-Zeit; aus Ehon sakigake (Bilderbuch der Vorreiter), 1836
    Bild © The British Museum. (Letzter Zugriff: 2016/9/19)

    Toyotama-hime, die Tochter des Drachenkönigs, gebiert in ihrer wahren Gestalt einen Sohn. Der Vater, Hikohohodemi wirft einen verbotenen Blick in die Gebärhütte. Dies wird die Drachenfrau veranlassen, ins Meer zurückzukehren. Der lebhafte Knabe, der den Bauch der Drachenmutter wie eine schwere Decke von sich stemmt, hat den komplizierten Namen Hiko-nagisa-takeugaya-fukiaezu. Er wird später seine Tante, ebenfalls eine Drachenfrau heiraten und mit ihr den ersten Tennō, Jinmu, zeugen.

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    Drachen verschlingen Soldaten

    Querbildrolle (Papier, Tusche, Farbe), Detail. Muromachi-Zeit; aus Hachiman Daibosatsu goengi, 1389; 29,8 x 1412,8 cm
    Bildquelle: Hachiman Digital Handscrolls, Universität Heidelberg. (Letzter Zugriff: 2015/11/1)
    Courtesy of Asian Art Museum of San Francisco, The Avery Brundage Collection, B64D6. Photograph © Asian Art Museum of San Francisco

    Detail aus einer der frühesten illustrierten Querbildrollen der Legenden rund um die Gottheit Hachiman. Die Szene zeigt den Angriff japanischer Truppen auf Korea unter der Führung der Kaiserin Jingū Kōgō. Drachen (ryū) kommen der japanischen Flotte zu Hilfe und verschlingen einige koreanische Soldaten. Die Drachen sind im Unterschied zu späteren Darstellungen mit Rüsseln ausgestattet.

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    Drachen verschlingen Soldaten

    Querbildrolle (Papier, Tusche, Farbe) von Sumiyoshi Gukei (1631–1705), Detail. Edo-Zeit; aus Hakozaki Hachiman-gū engi, 1672; Hakozaki-gū; 33,6 x 860,8 cm
    Bild © Hachiman Digital Handscrolls, Universität Heidelberg. (Letzter Zugriff: 2015/11/1)

    Detail aus einer Querbildrolle der Legenden rund um die Gottheit Hachiman. Die Szene zeigt den Angriff japanischer Truppen auf Korea unter der Führung der Kaiserin Jingū Kōgō. Drachen (ryū) kommen der japanischen Flotte zu Hilfe und verschlingen einige koreanische Soldaten. Ein Vergleich mit der gleichen Szene in einer Bildrolle aus der Muromachi-Zeit (1389) zeigt, dass die Drachen in der Edo-Zeit offenbar ihre langen, rüsselartigen Nasen verloren haben.

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Ikonographie