Ame no Uzume Die Ahnherrin von Ritus, Tanz und Theater

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Ame no Uzume

Illustration von Katsushika Hokusai. 1816; aus Hokusai manga, Bd. 5
Bildquelle: visipix. (Letzter Zugriff: 2011/7)
Ame no Uzume
Buchillustration von Hokusai, 1816

Ame no Uzume (Ame no Uzume 天鈿女/天宇受賣mythologische Gottheit, Ahnherrin des Theaters ) tritt in den Mythen in zwei ent­schei­den­den Episo­den auf: Im Mythos von Amaterasu in der Felsen­höhle und im Mythos von der Her­ab­kunft des Himm­li­schen Enkels. Im letz­teren Fall gehört sie zum Ge­folge des Ninigi (Ninigi 瓊瓊杵mytholog. Gottheit, Enkel Amaterasus …⇒), als er die Herr­schaft auf der Erde an­treten soll. Im Zuge ihres Ab­stiegs zur Erde stellt sich den Him­mels­göttern eine selt­same Gott­heit namens Sarutahiko (Sarutahiko 猿田彦Mythologische Gottheit in → Tengu-ähnlicher Gestalt …⇒) in den Weg. Saruta­hiko besitzt eine „sieben-Hand-lange“ Nase, ist zudem von un­ge­wöhn­lich hohem Wuchs und emittiert Licht­strahlen aus Mund und After. Die himm­lischen Götter wissen nicht, ob er feind­lich oder freund­lich ge­son­nen ist. Ame no Uzume ergreift die Ini­tiative um die Sache zu klären und ent­blößt vor dem selt­samen Gott ihre Brüste, wobei sie in ver­ächt­liches Lachen ausbricht. Saruta­hiko erklärt darauf­hin, dass er Ninigi, dem Himmli­schen Enkel, vor­aus­gehen wolle, um ihm den Weg zu weisen. Ob dies sein ur­sprüng­liches Vor­haben war oder ob Uzume ihn durch ihr Ver­halten dazu brachte, bleibt offen.

Uzume und Sarutahiko werden schlussendlich ein Paar und Uzume bekommt den neuen Namen Sarume no kimi — wtl. „Herrin der Affen­frauen“. Diese „Affen­frauen“ sind nie­mand anderer als die Priester-Tänze­rinnen des frühen Tenno-Hofes, die sich somit auf Ame no Uzume zurück­führen. Uzumes Hand­lungen, ihr erotischer Tanz vor der Felsen­höhle und ihr provo­kantes Techtel­mechtel mit Sarutahiko, scheinen also auch eine rituelle Kompo­nente zu haben. Tat­säch­lich führt das Kogo shūi (Kogo shūi 古語拾遺Chronik Japans (807) ) (verfasst 807) den „Ritus zur Besänf­ti­gung der Geister“ (chinkonsai) auf Ame no Uzume zurück. Zudem wird Ame no Uzume als Ahn­herrin des ja­pa­nischen Theaters bezeichnet. Die Gestalt der Uzume macht somit deut­lich, dass Tanz, Theater und Ritus in alter Zeit wohl nicht von ein­ander zu trennen waren, und verrät zudem, dass Spass und Erotik im alten Ritual­wesen durchaus ihren Platz hatten.

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Ame no Uzume und Sarutahiko

Illustration. Späte Edo-Zeit; aus Nakatomi ōbarai ezu
Bild © Suzuka bunko, Ehime University. (Letzter Zugriff: 2009/1)

Für ein sehr ähnliches Motiv von Kuniyoshi siehe hier.

Ame no Uzume und Sarutahiko
Buchillustration aus Nakatomi ōbarai ezu, einem Werk der späten Edo-Zeit
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Ame no Uzume in Gestalt eines Kabuki-Schauspielers

Holzschnitt von Toyokuni
Bild © Kichō shogazō database
Ame no Uzume
repräsentiert durch einen Kabuki-Schauspieler
Holzschnitt von Utagawa Toyokuni
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Ame no Uzume in einer parodistischen Darstellung

Ekin (1812-76)
Bildquelle: Muian
Ame no Uzume
in einer parodistischen Darstellung von Ekin (1812-1876)
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