Itako

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Bernhard Scheid, „Itako.“ In: Religion-in-Japan: Ein Web-Handbuch. Universität Wien, seit 2001 (Stand: 19.3.2014). URL: http://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Mythen:Geister/Itako?oldid=35914

Itako itako イタコ blinde Priesterin oder Shamaninsiehe auch Geister → Shinto sind blinde Medien („Shamaninnen“), die in einem Ritual namens kuchiyose kuchiyose 口寄せ Geisterbeschwörung, wtl. „Herbeirufung des Mundes“siehe auch→ Geister („Herbeirufung des Mundes“) die Toten aus dem Jenseits her­bei­rufen und ihnen ihre Stimme leihen. Auf diese Weise kann man mit den Seelen ver­stor­bener Verwandter in Kontakt treten. Der Kult der itako ist vor allem in Nord-Japan ver­brei­tet. Zweimal jährlich (20.–24.7. und 9.–11.10.) finden am Osore-zan Osore-zan 恐山 „Angst-Berg“, Aomori-ken (Nordjapan)siehe auch Jizo → Jizo/Osorezan , einem Berg am nördlichsten Zipfel der Hauptinsel Honshu, religiöse Feste (matsuri matsuri religiöses (Volks-)Festsiehe auch Matsuri → Schreine→ Bekannte Tempel/Asakusa→ Bekannte Schreine→ Matsuri/Hadaka matsuri→ Matsuri/Phalluskulte → mehr ) statt, bei denen auch itako ihre Dienste an­bieten. Die Bilder auf dieser Seite stammen von solchen Anlässen.

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Eine blinde itako Priesterin

Bild © H. Johnson, 2005. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Itako lassen die Geister der Verstorbenen durch sich sprechen. In der Hand hält sie einen buddhistischen Rosenkranz, hinter ihr steht eine Trommel.

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Zelte der itako

Osore-zan („Angstberg“), Nord-Japan
Bild © Wikimedia Commons, 2006. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Das Schild verrät den Namen der itako-Priesterin: Nakamura Suwa.

Itako bei der Herbeirufung der Totengeister

Die itako verfügen über einen eigenen, nur halb ver­ständ­lichen Sprech­gesang, durch den sie die Bot­schaften der Ver­stor­benen über­mitteln. Ähnlich wie die yamabushi yamabushi 山伏 Bergasket, wtl. der in den Bergen schläftsiehe auch Yamabushi → Sandkiste→ Schreine/Torii→ Pilgerschaft→ Matsuri→ Matsuri/Feuergang → mehr , sind auch die itako zumeist mit be­stimmten Tempeln oder Schreinen assoziiert, ohne jedoch ein­deutig dem Buddhis­mus oder dem Shinto zuge­ordnet werden zu können.

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Zelte der itako

Osore-zan („Angstberg“), Nord-Japan
Bild © Jani Patokallio, 2000. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Zweimal im Jahr versammeln sich mehrere Priesterinnen an diesem Zentrum des Jenseitsglaubens.

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Zelte der itako

Osore-zan („Angstberg“), Nord-Japan
Bild © Lonely Trip, 9.10.2004. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Vor allem ältere Menschen nehmen die kuchiyose-Dienste der itako in Anspruch.

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Zelte der itako

Osore-zan („Angstberg“), Nord-Japan
Bild © The Oriental Caravan, 2005. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Ein Zelt ist gerade besetzt, im anderen wartet ein blindes Medium auf Kunden.

Itako und ihre Kunden
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