Komainu Portraits

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Komainu

Statue (Stein) von Kobayshi Kazuhira, Detail. 1961; Shō Hachiman Jinja, Ishikawa-gun, Fukushima
Bild © komainu.net, 2004. (Letzter Zugriff: 2011/7)
Komainu von Kobayashi Kazuhira, 1961

Komainu (komainu 狛犬wtl. „Korea-Hund“, auch „Löwenhund“; Wächterfigur vor religiösen Gebäuden …⇒) lassen sich sich auf den Löwen zurück­führen, der seinen Weg als herr­schaft­liches Symbol­tier vom Vorderen Orient über Indien nach Ost­asien fand. Da er dort aller­dings nicht heimisch ist, wurde er zu einem legendären Tier und zum Gegenstand zahlreicher ikonographischer Variationen. Wie bei vielen einstmals exotischen Wesen, die durch den Bud­dhis­mus in Ostasien bekannt wurden, lässt sich auch bei den Komainu die Tendenz fest­stellen, dass sie mit zu­nehmender Ver­traut­heit ihre ge­fähr­lichen Züge verlieren und von den Künstlern statt­dessen — freiwillig oder un­frei­willig — mit einer gewissen Komik ausgestattet werden.

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Klassische Vorbilder

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Komainu

Hängerollbild, Seide, Detail. Muromachi-Zeit, 14. Jh.; 94,9 x 40,6 cm
Bild © Metropolitan Museum of Art, New York. (Letzter Zugriff: 2011/9)

Details aus einem Mandala, das vier einheimische Schutzgottheiten des Klosterbergs Kōya darstellt. Hier ist deutlich zu erkennen, dass es im Mittelalter zwei leicht unterschiedliche Komainu-Varianten gab, mit Horn und ohne Horn.

Gemalte Komainu, 14. Jh.
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Komainu

Ninna-ji, Kyoto
Bildquelle: 663highland, Wikimedia Commons (jap.), 2010

Hier sind die beiden Tiere noch deutlich in einen „Korea-Hund“ (komainu, mit Horn und geschlossenem Maul) und einen „China-Löwen“ (karashishi, mit Mähne und offenem Maul) unterschieden.

Komainu des Ninna-ji, Kyoto, 17. Jh.

Ältere Exemplare, wie z.B. die Abbildungen oben, lassen sich noch deutlich in einen „Korea-Hund“ (komainu, mit Horn und geschlossenem Maul) und einen „China-Löwen“ (karashishi (karashishi 唐獅子wtl. „China-Löwe“, auch „Löwenhund“; Wächterfigur vor religiösen Gebäuden ), mit Mähne und offenem Maul) unterscheiden. Dass dies die „klassische Form“ der Löwenhunde ist, sah wohl auch der Ukiyoe Künstler Utagawa Kuniyoshi (1797–1861) so, als er die Legende von den lebendigen Löwenhunden des Meisterbildhauers Hidari Jingoro darstellte (Abb. re.).

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Löwen Paar

Statuen (Sandstein) von Yi Xingmo (1160?–1260), Detail. Kamakura-Zeit, um 1200; „Nationalschatz“; Tōdaiji, Nara; Sitzhöhe: 1,6m
Bild © Rosenfield 2011, S. 122, New York

Diese beiden Löwen befinden sich im Nandaimon, dem Großen Südtor des Tōdaiji. Sie stammen von chinesischen Steinmetzen, die beim Wiederaufbau des Tōdaiji eingesetzt wurden.

Chinesische Löwen des Tōdaiji, um 1200

Diese beiden Löwen stammen von chinesischen Steinmetzen, die Ende des 12. Jahrhunderts beim Wiederaufbau des Tōdaiji (Tōdaiji 東大寺Tempel des Großen Buddha von Nara; wtl. Großer Ost-Tempel …⇒) eingesetzt wurden, und sind offensichtlich vom damaligen chinesischen Löwenstil geprägt. Sie wirken zugleich archaischer und machtvoller als die meisten japanischen Komainu und gehorchen nicht dem A-Un Schema, riefen aber offenbar in Japan einen eigenen Typ von Komainu hervor, der etwa auch im Yasukuni (Yasukuni Jinja 靖国神社Yasukuni Schrein, Tokyo …⇒) Schrein in Tokyo oder beim Kiyomizu (Kiyomizu-dera 清水寺Tempel in Kyoto …⇒) Tempel in Kyoto zu finden ist.

Humorvolle Komainu

Die folgenden Beispiele entstammen zum Großteil einer umfangreichen Sammlung von Komainu-Bildern von Takuki Yoshimitsu. Takuki hebt vor allem die humorvollen Züge der japanischen Löwenhunde hervor.

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Komainu

Statue (Stein) von Komatsu Nobutaka. 1892; Tenmangū, Nishishirakawa-gun, Fukushima
Bild © komainu.net, 2004. (Letzter Zugriff: 2011/7)
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Komainu

Statue (Stein) von Komatsu Nobutaka. 1771; Kumano Jinja, Hachiōji, Tokyo
Bild © komainu.net, 2005. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Besonders der Komainu mit dem offenen Maul erinnert erstaunlich stark an den ehemaligen österreichischen Bundeskanzler Alfred Gusenbauer.

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Komainu-Paar

Statue (Stein). Datiert 1840; Totowaki Jinja, Fukushima-ken
Bild © komainu.net, 2003. (Letzter Zugriff: 2011/9)

Zwei sehr unterschiedliche Exemplare. Der A-gyō, mit aufgestellten Ohren, erinnert frappant an den ehemaligen Chef der österreichischen Grünen, Van der Bellen. Hier nicht zu sehen: Diese beiden Komainu folgen einem in China üblichen Schema, bei dem das „Männchen“ (A-gyō) einen Ball und das Weibchem (Un-gyō) ein Junges unter den Pranken hält.

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Plattkopf

Statue (Stein). Datiert 1892; Hachiman-gū, Goshogawara-shi, Präfektur Aomori
Bild © komainu.net, 1997. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Stellvertretend für andere Politiker... (keine Photomontage).

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Melodramatische Komainu mit Glupschaugen

Statue (Stein). Datiert 1567; Noda Jinja, Oyama-shi, Präfektur Tochigi
Bild © you1gran'pa, photozou 2008. (Letzter Zugriff: 2011/9)

Ein korpulentes, melodramatisches Paar von beträchtlichem Alter. Am Podest findet sich angeblich die Datierung Tenshō 天正 4 (1567). Oder heißt es doch Taishō 大正 4 (1915)?

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Komainu mit Helmkopf

Statue (Stein); Ninomiya Jinja, Sado, Präfektur Niigata
Bild © komainu.net. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Dieser Stil scheint sich auf der Insel Sado einer gewissen Beliebtheit zu erfreuen (s. Jinja tanbō).

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Wölfe oder „Berghunde“ als Komainu (yamainu)

Statue (Stein); Mitsumine Jinja, Präfektur Saitama
Bild © Bernhard Scheid, 2007
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Yasukuni Komainu

Statue (Stein); Yasukuni Schrein, Tokyo
Bild © Ichinohe Shinya, flickr 2007. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Die Löwenhunde des übel beleumdeten Yasukuni Schreins verraten möglicherweise mehr über diesen Ort der Kriegshelden-Verehrung als dem Schrein selbst bewusst ist: Sie scheinen sehr von sich eingenommen und blasen sich zu imposanten Figuren auf. Dennoch teilen sie mit den anderen komainu einen (unfreiwillig) komischen Aspekt, der dem heroischen Pathos, das in diesem Schrein gepflegt wird, einen lächerlichen Anstrich verleiht.

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Löwenwächter in China, Korea und Okinawa

Auch in den Nachbarländern Japans findet man Löwen als Wächter, oft ebenso humor­voll gestaltet wie die Komainu. Während letztere aller­dings fast aus­schließ­lich vor religiösen Gebäuden zu finden sind, bewachen chinesische und koreani­sche Löwen eher weltliche Paläste.

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Koreanischer Löwenhund (haetae)

Statue (Stein). Korea; Gwangwhamun, Seoul
Bild © Andrew Haig, flickr 2011. (Letzter Zugriff: 2011/7)

In Korea bewachen Löwenwächter eher weltliche Paläste, ähneln aber ansonsten ihren japanischen Artgenossen durchaus.

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Koreanischer Löwenhund (haetae)

Statue (Stein)

Auch hier Löwenhunde, die eher drollig als gefährlich wirken.

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Koreanischer Löwenhund (haetae)

Statue (Stein)

Die Zähne koreanischer Haetae haben allerdings eine charakteristische Ausprägung, die man in Japan nicht findet.

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Koreanischer Löwenhund (haetae)

Gyeongbokgung Palast, Seoul
Bild © Vank, 2002
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Löwenwächter

Statue (Stein). China; Ayuwang (Ashoka) Tempel in Ningbo, Provinz Zhejiang
Bild © Historical Asian Architecture. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Dieses Beispiel stammt aus China und beweist, dass die Löwenwächter auch dort nicht ohne Komik sind.

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Löwenwächter

Statue (Stein); Wuhou Mausoleum, Chengdu, China
Bild © Stone Lions. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Chinesische Löwen treten zumeist als Paar von Männchen und Weibchen auf, wobei die Weibchen durch ein Junges (unter der Pfote), die Männchen durch einen Ball gekennzeichnet sind.
Dieser Symbolismus ist auch manchmal in rezenten japanischen Beispielen zu finden.

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Löwenwächter (sīsā)

Statue (Stein); Okinawa

Die Inselgruppe Okinawa im Süden Japans, die ehemals ein unabhängiges Königreich war, besitzt eine eigene Löwen­wächtertradition. Die Löwen heißen hier sīsā und werden auch in privaten Häusern aufgestellt, z.B. auf dem Dach.

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Löwenhunde (siisaa)

Skulptur (Keramik); Naminoue-gū, Naha, Okinawa
Bild © I. Hatada, 2009. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Die Inselgruppe Okinawa im Süden Japans, die ehemals ein unabhängiges Königreich war, besitzt ebenfalls eine eigene Löwenwächtertradition. Die Löwenhunde, die hier als siisaa (jap. shīsā) bezeichnet werden, wirken lebendiger und kampflustiger als die komainu der Hauptinseln.

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