Paradiese und Reine Länder

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Bernhard Scheid, „Paradiese und Reine Länder.“ In: Religion-in-Japan: Ein Web-Handbuch. Universität Wien, seit 2001 (Stand: 19.1.2013). URL: http://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Mythen:Paradiese?oldid=33023

Paradies heißt auf japanisch gokuraku gokuraku 極楽 Paradies; identisch mit dem Reinen Land → jōdosiehe auch→ Shaka→ Jenseits→ Heian Zeit , wtl. „höchstes Glück“. Wer gokuraku sagt, denkt als aller­erstes an das Reine Land (jōdo jōdo 浄土 Reines Landsiehe auch Amida → Heian Zeit→ Amidismus→ Zen ) des Buddha Amitabha अमिताभ Amitābha (skt., m.) „Unermesslicher Glanz“; jap. Amida 阿弥陀siehe auch →  Amida (jap. Amida Amida 阿弥陀 Buddha Amitabhasiehe auch Amida → Ikonographie→ Bekannte Schreine/Nikko→ Mandala→ Jahr→ Mudra → mehr… ). Es ist eine Art Vor­stufe des Nirvana निर्वाण Nirvāṇa (skt., n.) „Auslöschung“, Ort der Erlösung von allem Leid; jap. Nehan 涅槃siehe auch →  Buddhismus Lehre → Ikonographie→ Tempel/Tempeltore→ Totenriten→ Amida→ Shaka → mehr… , und wer nach seinem Tod in dieses Reine Land hin­über­ge­boren wird, hat bereits den Fuß in der Tür zur end­gültigen Erlösung. Keine karmische कर्म Karma (skt., n.) „Tat“, auch „konse­quente Folge“; moralische Bilanz der gesetzten Handlungen; jap. Gō 業siehe auch →  Buddhismus Lehre → Ikonographie→ Opfergaben→ Kannon→ Shaka/Buddhas Leben→ Jenseits → mehr… Macht kann ihn mehr zur Wiedergeburt in einem der Sechs Wege zwingen. Nach den Vor­stel­lungen der Amidisten ist es nicht einmal not­wendig, im irdischen Leben die Er­leuch­tung zu erfahren. Wenn man nur im auf­richtigen Glauben an Amidas mildtätige Kraft stirbt, ist einem die Geburt im Reinen Land sicher. Um diese Vor­stel­lung haben sich im ja­pa­nischen Mittelalter ver­schiedene Richtungen ge­bildet, die auch heute noch einen be­trächt­lichen Teil des japanischen Buddhismus darstellen (s. dazu Kap. Geschichte, Amidismus).

Auch in China und Tibet, bzw. im gesamten Mahayana महायान Mahāyāna (skt., n.) „Großes Fahrzeug“, buddhistische Richtung; jap. Daijō 大乗siehe auch →  Buddhismus → Buddhismus Lehre→ Ikonographie→ Kannon→ Myoo/Vajrapani → mehr… Buddhismus, ist der Glaube an Amidas Reines Land (skt. Sukhavati सुखावती Sukhāvatī (skt., f.) „Reines Land“; jap. Jōdo 浄土siehe auch →  Amida ) weit ver­breitet. Darüber hinaus gibt es aber noch andere Reine Länder oder para­diesische Vor­stufen des Nirvana, die anderen Buddhas zu­ge­ordnet sind. Gegenüber Amidas Reinem Land nehmen diese Paradiese aber einen unter­ge­ordneten Rang ein.

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Taima Mandara

Mandala (Seide, Farbe). 1721; im Besitz des Shōkaku-ji, Takefu-shi, Fukui-ken; 388,7 × 399,2 cm
Bild © Historisches Museum der Stadt Fukui. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Amidas Reines Land.

Taima Mandara (1721)


Schon in China wurde Amidas Paradies auf der Grundlage der Drei Amida Sutren सूत्र sūtra (skt., n.) „Faden“, Lehr­rede des Buddha, kanoni­sche Schrift; jap. kyō 経 oder kyōten 経典siehe auch →  Sutra → Buddhismus→ Buddhismus Lehre→ Tempel→ Gluecksbringer→ Kannon → mehr… auch bild­lich dar­ge­stellt. In Japan ist dieses Motiv vor allem in Form des so­ge­nannten Taima Mandara Taima Mandara 当麻曼陀羅 Darstellung von Amidas Reinem Landsiehe auch→ Mandala vertreten. Auf diesem mandala मण्डल maṇḍala (skt., n.) „Kreis“, schematische Dar­stel­lung der kosmischen Ordnung; jap. mandara 曼荼羅siehe auch →  Mandala → Dainichi→ Shinto-Goetter→ Mandala/Ryogai Mandara→ Myoo/Vajrapani→ Shinto-Goetter/Kasuga Mandala → mehr… nimmt Amida, flankiert von den Bodhisattva बोधिसत्त्व Bodhisattva (skt., m.) „Erleuchtetes Wesen“; jap. Bosatsu 菩薩siehe auch →  Buddhismus Lehre → Tempel→ Ikonographie→ Tempel/Pagoden→ Kannon→ Matsuri/Phalluskulte → mehr… s Seishi Bosatsu Seishi Bosatsu 勢至菩薩 Bodhisattva Mahasthamaprapta; Begleiter → Amidassiehe auch Ikonographie → Kannon→ Amida und Kannon Kannon Bosatsu 観音菩薩 Bodhisattva Avalokiteshvara, wtl. „der den Klang der Welt erhört“; chin. Guanyin; „Bodhisattva des Mitleids“siehe auch Kannon → Tempel→ Ikonographie→ Hoellen/Hungergeister→ Fruehzeit/Shotoku Taishi die zentrale Position ein. Die Dreier­gruppe sitzt in einer weit­läufigen Palast­anlage, die von einer Un­zahl himmlischer Wesen be­völkert ist. Im Vor­der­grund ist zu sehen, wie eben ver­storbene Gläubige im Reinen Land empfangen werden.

Eine weitere Variante von Paradiesbildern zeigt, wie Amida hinter hohen Bergen her­vor­tritt, um die Gläubigen zu empfangen (s.o.). Der Blick auf das Paradies bleibt dabei durch die Berge verstellt.

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