Tengu
Wie bereits erwähnt, lässt sich die Welt des Übersinnlichen in Japan grob in Totengeister (yūrei (yūrei 幽霊 — Totengeist …⇒)) und Fabelwesen (yōkai (yōkai 妖怪 — Fabelwesen, Geisterwesen, Gespenster …⇒)) unterteilen. Beide Gruppen unterscheiden sich insoferne von etablierten „Göttern“ (kami (kami 神 — japanische Gottheit …⇒)-Gottheiten oder buddhistische Manifestationen), als sie sich gegenüber der menschlichen Gesellschaft auf der gleichen hierarchischen Ebene befinden. Sie mögen zwar einige Fähigkeiten besitzen, die Menschen nicht haben, treten aber für gewöhnlich nicht als Herrscher über die Menschen, sondern eher als Konkurrenten auf. Sie begehren menschliche Güter, fühlen sich von menschlicher Schönheit körperlich angezogen und sind in manchen Fällen sogar bereit, bestimmten Menschen zu dienen. Allerdings sind die Grenzen zur Welt der Götter fließend. Besonders mächtige Figuren aus der Welt des Übersinnlichen können gottähnliche Verehrung genießen oder als Boten zwischen Göttern und Menschen fungieren.
Der Unterschied zwischen Totengeistern und yōkai liegt vor allem darin, dass Totengeister aus den Seelen Verstorbener entstehen, während sich yōkai am ehesten mit seltenen Tierarten vergleichen lassen. Tatsächlich werden manchmal auch Füchse oder tanuki (tanuki 狸 — Tanuki (Marder-Hund) …⇒) zu den yōkai gezählt. Während diese tierischen yōkai auf anderen Seiten dieses Kapitels besprochen werden, geht es auf dieser Seite um ein Fabelwesen mit sehr menschenähnliche Zügen, den Tengu.
Auf dieser Seite |
Äußerliche Merkmale
Japanische tengu (tengu 天狗 — Tengu, eine Art Kobold, meist in den Bergen …⇒) treten in zwei Hauptvarianten auf: Langnasen-Tengu und Krähen-Tengu. Beide besitzen einen menschlichen Körper und können fliegen, bzw. sich augenblicklich von einem Ort zum anderen „beamen“. Für gewöhnlich tragen auch beide Arten von Tengu die traditionelle Tracht der Bergasketen (yamabushi (yamabushi 山伏 — Bergasket, wtl. der in den Bergen schläft …⇒)), mit denen sie eine gemeinsame Begabung für magische Künste verbindet. Ähnlich wie die yamabushi sind Tengu immer eher unheimlich, dabei aber nicht notwendigerweise böse oder arglistig.
Langnasen Tengu
-
Riesen Tengu-Maske
- Statue; Kurama, im Norden Kyotos
Bild © Wada Yoshio, 2002. (Letzter Zugriff: 2011/7)
In Kurama befindet sich ein traditionelles Zentrum des Tengu-Wesens.
- Statue; Kurama, im Norden Kyotos
-
Tengu mit yamabushi-Gewand
- Statue. 20. Jh.; Berg Takao, Tokyo
Dieser Tengu ist mit einem typischen Emblem ausgestattet: Ein magischer Fächer aus Federn.
-
Sarutahiko
- Maske; Takachiho, Präfektur Miyazaki, Kyushu
Maske des Tengu-artigen Gottes Sarutahiko bei einer religiösen Tanzperformance (kagura).
Langnasen-Tengu werden auf Japanisch oft als Groß-Tengu, Krähen-Tengu dagegen als Klein-Tengu bezeichnet. Langnasen-Tengu scheinen demnach eine höhere Kaste innerhalb der Tengu-Gesellschaft zu bilden. Was als erstes an ihnen auffällt, ist die phallische Form ihrer Nase. Dass diese in der Tat sexuelle Assoziationen weckte, lässt sich u.a. an Shunga-Bildern der Edo-Zeit erkennen, doch wird diese Assoziation im japanischen Kontext nicht als obszön empfunden. Ähnlich wie im Fall des Glücksgottes Fukurokuju (Fukurokuju 福禄寿 — Glücksgott, Gott des Langen Lebens …⇒) wird der Phallus eher als Symbol der Fruchtbarkeit oder allgemein des Glücks verstanden. Aufgrund dieser Logik waren Phallus-Kulte und phallische religiöse Symbolismen im vormodernen Japan weit verbreitet.
ema mit Tengu-Motiv
- Votivbild (Holz); Myogi Jinja, Gunma-ken
Bild © indulgence boy, flickr 2006. (Letzter Zugriff: 2011/7)
Neben einer Maske sind hier auch die für Tengu typischen einstegigen Geta-Sandalen zu erkennen.
Die lange Nase und das rote Gesicht des Tengu legen weiter die Vermutung nahe, dass sich seine Gestalt auf das Bild der Europäer in Japan zurückführen lässt. Doch gab es den langnasigen Tengu bereits vor dem 16. Jh., als es in Japan zur intensiven Kontaktnahme mit europäischen Händlern und Missionaren kam. Möglicherweise wurden die Langnasen-Tengu aber dem Erscheinungsbild der „südlichen Barbaren“ (wie die Europäer in der Edo (Edo 江戸 — Sitz der Tokugawa Shogune, 1600–1867 (= Edo-Zeit); heute: Tokyo …⇒)-Zeit genannt wurden) angepasst.
Schließlich könnte die Nase der Tengu auch einfach aus dem Schnabel entstanden sein, mit dem die frühesten Tengu-Gestalten ausgestattet sind und der wiederum mit ihren Flugkünsten in Verbindung steht.
Krähen-Tengu
-
Krähen Tengu (karasu tengu)
- Hängerollbild (Seide, Farbe) von Kaihō Yūtoku, Detail. Späte Edo-Zeit, 19. Jh.; im Besitz des Sairin-ji, Kyoto
Bild © Saichō to Tendai kokuhō, 2006, Abb. 234
Tengu in der Kleidung eines Kriegermönchs, auf einem Wildschein reitend. Der Tempel Sairin-ji ist eng mit dem Shugendō, dem Glauben der Yamabushi, verbunden. Der dargestellte Tengu ist wahrscheinlich Tarōbō, ein berühmter Tengu, der auf dem Berg Asago im Westen Kyotos wohnte und der Sage nach häufig die „Tengu-Kiefer“ (tengu no matsu), die sich auf dem Tempelgelände befand, aufsuchte, um sich auszuruhen.
- Hängerollbild (Seide, Farbe) von Kaihō Yūtoku, Detail. Späte Edo-Zeit, 19. Jh.; im Besitz des Sairin-ji, Kyoto
-
Zegaibō emaki
- Querbildrolle, Detail. Muromachi-Zeit, 1354
Bild © Saichō to Tendai kokuhō, 2006, Abb. 221
Gefangennahme des Zegaibō, einem Tengu aus China, der japanische Mönche belästigte.
- Querbildrolle, Detail. Muromachi-Zeit, 1354
-
Karasu tengu mit yamabushi-Gewand
- Bildquelle: thetengu.com. (Letzter Zugriff: 2005/6)
Modernes Design.
In Indien gibt es die Gestalt des Vogelmenschen Garuda (गरुडGaruḍa (skt., m.) — Vogelmensch ) , die mit dem Buddhismus auch in Japan bekannt wurde. Garudas sind halb göttliche, halb tierische Wesen mit großen Zauberkräften, ähnlich den Schlangen (in Indien als naga (नागnāga (skt., m.) — „Schlange“, indische Schlangengottheit …⇒) -Gottheiten verehrt), mit denen sie eine erbitterte Feindschaft verbindet.
Garuda (Karura)
- Maske (Holz, bemalt). Nara-Zeit, 8. Jh.; Höhe: 28,3 cm
Bild © Musee Guimet, Paris. (Letzter Zugriff: 2011/7)
Die Maske repräsentiert eine Figur des höfischen Gigaku Theaters, das bereits in der Nara Zeit existierte. Laut Inschrift wurde diese Maske bei der Inauguration des Großen Buddha in Nara (752) verwendet.
In der ältesten Theaterkunst Japans, dem höfischen Gigaku, werden u.a. Garuda Masken (jap. Karura (Karura 迦楼羅 — skt. Garuda; Vogelmensch …⇒)) verwendet. Nachdem diese durchaus Ähnlichkeiten mit späteren Tengu-Darstellungen haben, ist es denkbar, dass zwischen diesen Fabelwesen ein Zusammenhang besteht. Frühe bildliche Tengu-Darstellungen (etwa die des diabolischen Zegai-bō, oben Mitte) zeigen jedenfalls einen Krähen-Tengu. Erst später setzte sich dagegen die Auffassung durch, dass nur die minderen Tengu vogelgestaltig seien. Gleichzeitig sollen alle Tengu aus Eiern schlüpfen.
Wortbedeutung
Tengu bedeutet wtl. „Himmelshund“, doch mit Hunden haben diese geflügelten Wesen wenig zu tun. Die Bezeichnung leitet sich vom Chinesischen tiangou ab und bezog sich ursprünglich auf unerklärliche Himmelserscheinungen wie z.B. Kometen oder Sonnenfinsternisse, die einem schwarzen „Himmelshund“ zugeschrieben wurden. In dieser Bedeutung findet sich der Begriff tengu auch schon im japanischen Nihon shoki (Nihon shoki 日本書紀 — Zweitältestes Schriftwerk und erste offizielle Reichschronik Japans (720) …⇒) (720). Tengu mit den heute bekannten Charakteristika treten allerdings erst Ende der Heian (Heian 平安 — alter Name Kyotos; politisches Zentrum 794–1185 (= Heian-Zeit) …⇒)-Zeit in Erscheinung. Wie sich die Transformation des chinesischen Himmelshundes in diese spezifisch japanische Gestalt vollzog, ist weitgehend unklar. Zweifellos haben auch Mythen- und Sagenmotive, die ursprünglich nichts mit dem chinesischen tiangou zu tun hatten, zu seiner Entstehung beigetragen.
Tengu und Mönche
Tengu gehören nicht allein ins Reich der Märchen und Sagen, sondern spielen auch in religiösen Legenden eine wichtige Rolle. Die frühesten Tengu Legenden aus dem Konjaku monogatari (Konjaku monogatari 今昔物語 — „Geschichten aus alter und neuer Zeit“ (12. Jh.); umfangreiche Sammlung von Geschichten und Anekdoten, meist aus einem buddhistischen Kontext …⇒) handeln zumeist von buddhistischen Mönchen, die vom rechten Weg abkommen um schließlich zu Tengu zu werden, oder von Tengu, die versuchen Mönche vom richtigen Weg abzubringen. In anderen Quellen, etwa dem Tengu zōshi (1296), erscheint die Existenz eines Tengu als karmische Konsequenz übermäßiger klerikaler Arroganz. Tengu reflektieren somit ein ambivalentes Bild des buddhistischen Klerus und bilden besonders in der Blütezeit des japanischen Buddhismus, im Mittelalter, eine Projektionsfläche für die Kritik am buddhistischen Mönchsstand. Es gibt aber auch Legenden von Adeligen und Kaisern, die aufgrund ihres Hochmuts als Tengu enden. Vor allem das Kriegerepos Taiheiki (Taiheiki 太平記 — Historisches Epos aus dem späten 14. Jh., behandelt den Konflikt zwischen Nördlichem und Südlichem Kaiserhof …⇒) weiß zahlreiche Episoden zu berichten, laut denen insbesondere der ambitionierte, aber letztlich erfolglose Tennō Go-Daigō und viele Krieger und Mönche um ihn zu Tengu wurden und in dieser Form nach ihrem Tod für Unruhe im Land sorgten.
Versammlung hochrangiger Mönche
- Querbildrolle, Detail. Kamakura-Zeit, 1296; aus Tengu zōshi; Tokyo
Bild © Nezu Museum. (Letzter Zugriff: 2011/7)
Die versammelten Mönche aus verschiedenen Schulen des mittelalterlichen Buddhismus sind durch ihre Schnäbel als Tengus zu erkennen. Das Tengu zōshi bringt in seinen Lehrerzählungen das Tenguwesen mit den typischen Verfehlungen des Mönchsstandes, vor allem Arroganz und Hochmut, in Zusammenhang.
Tengu-Meister Sōjōbō
- Triptychon von Utagawa Kunitsuna (1805–1868)
Bildquelle: Karasu Tengu. (Letzter Zugriff: 2011/7)
Tengu-Meister Sōjōbō beobachtet die Fortschritte seines Schützlings Ushiwakamaru (Minomoto no Yoshitsune), der sich in der Schwertkunst (Holzschwert) mit jungen Krähen-Tengus misst.
Der berühmte Feldherr Minamoto no Yoshitsune (1159–1189) war Halbwaise und verbrachte seine Kindheit im Tempel Kurama nördlich von Kyoto, in dessen Nähe der Tengu Sōjōbō gehaust haben und Yoshitsune (bzw. Ushiwakamaro, wie er als Kind hieß) in der Kunst des Schwertkampfs zur Perfektion gebracht haben soll. Yoshitsune ist einer der beliebtesten Helden Japans. Das Motiv seines Schwerttrainings bei den Tengu wurde von den Ukiyoe-Künstlern der Edo Zeit häufig dargestellt.
Im Lauf der Zeit festigte sich die Assozitiation der Tengu mit den bereits erwähnten yamabushi (yamabushi 山伏 — Bergasket, wtl. der in den Bergen schläft …⇒). In vielen Legenden ist die Trennlinie zwischen diesen stets ein wenig unheimlichen Bergasketen und den Tengu kaum zu ziehen. Seit der Edo-Zeit werden die Tengu üblicherweise auch in der Tracht der yamabushi, erkennbar an der charakteristischen Kopfbedeckung, dargestellt. Durch die Assoziation mit den yamabushi rückte offenbar die Identifikation von Tengu und hochrangigen Klerikern in den Hintergrund. Dagegen können yamabushi-artige Tengu auch positive Züge annehmen, vor allem dann, wenn sie analog zu den Bergasketen als tüchtige Kämpfer und Meister der Kriegskünste auftreten. So soll etwa einer der berühmtesten japanischen Helden, Minamoto no Yoshitsune, in seiner Jugend die Kunst des Schwertkampfes von einem Tengu namens Sōjōbō erlernt haben. Der Namen bedeutet wörtlich nichts anderes als „Abt-Mönch“ und es mag sein, dass eine Art yamabushi den historischen Kern dieser Legende bildet.
Tengu-artige Gottheiten
Immer wieder stößt man in Tempeln und Schreinen auf Tengu Abbildungen. Im allgemeinen handelt es sich bei derartigen religiösen Gebäuden um Kultstätten des Shugendō (Shugendō 修験道 — Orden der yamabushi …⇒), des spezifischen Kults der yamabushi. Die yamabushi wurden also nicht nur mit Tengu assoziiert, sie verehrten ihrerseits auch Gottheiten in Tengu-Gestalt.
Izuna Gongen
Akiba Gongen
- Statue (Holz). 16. Jh.; Höhe: 87 cm, Sockel: 42 x 42 cm
Bild © Ruth and Sherman Lee Institute. (Letzter Zugriff: 2011/7)
Ruth and Sherman Lee Institute for Japanese Art collection
Er ist wie Izuna mit dem Schwert und dem Seil des Fudō ausgestattet und auf einem Fuchs reitend.
Der Takao-san (Takao-san 高尾山 — Berg Takao, rel. Zentrum im Westen Tokyos …⇒), ein Berg am östlichen Stadtrand Tokyos, ist eines dieser traditionellen Zentren des Shugendō. Es gibt hier sowohl einen Tempel als auch einen Schrein, in dem die Gottheit Izuna Gongen (Izuna Gongen 飯縄権現 — Gottheit in Tengu-Gestalt …⇒) verehrt wird.

Bildquelle: Informationsbroschüre des Takao-san
Izuna Gongen erscheint auf den Talismanen (o-fuda (o-fuda お札 — Talisman in Gestalt eines symbolischen Zeichens, meist aus Papier …⇒)) von Takao in Gestalt eines Karasu Tengu, der auf einem weißen Fuchs reitet. Schwert, Schild und Flammennimbus erinnern an Fudō Myōō (Fudō Myōō 不動明王 — prominentester japanischer Myōō (Mantra-König), wtl. „der Unbewegliche“ …⇒), der ja tatsächlich auch im Shugendō eine zentrale Rolle spielt. Zudem deutet das fuchsartige Reittier (das in der japanischen Folklore übrigens auch unter dem Namen Izuna auftaucht) auf eine Verbindung mit Inari/ Dakini hin. Verschiedene esoterische Gottheiten wurden also mit der Gestalt des Tengu zu einer neuen Gottheit verschmolzen. Ganz ähnliche kombinierte Gottheiten finden sich im Shugendō auch unter anderen Namen, etwa unter der Bezeichnung Akiba Gongen (s. Abb. rechts). Viele dieser Shugendō-Götter standen im übrigen mit Schulen der Kriegskünste und magischen Kampftechniken in Verbindung, die wiederum von den yamabushi betrieben wurden.
Sarutahiko
Sarutahiko
- Blockdruck, surimono (Papier, Tusche, Farbe) von Totoya Hokkei (1780–1850). Edo-Zeit, 1820er Jahre; aus der Serie Haru no iwato (Die Felsenhöhle im Frühling); 21,3 x 18,4 cm
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2011/5)
William Sturgis Bigelow Collection
Der mythologische Gott Sarutahiko mit Tengu-ähnlicher Nase und dem Gewand eines Yamabushi. Das Bild erschien in einer Serie von Illustrationen zu Amaterasus Austritt aus der Höhle (daher auch Hahn und Henne), obwohl Sarutahiko im ursprünglichen Mythos damit gar nichts zu tun hat.
In den alten Mythen begegnen wir der Gottheit Sarutahiko (Sarutahiko 猿田彦 — Mythologische Gottheit in → Tengu-ähnlicher Gestalt …⇒), einem wilden Gesellen, der dem Tross des vom Himmel herabsteigenden Enkels der Sonnengottheit (Ninigi (Ninigi 瓊瓊杵 — mytholog. Gottheit, Enkel Amaterasus …⇒)) einigen Respekt einflößt, sich aber schließlich als Führer anbietet und dafür die Göttin Ame no Uzume (Ame no Uzume 天鈿女/天宇受賣 — mythologische Gottheit, Ahnherrin des Theaters …⇒) zur Gattin erhält. Er ist laut Beschreibung des Nihon shoki von hühnenhafter Gestalt und hat eine sieben-Hand-lange Nase. Auf rezenten Abbildungen (z.B. Abb. rechts) wird er meist in Tengu-Gestalt dargestellt. Auch in Schreinfesten zu Ehren Sarutahikos wird er durch Tänzer mit Tengu-Masken repräsentiert. Durch seine mythologische Rolle als wegekundiger Führer bot sich Sarutahiko überdies als Identifikationsfigur für die zahlreichen lokalen „Wegegötter“ (dōsojin (dōsojin 道祖神 — Wegegott, auch sae no kami; volksrel. Figuren, manchmal in phallischer Form …⇒)) an, die es vor allem in vormoderner Zeit gab. Diese Wegegötter stehen wiederum häufig im Zentrum von Phalluskulten, was vielleicht wieder Sarutahikos lange Nase erklärt. Es gibt, mit einem Wort, ein Vielzahl von möglichen Beziehungen zwischen Bergkulten, Wegegöttern und Fruchtbarkeitsriten und sogar Kriegskünsten einerseits sowie Sarutahiko und den Tengu andererseits. Dass all diese Figuren und Kulte im Laufe der Zeit miteinander assoziiert wurden, steht außer Zweifel. Wie sich diese Assoziationen aber historisch entwickelten, ist nach wie vor ungewiss.
Links
- Tengu (en.)
Ausführliche Darstellung auf Wikipedia. - Tengu, the Slayer of Vanity, Mark Schumacher (en.)
Tengu - Seite von A-Z Dictionary of Japanese Buddhist Statuary. - Izuna Gongen, Itō Satoshi (en.)
Artikel zu Izuna Gongen in der Encyclodedia of Shinto. - Gazu hyakki yakō (jap.)
Gespenster-Enzyklopädie von Toriyama Sekien auf Wikipedia. Über Wikipedia Japan sind die Illustrationen aller vier Bände zu betrachten. - The Obakemono Project, S.H. Morgan (en.)
Gut recherchierte japanische Gespensterkunde, teilweise im Manga-Stil illustriert.Letzte Überprüfung der Linkadressen: März 2011
- Web-Projekt
- Hauptseite
- Konzept
- Technisches
- Japan
- Geographie
- Geschichtsperioden
- Formales
- Glossare
- Kanji A–J
- Kanji K–R
- Kanji S–Z
- Sanskrit
- Quellen
- Literatur
- Links
- Autor
- Bernhard Scheid
- Kapitel 1
- Einleitung
- Buddhismus
- Buddh. Lehren
- Zitat:
- Vier Wahrheiten
- Shinto
- Essay:
- Shintō und jindō
- Stereotype
- Essay:
- Herrigels Zen
- Weltbild
- Kapitel2
- Einleitung
- Tempel
- Was ist ein Tempel?
- Spezialthemen:
- Tempeltore
- Pagoden
- Stupas
- Bekannte Tempel
- Schreine
- Was ist ein Schrein?
- Essay:
- Torii
- Bilder:
- Schreinbilder
- Götterseile
- Ise und Izumo
- Spezialthemen:
- Baustil Ise
- Izumo Schrein
- Bekannte Schreine
- Spezialthemen:
- Fushimi
- Tenjin
- Itsukushima
- Nikko
- Kasuga
- Kapitel 3
- Einleitung
- Öffentlich
- Tempel- & Schreinbesuch
- Spezialthema:
- Omairi Knigge
- Opfergaben
- Spezialthema:
- Votivbilder (ema)
- Glücksbringer
- Spezialthema:
- Glückslose
- Jahreszyklus
- Bilder:
- Neujahr
- O-Bon, Fest der Lichter
- Volksfeste (Matsuri)
- Spezialthemen:
- Nacktfeste
- Feuergang
- Fruchtbarkeits- und Phalluskulte
- Pilgerschaft
- Gastartikel:
- Fire walk
- Privat
- Religion und Familie
- Spezialthema:
- Der Kinder Segen
- Totenriten
- Essay:
- Modernes Jenseits
- Ahnenkult
- Hausschrein
- Friedhof
- Spezialthema:
- Grabsteine
- Priester und Mönche
- Buddhistische Mönche
- Spezialthemen:
- Mönchstracht
- Würdenträger
- Schreinpriester
- Yamabushi
- Spezialthema:
- En no Gyoja
- Kapitel 4
- Einleitung
- Mandala
- Spezialthema:
- Mandalas der beiden Welten
- Mudra
- Buddhas
- Amida
- Dainichi
- Essay:
- Daibutsu Statuen
- Shaka
- Spezialthemen:
- Buddhas Leben
- 32 Merkmale Buddhas
- Bodhisattvas
- Kannon
- Spezialthema:
- Pferdekopf-Kannon
- Jizo
- Spezialthema:
- Osorezan, der Angstberg
- Zornige
- Myōō
- Wächtergötter
- Spezialthemen:
- Niō Wächter
- Wind und Donner
- Sonstige Gottheiten
- Glücksgötter
- Spezialthemen:
- Daikoku
- Ebisu
- Benzaiten
- Bishamon-ten
- Hotei
- Shinto-Götter
- Spezialthema:
- Kasuga Mandala
- Kapitel 5
- Einleitung
- Göttermythen
- Götter des Himmels
- Spezialthemen:
- Ame no Uzume
- Trickster-Gottheiten
- Götter der Erde
- Essay:
- Ōkuninushi
- Jenseitsglaube
- Jenseits
- Spezialthemen:
- König Enma
- Kriegerische Geister
- Paradiese
- Höllen
- Spezialthemen:
- Höllenbilder
- Hungergeister
- Geisterwesen
- Totengeister
- Spezialthemen:
- Horror Klassiker
- Itako Shamaninnen
- Tengu
- Bilder:
- Tengu Motive
- Oni und Kappa
- Märchen:
- Der Alte mit der Beule
- Tiere
- Legendäre Tiere
- Bilder:
- Drachenbilder
- Komainu
- Verwandlungskünstler
- Spezialthemen:
- Kitsune
- Inari Fuchswächter
- Tanuki
- Symboltiere
- Essays:
- Tauben und Krieg
- Drei Affen
- Erdbeben-Wels
- Kapitel 6
- Einleitung
- Altertum
- Frühzeit
- Spezialthema:
- Shōtoku Taishi
- Zitat:
- Königliche Empfehlung
- Nara Zeit
- Spezialthema:
- Miniaturstupas
- Frühe Kami Kulte
- Spezialthema:
- Himiko
- Heian Zeit
- Saichō
- Kūkai
- Zitat:
- Kukais Initiation
- Honji suijaku
- Mittelalter
- Kamakura
- Spezialthema:
- Rituelle Verwünschungen
- Amidismus
- Zitat:
- Amidas Gelübde
- Zen Buddhismus
- Bilder:
- Bodhidharma
- Zitat:
- Ein Kōan
- Nichiren Buddhismus
- Mittelalterl. Shinto
- Essay:
- Götterwinde
- Frühe Neuzeit
- Reichseinigung
- Christentum
- Zitat:
- Kopfgeld für Christen
- Inquisition
- Neo-Konfuzianismus
- Kokugaku
- Moderne
- Staatsshinto
- Zitat:
- Kaiserl. Erziehungserlass
- Spezialthema:
- Yasukuni Schrein
- Neue Religionen
- Kapitel 7
- Einleitung
- Yin und Yang
- Spezialthema
- Tierkreiszeichen
- Himmelskunde
- Spezialthema
- Astrologie
- Mythentexte
- Sutren
- Suchen
- Wiki-Suche
- Wiki-Seitenindex
- Google Sitesearch
- Sitemap
- Updates
- Letzte Änderungen
- Neue Bilder
- Sonstiges
- Statistik
- Zufällige Seite
- Spezialseiten
- Druckversion