Kitsune Motive
Fuchs (kitsune)
- Blockdruck, mokuhan (Papier, Farbe) von Ohara Koson (1877–1945). Ca. 1910; 37 x 19 cm
Bildquelle: The Art of Japan. (Letzter Zugriff: 2011/11/3)
Die tanzende Bewegung auf zwei Beinen und das Blatt auf seinem Kopf zeigen an, dass der Fuchs im Begriff ist, menschliche Gestalt anzunehmen.
Mit fünfzig Jahren können sich Füchse in Frauen verwandeln, mit hundert in Schönheiten oder in Zauberinnen. Manche verwandeln sich auch in Männer und haben Verkehr mit Frauen. Sie können Dinge aus tausend Meilen Entfernung erkennen, beherrschen die Magie, täuschen die Menschen und verwirren ihre Sinne. Mit tausend Jahren kommunizieren sie mit dem Himmel und werden zu Himmlischen Füchsen.[1]
Dieses Zitat aus einem chinesischen Lexikon des zehnten Jahrhunderts umreißt die meisten Eigenschaften, die Füchsen (kitsune (kitsune 狐 — Fuchs …⇒)) auch in Japan nachgesagt werden. In beiden Ländern sind Füchse als Meister der magischen Verwandlung ein wichtiger Bestandteil der Geisterwelt. Sie können nach Belieben in die Gestalt von Menschen schlüpfen oder in Menschen illusorische Wahrnehmungen erzeugen. Der Fuchs auf der Abbildung rechts bedeckt etwa seinen Kopf mit einem Blatt und vollführt einen magischen Tanz. Es ist dies ein untrügliches Zeichen, dass er im Begriff ist eine andere Gestalt anzunehmen.
Die Fuchsbilder und -geschichten auf dieser Seite stammen vor allem aus der Edo (Edo 江戸 — Sitz der Tokugawa Shogune, 1600–1867 (= Edo-Zeit); heute: Tokyo …⇒) Zeit, gehen aber zumeist auf ältere Vorbilder zurück. Dank der Vorliebe für das Unheimlich-Mysteriös-Gespenstische in der Edo-zeitlichen Populärkultur wurden Fuchsmotive besonders im frühen neunzehnten Jahrhundert zu einem beliebten Sujet des Kabuki-Theaters und der ukiyoe (ukiyoe 浮世絵 — „Bilder der fließenden Welt“, populäre Holzblockdrucke der Edo-Zeit …⇒). Neben dem wohligen Gruselgefühl, das unheimliche Fuchsgeschichten vermitteln können, wurde und wird die magische Macht der Füchse aber auch durchaus für real gehalten und führte in der Edo-Zeit zu ähnlichen Extremen wie der europäische Hexenglauben: Insbesondere Frauen konnten verfolgt oder verstoßen werden, weil man sie für verwandelte Füchsinnen hielt.
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Zauberische Fuchsfrauen
Ähnlich wie in China verwandeln sich auch japanische kitsune (kitsune 狐 — Fuchs …⇒) vorzugsweise — wenn auch nicht ausschließlich — in schöne Frauen. Legenden solcher Fuchsfrauen tauchen schon im japanischen Altertum (z.B. im Nihon ryōiki (Nihon ryōiki 日本霊異記 — „Wundersame Begebenheiten aus Japan“; buddhistische Legendensammlung von Kyōkai (Anfang 9. Jh.) …⇒)[2]) auf, wurden im Laufe der Zeit mit zahlreichen Details ausgeschmückt und schließlich in der Edo-Zeit auch für das Kabuki Theater adaptiert. Die beiden bekanntesten Gestalten sind Kuzunoha, die liebende Mutter und Ehefrau, und Tamamo no Mae, die verruchte Hofdame. Sie stehen einander charakterlich diametral gegenüber und zeigen, dass der Fuchs mit seinen Zauberkräften sowohl positiv als auch negativ in Erscheinung treten kann. Dennoch haben beide Legenden überraschende Parallelen: In beiden Fällen kann die Fuchsfrau nicht lange in der Gesellschaft der Menschen verbleiben, ja, sie verwandelt sich sogar schlussendlich, als Konsequenz ihrer Extravaganzen, in einen Stein. Außerdem tauchen in beiden Legenden Mitglieder der Familie Abe auf. Diese waren in der Heian (Heian 平安 — alter Name Kyotos; politisches Zentrum 794–1185 (= Heian-Zeit) …⇒) Zeit die führenden Yin Yang Meister bei Hof und galten als solche — ebenso wie die Füchse selbst — als Meister der Magie.
Kuzunoha, die liebende Fuchsmutter
Kuzunoha in ihrer Wechselgestalt von Frau und (trauernder) Füchsin
- Holzschnitt (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi. 1852; aus der Serie „Die 69 Stationen der Kiso-Route“
Bild © Cultural Heritage Online
Neben Kuzunoha ist hier auch der Ehemann der Kuzunoha, Abe no Yasuna, dargestellt.
Die Grunderzählung dieser Legende lautet in etwa folgendermaßen:
Abe no Yasuna (Abe no Yasuna 保名 — Heian-zeitlicher Höfling und angebl. Vater des → Abe no Seimei …⇒), ein Heian-zeitlicher Höfling, der sich in der Kunst der Magie übt, rettet im Wald von Shinoda (in der Umgebung des heutigen Osaka) einen weißen Fuchs vor einem Jäger. Er verletzt sich dabei, doch es erscheint eine junge Frau namens Kuzunoha (Kuzunoha 葛の葉 — Fuchsgeist in Frauengestalt, wtl. „Rankenblatt“; angebl. Mutter des Magiers → Abe no Seimei …⇒) (Rankenblatt), die ihn gesund pflegt. Die beiden verlieben sich, heiraten und bekommen einen Sohn. Als dieser fünf Jahre ist, kann Kuzunoha ihre wahre Identität nicht länger verbergen. Sie besucht ein letztes Mal ihr Kind und schreibt ein zu Herzen gehendes Abschiedsgedicht, um schließlich als Füchsin in ihren Wald zurückzukehren. Das Kind des Paares ist Abe no Seimei (Abe no Seimei 安部清明 — Yin Yang Meister des 10. Jh.s (921?–1005) …⇒) (921?–1005), der in der Folge zum berühmtesten Magier der Heian Zeit heranwächst.
Diese Geschichte existiert in zahlreichen Varianten.[3] Das einzige unveränderliche Element ist jeweils das Abschiedsgedicht, das auch auf den meisten Bildern zu finden ist:
Wenn du mich liebst/ so komm und such mich/ in Izumi/
im Wald von Shinoda/ die trauernde Kuzunoha [4]
Die Fuchsfrau Kuzunoha verlässt ihr Kind (Kuzunoha kitsune dōji wakaruru no zu)
- Blockdruck (Papier, Farbe) von Tsukioka Yoshitoshi. 1890; aus der Serie Shinkei sanjūroku kaisen (Neue 36 Geister)
Bild © Kichō shiryō gazō database, (Tokyo Metropolitan Library). (Letzter Zugriff: 2011/10)
Der Schatten verrät die wahre Natur der Fuchsmutter. Im Vordergrund die Rankenpflanze (kuzu), die Kuzunoha ihren Namen gab.
Die Füchsin Kuzunoha
- Blockdruck, nishikie (Papier, Farbe) von Utagawa Toyokuni (1769–1825). 1861
Bild © National Diet Library, Tokyo. (Letzter Zugriff: 2011/8)
Die Fuchsmutter schreibt, ihr Kind in den Armen, ihr Abschiedsgedicht. Die Figur der Mutter ist für Eingeweihte als Portrait des Kabuki-Schauspielers Nakamura Shikan IV (1831–1899) identifizieren.
Die Füchsin Kuzunoha (Kitsune Kuzunoha)
- Blockdruck, nishikie (Papier, Farbe) von Andō Hiroshige (1797–1858); aus der Serie Ogura nazorae hyakunin isshu, 1845–49
Bild © National Diet Library, Tokyo. (Letzter Zugriff: 2011/8)
Die Füchsin Kuzu no ha (Kuzu no ha kitsune)
- Blockdruck, nishikie (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi; aus der Serie Genji kumo ukiyo e-awase („Vergleiche von Bildern der Fließenden Welt mit den Wolken des Genji monogatari“), Kapitel 2, 1844/45
Bild © Kichō shiryō gazō database, Tokyo Metropolitan Library. (Letzter Zugriff: 2011/10)
Auch auf dieser Darstellung wird der verräterische Schatten der Fuchsfrau besonders hervorgehoben.
Die Blüte der Kuzu-Ranke (Kuzu no hana)
- Blockdruck (Papier, Farbe) von Ogata Gekkō (1859-1920). Meiji Zeit, 1899; aus der Serie Wettstreit zwischen Schönheiten und Blumen (Bijin hana kurabe)
Bild © The British Museum. (Letzter Zugriff: 2012/2/4)
So könnte die Fuchsfrau Kuzunoha (Rankenblatt) ausgesehen haben, als ihr Mann sie zum ersten Mal traf. Hut und Stock deuten eine Reisekleidung an. Auf dem Kimono ist ein Kuzu-Rankenmuster erkennbar. Die Haltung ähnelt derjenigen des tanzenden Fuchses von Ohara Koson, aber vor allem das Spiegelbild im Wasser verrät, dass es sich um eine Fuchsfrau handelt.
Im Stadtgebiet von Osaka, dort wo sich einst der Wald von Shinoda befand, existiert noch heute ein alter Schrein, der Kuzunoha geweiht ist. Natürlich ist es ein Inari Schrein. In ihm wird ein Stein aufbewahrt, in den sich die Füchsin schlussendlich verwandelt haben soll.
Tamamo no Mae
Tryptichon mit Tamamo no Mae und Yasunari
- Holzschnitt (Papier, Farbe) von Utagawa Kunisada
Bild © National Diet Library. (Letzter Zugriff: 2011/11/4)
Tamamo no Mae mit Yasunari, dessen Spiegel sie und ihre Fuchsarmee mit wahrem Gesicht zeigt (re), sowie dem Bogenschützen Miura-no-suke, der sie schließlich zur Strecke bringen wird.
Die Geschichte der Tamamo no Mae (Tamamo no Mae 玉藻の前 — legendäre Hofdame und Kurtisane des Toba Tennō; Fuchsgeist …⇒) spielt ebenfalls in der Heian Zeit und umfasst sogar ein Mitglied der Familie Abe, die auch in der Kuzunoha Legende vorkommt. Doch die Rolle der Füchsin ist beinahe spiegelbildlich angelegt:
Ein kinderloses Paar zieht ein Waisenmädchen auf, dessen Schönheit und Klugheit so außergewöhnlich sind, dass man selbst in der Hauptstadt davon erfährt. Man ruft sie an den Hof, wo sie den Namen Tamamo no Mae (Hofdame Juwelenseegras) bekommt und alle verblüfft, da sie selbst die kniffligsten Fragen zum Buddhismus beantworten kann. Als einmal in der Dunkelheit helles Licht aus ihrem Körper erstrahlt, wird sie für ein buddhistisches Wesen gehalten. Der Exkaiser Toba (er regierte als sog. Ex- oder Klosterkaiser von 1129-56, während sein Sohn Konoe das Amt des Tenno innehatte) verliebt sich in das Mädchen und macht sie zu seiner Geliebten. Doch bald erkrankt er an einem rätselhaften Leiden, dessen Ursachen sämtlichen Ärzten rätselhaft bleiben. Der Astrologe und Yin-Yang Meister Abe no Yasunari (ein Abkömmling des oben erwähnten Abe no Seimei) erkennt, dass der Exkaiser von Tamamo no Mae verhext wird. Diese sei in Wirklichkeit ein uralter Fuchsgeist mit zwei (in späteren Versionen neun) Schwänzen, ein Feind des Buddhismus, der es darauf abgesehen habe, fromme Herrscher zu Fall zu bringen. Yasunari lässt Tamamo zu Testzwecken selbst ein buddhistisches Ritual durchführen, sie aber ist dazu nicht im Stande, zeigt endlich ihre wahre Gestalt und flieht.
Nach einer langwierigen Expedition gelingt es schließlich den tapfersten Bogenschützen des Landes, Tamomo an ihrem Heimatort, der Nasuno-Ebene in der heutigen Präfektur Tochigi (nördlich von Tokyo), zur Strecke zu bringen. Von einem Pfeil tödlich getroffen verwandelt sie sich in einen giftigen „Todesstein“ (Sesshōseki), der jeden, der zu nahe kommt, tötet. Erst über zweihundert Jahre später gelingt es einem Zen Mönch namens Gennō (1329-1400), den Fluch der Tamamo no Mae zu bannen.
Tamamo no Mae
- Buchillustration (Papier, Farbe). Edo-Zeit; aus Kaibutsu gahon (Gespenster-Bilderbuch)
Bild © Kinsei fūzoku zue database. (Letzter Zugriff: 2010/9)
Tamamo no Mae, die Hofdame, die in Wirklichkeit ein neunschwänziger Fuchs ist.
Die Enttarnung der Tamamo no Mae
- Holzschnitt (Papier, Farbe) von Chikanobu. 1886
Bild © National Diet Library. (Letzter Zugriff: 2009/5)
Enttarnung der Tamamo no Mae durch den Priester Abe no Yasunari. Im oberen Bildteil sieht man sie als neunschwänzigen Fuchs, verfolgt von den tapfersten Bogenschützen des Landes.
Die Enttarnung der Tamamo no Mae (Abe no Yasuchika Tamamo no Mae o inoru)
- Holzschnitt (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi (1797–1861). Um 1835; 37.4 x 26 cm
Bild © Museum of Fine Art, Boston. (Letzter Zugriff: 2011/11)
William Sturgis Bigelow Collection
Exorzismus der Tamamo no Mae durch Abe no Yasunari (hier: Yasuchika) mit Hilfe eines Spiegels, in dem sie als neunschwänziger Fuchs erscheint.
Tamamo no Mae
- Holzschnitt (Papier, Farbe) von Ochiai Yoshiiku (1833–1904), Detail. 1864; aus der Serie Imayō nazorae Genji (Neue Nachbilder des Genji monogatari)
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2011/11/4)
Zunächst gelingt es Tamamo dank ihrer Zauberkünste die Pfeile der Verfolger an sich abprallen zu lassen.
Mönch Gennō
- Blockdruck (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi. Ca. 1850, Sangoku yōko zue („Fuchsmonster aus drei Reichen“); 37,6 x 25,9 cm
Bild © The British Museum. (Letzter Zugriff: 2011/11/4)
Der Zenmönch Gennō befriedet den Geist der Tamamo no Mae und beseitigt damit den Fluch des Todessteins, in den sich Tamamo schlussendlich verwandelt hat. Der volle Titel des Bildes lautet: „Gennō tut einen Scheltschrei und bringt damit den Geis des bösen Fuchses zum Verschwinden“ (Gennō ikkatsu shite akuko no rei o metsu su).
Kayō Fujin
- Blockdruck (Papier, Farbe) von Yoshitoshi; aus der Serie Wa-kan hyaku monogatari („Hundert [Gespenster-]Gesichten aus Japan und China“), 1865
Kayō Fujin ist die erste Inkarnation des neunschwänzigen Fuchs-Monsters in Indien, das sich später in Japan als Tamamo no Mae zeigen wird. Gemeinsames Merkmal: Die herrschende Dynastie zu stürzen.
Besonders interessant ist die Darstellung einer „Inderin“ in eropäischem Erscheinungsbild. Die Darstellung entstand kurz nach der erzwungenen „Öffnung“ Japans (1853), aber noch vor der Meiji-Restauration, als Japan von einer Welle anti-westlicher Ressentiments erfasst wurde.
Neunschwänziger Fuchs
- Holzschnitt von Kuniyoshi
Bild © Kichū shogazō database, National Diet Library. (Letzter Zugriff: 2009/5)
Auch in Indien trieb der neunschwänzige Fuchs sein Unwesen.
Neunschwänziger Fuchs in China
- Blockdruck (Papier, Farbe) von Kuniyoshi; aus der Serie Sangoku yōko zue („Fuchsmonster aus drei Reichen“), 1849–50
Bildquelle: The British Museum. (Letzter Zugriff: 2011/11/4)
Das neunschwänzige Fuchsmonster manifestiert sich in China als die Hofdame Dakki.
In einigen Versionen der Legende heißt es, Tamamo hätte bereits in früheren Erscheinungsformen die Kaiser von Indien und China verhext, sofern sie gläubige Buddhisten waren, und den Untergang ganzer Dynastien herbeigeführt. Dieses Motiv findet sich tatsächlich auch in chinesischen Fuchslegenden. Es wird bereits in mittelalterlichen Versionen der Tamamo Legende erwähnt, zu durchschlagender Popularität gelangten die außerjapanischen Fuchsfrauen aber durch den illustrierten Roman Ehon sankoku yōfuden („Gespensterfrauen aus den Drei Ländern“) von Takai Ranzan, mit Bildern von Teisai Hokuba, der zwischen 1803 und 1805 erschien.
Weitere Fuchsmotive
Fuchslichter am Ōji Inari Schrein zum Jahresende
- Blockdruck, nishiki-e (Papier, Farbe) von Utagawa Hiroshige (1797–1858). Edo-Zeit, 1857; aus der Serie Meisho Edo hyakkei (Hundert berühmte Ansichten von Edo), 1857
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2011/8)
Denman Waldo Ross Collection
Das Bild illustriert den Glauben, dass sich Füchse mit den ihnen eigenen Fuchslichtern (kitsunebi) am letzten Tag des Jahres an bestimmten Orten treffen. In diesem Fall handelt es sich um einen Zürgelbaum (enoki) in der Nähe des Inari Schreins von Ōji (heute im Stadtgebiet Tokyos). Enoki-Bäume wurden in der Edo-Zeit auch als eine Art Meilenstein in festgesetzten Entfernungen entlang der Überlandstraßen angepflanzt.
Fuchslichter (kitsunebi)
- Buchillustration (Papier, Farbe). 1882; aus Kaibutsu gahon (Gespenster Bilderbuch)
Bild © Kinsei fuzoku ezu database. (Letzter Zugriff: 2011/8)
Neben konkreten Geschichten illustrieren Edo-zeitliche Fuchsbilder auch allgemeine Vorstellungen über die Zauberkraft der Füchse. Auf der Abbildung oben sind bei genauer Betrachtung Lichter über den einzelnen Füchsen zu erkennen, sogenannte „Fuchslichter“, die nach volkstümlichen Vorstellungen die Seelen von Verstorbenen sein könnten.
Dass Füchse nicht immer durchtrieben und schlau sind, ist das Thema eines Kyōgen (komödiantisches Noh-Stück): Ein Fuchs nützt seine Verwandlungskunst um in Gestalt eines Mönchs einem Jäger ins Gewissen zu reden, doch keine Füchse mehr zu jagen. Er kann den Jäger zwar überzeugen, wird aber entlarvt, als er auf dem Rückweg selbst in eine Fuchsfalle tappt. Auf den folgenden Bildern ist dieser Fuchs in Mönchsgestalt dargestellt.
Kitsune im Gewand einer Nonne
- Hängerollbild von Shiba Kōkan (1747–1818), Detail
Bildquelle: The Kitsune page. (Letzter Zugriff: 2011/8)
Fuchsschrei (Konkai)
- Blockdruck, nishiki-e (Papier, Farbe) von Tsukioka Yoshitoshi (1839-1892); aus der Serie Tsuki hyakushi (Hundert Formen des Mondes), 1886
Bildquelle: Wikimedia Commons. (Letzter Zugriff: 2011/8)
Das Bild trägt den Titel eines komödiantischen Theaterstücks, in dem ein Fuchs die Gestalt eines Mönchs annimmt.
Fuchs und Fuchsfalle
- Hängerollbild von Katsushika Hokusai (1760–1849), Detail
Bildquelle: Muian. (Letzter Zugriff: 2011/8)
Der als Mönch verkleidete Fuchs kurz vor dem Tritt in die Falle.
Verwandte Themen
- Füchse und Tanuki (Hauptseite)
- Inari Fuchswächter (Bilderseite)
- Tanuki (Bilderseite)
Anmerkungen
- ↑ Zitat aus dem enzyklopädischen Werk Taiping yulan 太平御覧 aus dem 10. Jh., geht aber auf ältere Quellen zurück. Zitiert nach Rania Huntington, Alien Kind: Foxes and Late Imperial Chinese Narrative. Harvard Univ Asia Center, 2003, S. 1.
- ↑ Vgl. Nihon Ryo Wiki, Erzählung I-02
- ↑ Die etwas komplizierte Version des Kabuki-Dramas findet sich etwa bei Kabuki 21. [2007/1]
- ↑
Koishikuba/ tazune kite miyo/ Izumi naru// Shinoda no mori no/ urami Kuzu no ha
恋しくば / 尋ね来て見よ / 和泉なる / 信太の森の / うらみ葛の葉
Links
- Tamamo no mae, Kyoto University Library (en.). Teil des Web-Archivs Enjoying Otogi Zoshi.
- Nihon Ryo-Wiki, KitsuneLetzte Überprüfung der Linkadressen: Jul. 2011
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