Paradiese und Reine Länder

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Paradies heißt auf japanisch gokuraku (gokuraku 極楽Paradies; identisch mit dem Reinen Land → jōdo ), wtl. „höchstes Glück“. Wer gokuraku sagt, denkt als aller­erstes an das Reine Land (jōdo (jōdo 浄土Reines Land …⇒)) Amidas. Es ist eine Art Vor­stufe des Nirvana (निर्वाणNirvāṇa (skt., n.)„Auslöschung“, Ort der Erlösung von allem Leid …⇒) , und wer nach seinem Tod in dieses Reine Land hin­über­ge­boren wird, hat bereits den Fuß in der Tür zur end­gültigen Erlösung. Keine karmische (कर्मKarma (skt., n.)„Tat“, konse­quente Folge …⇒) Macht kann ihn mehr zur Wiedergeburt in einem der Sechs Wege zwingen. Nach den Vor­stel­lungen der Amidisten ist es nicht einmal not­wendig, im irdischen Leben die Er­leuch­tung zu erfahren. Wenn man nur im auf­richtigen Glauben an Amidas mildtätige Kraft stirbt, ist einem die Geburt im Reinen Land sicher. Um diese Vor­stel­lung haben sich im ja­pa­nischen Mittelalter ver­schiedene Richtungen ge­bildet, die auch heute noch einen be­trächt­lichen Teil des japanischen Buddhismus darstellen (s. dazu Kap. Geschichte, Amidismus).

Auch in China und Tibet, bzw. im gesamten Mahayana (महायानMahāyāna (skt., n.)„Großes Fahrzeug“, buddhistische Richtung …⇒) Buddhismus, ist der Glaube an Amidas Reines Land (skt. Sukhavati (सुखावतीSukhāvatī (skt., f.)„Reines Land“ …⇒) ) weit ver­breitet. Darüber hinaus gibt es aber noch andere Reine Länder oder para­diesische Vor­stufen des Nirvana, die anderen Buddhas zu­ge­ordnet sind. Gegenüber Amidas Reinem Land nehmen diese Paradiese aber einen unter­ge­ordneten Rang ein.

taima_fukui.jpg

Taima Mandara

Mandala (Seide, Farbe). 1721; im Besitz des Shōkaku-ji, Takefu-shi, Fukui-ken; 388,7 × 399,2 cm
Bild © Historisches Museum der Stadt Fukui. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Amidas Reines Land.

Taima Mandara (1721)

Schon in China wurde Amidas Paradies auf der Grundlage der Drei Amida Sutren (सूत्रsūtra (skt., n.)„Faden“, Lehr­rede des Buddha, kanoni­sche Schrift …⇒) auch bild­lich dar­ge­stellt. In Japan ist dieses Motiv vor allem in Form des so­ge­nannten Taima Mandara (Taima Mandara 当麻曼陀羅Darstellung von Amidas Reinem Land ) vertreten. Auf diesem mandala (मण्डलmaṇḍala (skt., n.)„Kreis“, schematische Dar­stel­lung der kosmischen Ordnung …⇒) nimmt Amida, flankiert von den Bodhisattva (बोधिसत्त्वBodhisattva (skt., m.)„Erleuchtetes Wesen“ …⇒) s Seishi Bosatsu (Seishi Bosatsu 勢至菩薩Bodhisattva Mahasthamaprapta; Begleiter → Amidas …⇒) und Kannon (Kannon Bosatsu 観音菩薩Bodhisattva Avalokiteshvara, wtl. „der den Klang der Welt erhört“; chin. Guanyin; „Bodhisattva des Mitleids“ …⇒) die zentrale Position ein. Die Dreier­gruppe sitzt in einer weit­läufigen Palast­anlage, die von einer Un­zahl himmlischer Wesen be­völkert ist. Im Vor­der­grund ist zu sehen, wie eben ver­storbene Gläubige im Reinen Land empfangen werden.

Eine weitere Variante von Paradiesbildern zeigt, wie Amida hinter hohen Bergen her­vor­tritt, um die Gläubigen zu empfangen (s.o.). Der Blick auf das Paradies bleibt dabei durch die Berge verstellt.

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