Wächtergötter und andere gestrenge Herren

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Bernhard Scheid, „Wächtergötter und andere gestrenge Herren.“ In: Religion-in-Japan: Ein Web-Handbuch. Universität Wien, seit 2001 (Stand: 24.4.2014). URL: http://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Ikonographie:Waechtergoetter?oldid=36242

Jedes religiöse Bauwerk in Japan, egal ob buddhistisch oder shinto­istisch, groß oder klein, bedarf zweier Wächter, die paar­weise links und rechts des Haupt­tores auf­ge­stellt sind. Sie halten böse Geister vom Heilig­tum fern und flößen den Gläubigen Respekt ein. Die Wächter bud­dhis­tischer Tempel gehören meist zur großen Gruppe der buddhistischen Devas, Schutz­götter mit indischem Ursprung (jap. tenbu tenbu 天部 Gruppe der indischen bzw. aus Indien übernommene Gottheiten (skt. Deva)siehe auch→ Ikonographie→ Kannon→ Myoo→ Kamakura→ Jenseits/Enma → mehr , oder -ten -ten wtl. Himmel; Göttertitel für eine eine aus Indien übernommene Gottheit (skt. Deva)siehe auch→ Ikonographie→ Gluecksgoetter→ Gluecksgoetter/Daikoku→ Symboltiere/Junishi ; -ten steht für „Himmel“, ist im Buddhismus aber ein Titel für einen Gott, bzw. ein Über­setzungs­wort für skt. deva देव deva (skt., m.) „Gottheit“, oberste Klasse indischer Götter; jap. ten 天 oder tenbu 天部siehe auch →  Ikonographie → Myoo→ Gluecksgoetter→ Gluecksgoetter/Benzaiten→ Jenseits/Ashura → mehr , „Gott“). Viele dieser Devas sind aus­ge­sprochen kriegerisch. Sie erinnern ihrem Aus­sehen nach an die Myōō Myōō 明王 wtl. „Licht-König“ oder „Mantra-König“; auch „Weisheits-König“; skt. Vidyārājasiehe auch Myoo → Ikonographie→ Kannon→ Kannon/Bato Kannon→ Myoo/Fudo → mehr , stehen aber hier­archisch tiefer (d.h. sie sind nicht ganz so erleuchtet und nicht ganz so mächtig). Auch treten sie zumeist in Zweier-, Vierer- oder noch größeren Gruppen auf. Diese Gruppen­ge­bunden­heit verleiht den Tenbu einen militärischen Charakter, was sie wiederum besonders als Wächterfiguren prädestiniert.

Torwächter (Niō)

Die Tempeltorwächter, denen man üblicherweise an den Eingängen großer Tempel be­gegnet, werden Niō Niō 仁王 Wächterfigur, Torwächtersiehe auch Nio → Tempel→ Ikonographie→ Tempel/Tempeltore→ Bekannte Schreine/Nikko → mehr genannt, was wörtlich „barm­herzige Könige“ bedeutet. Trotz dieses Namens schauen sie stets finster und furcht­ein­flößend drein. Die meisten Niō sind mit einem ein­zackigen vajra वज्र vajra (skt., m.) „Donnerkeil“, Ritualinstrument und Symbol des tantristischen/esoterischen Buddhismus; jap. kongō 金剛siehe auch →  Vajrapani → Bekannte Tempel/Berg Koya→ Mandala→ Yamabushi/En no Gyoja→ Mudra→ Dainichi → mehr be­waffnet, der aussieht wie ein an beiden Enden an­ge­spitzter Spieß. Ein Vajra (jap. kongō kongō 金剛 skt. Vajra; „Diamant“, magische Waffe, Donnerkeilsiehe auch Myoo → Kukai ) ist eine Art magische Waffe. Von diesem Vajra leiten sich auch andere Be­zeich­nungen für die Tor­wächter ab, die besser zu ihrem Aus­sehen passen: kongō rikishi kongō rikishi 金剛力士 Buddhistische Wächterfigur, „Vajra-Kraftkerl“; Synonym Niōsiehe auch→ Myoo/Vajrapani , Kongōshu Kongōshu 金剛手 Vajra-Hand, skt. Vajrapani; s.a. Niōsiehe auch Myoo → Myoo/Vajrapani , Kongō-ten oder Kongō-shin. Alle diese Namen bedeuten in etwa „Vajra-Gottheit“ und weisen auf die Ver­wandt­schaft dieser Tor­wächter mit dem „Leib­wächter“ des Buddha, Vajrapani वज्रपाणि Vajrapāṇi (skt., m.) „Vajrahand“, Vajraträger; jap. Kongōshu 金剛手siehe auch →  Vajrapani → Myoo hin.

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Vajra (kongōsho)

Ritualinstrument (Bronze). Heian-Zeit, 12. Jh.; Kongōbu-ji, Berg Kōya; ca. 25cm
Bild © Kūkai mandara: Kōbō Daishi to Kōya-san (Katalog), Reihōkan 2006, S. 54-55, Abb. 17

Vajra unterscheidet man nach der Anzahl der Zinken. Es gibt einzinkige (tokkosho), dreizinkige (sankosho) und fünfzackige (gokosho). Die hier abgebildeten Vajras gehören zu den Schätzen des Tempelbergs Kōya und zählen zu den ältesten Exemplaren in Japan.

Vajra (kongōsho) mit 5, 3 und 1 Zinken

A und HUM (agyō/ungyō)

Torwächter treten stets paarweise auf. In ihrer Darstellung gibt es immer einen kleinen, aber signifikanten Unter­schied: Einer hat den Mund geöffnet, der andere geschlossen. Der eine spricht nämlich gerade das Mantra „A“ aus, die erste Silbe des Sanskrit-Alphabets, der andere das Mantra „HUM“ (jap. un, bzw. n), die letzte Silbe. Zu­sammen ergeben die beiden Mantren मन्त्र mantra (skt., n.) Gebets­formel; jap. shingon 真言siehe auch →  Buddhismus Lehre → Ikonographie→ Mudra→ Myoo→ Gluecksgoetter → mehr a[h]um ("alpha und omega"), Anfang und Ende, die Ge­samt­heit aller Dinge. Die beiden Niō werden daher auch als a-gyō A-gyō 阿形 Bez. für einen Typ von Wächtergottheit; wtl. „A-Form“ (Figur, die ein „A“ ausspricht); Gegenstück von UN-gyōsiehe auch Nio → Imaginaere Tiere (A-Form) und un-gyō UN-gyō 吽形 wtl. „HUM-Form“ (Figur, die das Sanskritzeichen „HUM“, jap. un, ausspricht); Gegenstück von A-gyōsiehe auch Nio → Imaginaere Tiere (HUM-Form) bezeichnet.

Die Vier Himmelskönige

Die Gruppe der Vier Himmelskönige (Shi-Tennō Shi-Tennō 四天王 Die 4 Himmelskönige (Weltenwächter)siehe auch→ Ikonographie→ Gluecksgoetter→ Fruehzeit/Shotoku Taishi→ Yin und Yang→ Oni und Kappa → mehr ) repräsentiert die Himmelsrichtungen und bietet sich daher als Schutz vor Geistern aus allen Richtungen an. Dieser Aspekt wird in vielen Skulpturen deutlich, wo die Shitennō auf zu­sammen­getreten Dämonen stehen. Anführer der Himmels­könige ist Bishamon-ten Bishamon-ten 毘沙門天 Himmelswächter des Nordens, Glücksgottsiehe auch Bishamonten → Myoo→ Gluecksgoetter→ Myoo/Vajrapani→ Gluecksgoetter/Daikoku → mehr , alias Tamon-ten („der Alles Hörende“), der Hüter des Nordens. Er wird auch un­ab­hängig von den anderen Königen als Glücksgott verehrt.

Die Bezeichnung „Himmelskönig“ wird wie der japanische Tenno aus­ge­sprochen, aber mit anderen Zeichen ge­schrieben. In ganz Japan gibt es Tempel, Shitennō-ji oder Tennō-ji, in denen sie als Gruppe ver­ehrt werden. Auch der erste staatliche Tempel Japans, der Shitennō-ji Shitennō-ji 四天王寺 Ältester staatlicher buddh. Tempel, gegr. 593 im heutigen Osakasiehe auch Torii → Shinto→ Symboltiere/Drei Affen→ Fruehzeit/Shotoku Taishi→ Gluecksgoetter/Bishamonten in Osaka (Gründung 593) war ihnen geweiht.

Obwohl die Vier Himmelskönige auf indische Devas zurückgehen, ist ihre ikono­graphische Dar­stel­lung stark von China geprägt. Sie tragen chinesische Rüstungen und ihre Haut hat bisweilen die chinesische Symbol­farbe ihrer jeweiligen Richtung: Osten — grün, Süden — rot, Westen — weiß, Norden — schwarz.

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Kōmoku-ten

Skulptur (Holz, bemalt). Nara-Zeit, 8. Jh.; „Nationalschatz“; Tōdaiji (Kaidan-dō), Nara; Höhe: 170 cm

Wächter des Westens aus der Gruppe der Vier Himmelskönige.

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Tamon-ten (Bishamon-ten)

Skulptur (Holz, bemalt). Nara-Zeit, 8. Jh.; „Nationalschatz“; Tōdaiji (Kaidan-dō), Nara; Höhe: 164,5 cm
Bildquelle: Huntington Archive. (Letzter Zugriff: 2012/2/22)

Wächter des Nordens und Anführer der Gruppe der Vier Himmelskönige.

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Zōchō-ten

Skulptur (Holz, bemalt). Nara-Zeit, 8. Jh.; „Nationalschatz“; Tōdaiji (Kaidan-dō), Nara; Höhe: 164,5 cm

Wächter des Südens aus der Gruppe der Vier Himmelskönige.

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Jikoku-ten

Skulptur (Holz, bemalt). Nara-Zeit, 8. Jh.; „Nationalschatz“; Tōdaiji (Kaidan-dō), Nara; Höhe: 160,5 cm

Wächter des Ostens aus der Gruppe der Vier Himmelskönige.

Die Vier Himmelskönige (Tōdaiji, Nara-Zeit; „Nationalschatz“)
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Kōmoku-ten (skt. Virupaksha)

Statue. Kamakura-Zeit; Yakushi-ji, Nara

Himmelskönig des Westens. Einer der vier Himmelskönige des Tempels.

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Tamon-ten oder Bishamon-ten (skt. Vaishravana)

Statue. Kamakura-Zeit; Yakushi-ji, Nara

Himmelskönig des Nordens und zugleich Anführer aller Himmelswächter. Zählt außerdem zu den Sieben Glücksgöttern. Auf seiner offenen Handfläche sollte eigentlich eine Pagode stehen.

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Zōchō-ten (skt. Virudhaka)

Statue. Kamakura-Zeit; Yakushi-ji, Nara

Himmelskönig des Südens. Einer der vier Himmelskönige des Tempels.

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Jikoku-ten (skt. Dhritarashtra)

Statue. Kamakura-Zeit; Yakushi-ji, Nara

Himmelskönig des Ostens. Einer der vier Himmelskönige des Tempels.

Die Vier Himmelskönige (Yakushi-ji, Nara, Kamakura-Zeit)
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Die Vier Himmelskönige (Shitennō)

Querbildrolle (Papier, Farbe), Detail. Edo-Zeit, 1702
Bild © Ryūgoku University Library. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Die Vier Himmelskönige (von rechts nach links: Osten = Jikoku-ten , Süden = Zōchōten, Norden = Tamon-ten, Westen = Kōmoku-ten) in einem Handbuch der buddhistischen Ikonographie, Zuzōshō (1239), hier in einer Kopie aus der Edo-Zeit. Seltsamerweise dürfte dem Kopisten hier ein Fehler unterlaufen sein, denn neben Jikoku-ten, der ersten Figur von rechts, steht „sein Körper ist blaugrün (aoiro)“, während bei Zōchō-ten, der Figur daneben, steht „sein Körper ist rot“. Dies entspricht auch der Zuordnung der Farben zu den jeweiligen Himmelsrichtungen, auf der Abbildung sind die Farben jedoch vertauscht.

Die Vier Himmelskönige in einem ikonographischen Handbuch (Edo-Zeit)

Der Vergleich zwischen dem traditionellen Handbuch für buddhistische Künstler und einem Set von tatsächlich ausgeführten Statuen zeigt, dass die grundsätzliche Erscheinungsform der Vier Könige — wie bei anderen buddhistischen Statuen auch — schon lange weitgehend standardisiert ist. Allerdings sind hinsichtlich der Attribute Varianten möglich. Kōmoku-ten (links) kann beispielsweise auch Pinsel und Papierrolle in den Händen halten. Der wichtigste der vier, Bishamon-ten, verfügt auch hinsichtlich seiner Darstellung über die meisten Varianten (siehe dazu die Sidepage Bishamon-ten).

Die Zwölf Generäle

Neben den Himmelskönigen gibt es noch eine andere kriegerische Tenbu-Truppe, die Zwölf Gött­lichen Generäle (Jūni Shinshō Jūni Shinshō 十二神将 Die Zwölf Göttlichen Generälesiehe auch→ Gluecksgoetter/Bishamonten→ Symboltiere/Junishi ) des Yakushi Nyorai Yakushi Nyorai 薬師如来 Buddha der Medizin; skt. Bhaisajyagurusiehe auch Ikonographie → Tempel→ Bekannte Schreine/Nikko→ Shaka→ Dainichi/Daibutsu → mehr . Ähnlich wie die Vier Könige stehen auch die Zwölf Generäle mit kosmologischen und astrologischen Kategorien Verbindung. So wurde zum Beispiel jedem General eines der Zwölf Tierkreiszeichen zugeordnet. Auch in dieser Gruppe spielt Bishamon-ten die Rolle eines Anführers, allerdings unter einem weiteren seiner Beinamen, Kubira Taishō.

Fūjin und Raijin

Statt der oben erwähnten Niō können auch der Windgott (Fūjin Fūjin 風神 Windgott; auch Fū-tensiehe auch Wind und Donner ) und der Donnergott (Raijin Raijin 雷神 Donnergott; auch Rai-tensiehe auch Wind und Donner → Symboltiere/Namazu-e ) am Ein­gang eines Tempels Wache stehen. Fūjin und Raijin werden auch als Fū-ten und Rai-ten be­zeich­net, was sie als Ab­kömmlinge der indischen Devas (tenbu) auszeichnet. Sie sind eng mit der Ver­ehrung des Bodhisattva बोधिसत्त्व Bodhisattva (skt., m.) „Erleuchtetes Wesen“; jap. bosatsu 菩薩siehe auch →  Buddhismus Lehre → Tempel→ Ikonographie→ Tempel/Pagoden→ Kannon→ Matsuri/Phalluskulte → mehr Kannon Kannon 観音 Bodhisattva Avalokiteshvara, wtl. „der den Klang der Welt erhört“; chin. Guanyin; „Bodhisattva des Mitleids“siehe auch Kannon → Bekannte Tempel→ Bekannte Tempel/Asakusa→ Bekannte Schreine/Fushimi→ Bekannte Schreine/Nikko→ Matsuri/Phalluskulte → mehr verbunden. Als Wächter­ge­stalten findet man sie z.B. im Ein­gangs­tor des Sensō-ji Sensō-ji 浅草寺 Tempel in Tokyo; auch: Asakusa-derasiehe auch Asakusa → Jahr/Shogatsu→ Jahr→ Waechtergoetter/Wind und Donner , des Kannon-Tempels in Asakusa, Tokyo, das daher auch Kaminarimon Kaminarimon 雷門 Kaminarimon, wtl. Donnertor; Haupttor des Sensō-ji in Tokyosiehe auch Asakusa , Donner-Tor, ge­nannt wird. Auch in der Halle der tausend Tausend­armigen Kannon-Statuen in Kyoto (Sanjūsangen-dō Sanjūsangen-dō 三十三間堂 33 Klafter Halle; Kannon-Tempelhalle in Kyotosiehe auch Kannon → Waechtergoetter/Wind und Donner→ Hoellen/Hungergeister ) sind zwei sehr schöne Bei­spiele dieser beiden Götter zu finden. Das berühmteste Wind-Donner­gott Paar ist aber auf einem Wand­schirm des Edo Edo 江戸 Sitz der Tokugawa Shogune, 1600–1867 (= Edo-Zeit); heute: Tokyosiehe auch Geschichtsperioden → Sandkiste→ Buddhismus→ Bekannte Tempel→ Shinto→ Stereotype/Herrigels Zen → mehr -zeitlichen Künstlers Ogata Kōrin (1658–1716) abgebildet. Hier sind die beiden Götter erstmals als Hauptpersonen dargestellt.

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Donnergott (raijin)

Wandschirmgemälde von Ogata Kōrin (1658–1716)
Bildquelle: Wikimedia Commons (jap.). (Letzter Zugriff: 2011/7)

Nach einer Vorlage von Sōtatsu (um 1600).

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Windgott (fūjin)

Wandschirmgemälde von Ogata Kōrin (1658–1716)
Bild © Wikimedia Commons (jap.). (Letzter Zugriff: 2011/7)

Nach einer Vorlage von Sōtatsu (um 1600).

Donnergott und Windgott

Weitere Tenbu-Gottheiten

Eine Sonderstellung unter den Deva-Gottheiten nimmt Enma-ten Enma 閻魔 skt. Yama; König oder Richter der Unterwelt; auch Enra; meist als Enma-ten oder Enma-ō angesprochensiehe auch Enma → Ikonographie→ Jizo→ Myoo→ Jenseits → mehr (skt. Yama यमराज Yama (skt., m.) Gottheit der Unterwelt und des Todes; jap. Enma 閻魔siehe auch →  Wächtergötter → Myoo→ Jenseits→ Heian Zeit→ Jenseits/Enma ), der Oberste Richter der Unter­welt ein. Er be­herrscht einen dem chinesischen Be­amten­staat nach­empfundenen Gerichts­hof, der nach dem Ableben eines Menschen über dessen nächste Wieder­geburt entscheidet. Auf ihn wird im Kapitel „Mythen“, Enma genauer eingegangen.

Daneben umfasst die Kategorie der Devas eine ganze Reihe weiblicher Gott­heiten, bei­spiels­weise Benzaiten Benzaiten 弁才天/ 弁財天 Glücksgöttin, Gottheit des Wassers, der Musik und der Beredsamkeit; skt. Sarasvati; auch: Bentensiehe auch Benzaiten → Ikonographie→ Schreine/Torii→ Bekannte Schreine→ Bekannte Schreine/Itsukushima→ Matsuri/Hadaka matsuri → mehr . Sie wirken auf modernen Statuen meist mild und betont weiblich, im japanischen Mittel­alter konnten aber auch sie — ähnlich wie ihre Vor­gänger­innen im indischen Buddhismus — höchst un­heim­liche und martialische Erscheinungsformen annehmen.

Viele Deva-Gottheiten bekamen innerhalb des japanischen Pantheons eine Be­deutung zu­ge­sprochen, die weit über ihre Rolle im bud­dhis­tischen Kanon hin­aus­geht. Sie erfuhren Einzel­kulte, bekamen eigene Tempel und wurden schließ­lich soweit an die ein­heimischen Götter (kami kami japanische Gottheitsiehe auch Shinto → Buddhismus Lehre→ Schreine→ Weltbild→ Ikonographie→ Omairi → mehr ) an­ge­glichen, dass sie heute auch in Shinto Schreinen ver­ehrt werden. Diesem Phänomen ist die folgende Seite der Glücksgötter gewidmet.

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