Japanische Pagoden
Gojū-tō. Hōryū-ji, Nara-ken
err. 711; Typ: tajū; Holz; Höhe: 32,5m;"Nationalschatz"
Ein charakteristisches Merkmal ist das relativ breite Untergeschoß. Siehe auch Skizze (u.).
Bild:
Loneley
Trip (2005/5)
Gojū-tō.
Kōfukuji,
Nara
err. 730, zerstört; wiedererr. 1426
Typ: tajū, Holz; Höhe: 35.6m;
"Nationalschatz"
Bild:
S_Minaga 2003
(2009/6)
Gojū-tō. Tō-ji (Kyōōgokoku-ji), Kyoto
err. 1644; Typ: tajū; Holz; Höhe: 54,8m; "Nationalschatz"
Größte Holzpagaode Japans
Bild:
FotoBob (flickr) 2008
(2009/4)
Gojū-tō. Itsukushima Schrein, Hiroshima-ken
err. 1407, Typ: tajū; Holz; Höhe: 28 m
Teil des frisch angestrichenen UNESCO-Kulturerbes von
Miyajima
Bild: mambo (
flickr)
2007 (2007/6)
Gojū-tō. Tōshō-gū,
Nikkō
err. 1650, zerstört; wiedererr. 1712
Typ: tajū; Holz; Höhe: 31,8m
"Wichtiges Kulturgut". Besonders schlanke Form
Gojū-tō. Murōji, Nara-ken
err. 9. Jh. (frühe Heian-Zeit) Typ: tajū; Holz; Höhe: 16
m
"Nationalschatz". Besonders klein
Bild: Michael Tiedemann, 2000
Östliche Pagode (Tōtō). Yakushi-ji, Nara
err. 730; wiedererr. ? Typ: tajū; Holz; Höhe: 33.6m;
"Nationalschatz"
Gilt als 3stöckige Pagode, die eingeschobenen Zwischendächer
verleihen ihr aber eine besondere Note (s. Skizze).
Westliche Pagode (Saitō). Yakushi-ji, Nara
err. 730?, zerstört; wiedererr. 1981; Typ: tajū; Holz; Höhe:
36m
Rekonstruktion auf Grundlage der Östlichen Pagode (s. voriges Bild).
Auch diese war ursprünglich rot lackiert.
Sanjū-tō. Hokki-ji, Nara-ken
err. 706(!); Typ: tajū; Holz; Höhe: 24m
älteste dreistöckige Pagode Japans, Nationalschatz
Bild:
Nihon no tō 2005
(2007/6)
Sanjū-tō. Shinshō-ji, Narita
err. 1712, zerstört; wiedererr. 1803; Typ: tajū; Holz; Höhe:
27m
Bild:
Christoph Gerlach 2006
(2006/07)
Sanjū-tō. Ryōsen-ji, Nara
err. 1356; Typ: tajū; Holz; Höhe 17,6m
"Wichtiges Kulturgut"
Sanjū-tō. Hiyoshi Jinja, Gifu
err. 1520; renov. 1947; Typ: tajū; Holz; Höhe: 24,6m
Diese Pagode steht auf einem Schreingelände!
"Wichtiges Kulturgut"
Sanjū-tō. Seigando-ji, Wakayama
err. 1972; Typ: tajū; Beton; Höhe: 25m
Im Hintergrund der berühmte Nachi-Wasserfall.
Bild:
Wada Yoshio, 2003.
Hakkaku-tō. Anraku-ji, Nagano-ken
err. um 1300; Holz; Höhe: 18.65m. "Nationalschatz"
Einziges Beispiel einer achteckigen Pagode. Vom chinesischen Chan-Stil
beeinflusst
Bild:
Nihon no
tō 2004 (2007/2)
Jūsanjū-tō. Tanzan Jinja, Nara-ken
err. 678, zerstört; wiedererr. 1532; Typ: tajū; Holz; Höhe:
16,2m
Einzige erhaltene 13stöckige Pagode in Japan! "Wichtiges Kulturgut"
Tahō-tō. Ishiyamadera, Shiga-ken
err. 1194; Typ: tahō; Holz; Höhe: 17,2m;
"Nationalschatz"
Ältestes erhaltenes Beispiel dieses Formtyps.
Tahō-tō. Kongōsanmai-in,
Berg
Kōya
err. 1223; Typ: tahō; Holz; Höhe: 15,6m;
"Nationalschatz"
Diese Form ist besonders für Shingon Tempel charakteristisch.
Westliche Pagode (Saitō). Kongōbu-ji,
Berg
Kōya
err. 1834; Typ: tahō; Holz; Höhe: 27,3m
Konpon Daitō. Kongōbu-ji,
Berg
Kōya
err. 1937; Typ: tahō, Beton; Höhe: 48,5m
Tōtō (Östliche Pagode). Enryaku-ji,
Berg
Hiei
err. Heian-Zeit(?), zerst. 1571, neu err. 1980
Typ: nijū daitō, Holz; Höhe: 30m
Im Unterschied zum tahō-Typ ist auch das Obergeschoß quadratisch.
Japanische Pagoden verstehen sich als Abbild der Grabstätte Buddhas,
haben sich aber von der ursprünglichen Form, dem Stupa,
recht weit entfernt. Es sind typischerweise schlanke, turmartige Bauwerke,
die im wesentlichen aus mehreren wie Hütchen auf einander gestapelten
Dachkonstruktionen bestehen. Diese Pagoden bezeichnet man als tajūtō 多重塔 (mehrstöckige
Pagode). Fast alle japanischen Pagoden dieses Typs bestehen entweder aus
drei (三重塔 sanjūtō) oder fünf
(五重塔 gojūtō) Stockwerken. Sie haben
einen quadratischen Grundriss und verjüngen sich mit zunehmender Höhe
ein wenig.
Abb. links: Fünfstöckige Pagode des Horyū-ji.
Abb. unten: Dreistöckige Pagode des Yakushi-ji, Nara mit den ungewöhnlichen Zwischendächern.
Bild: Kodansha Encylodedia of Japan, 1983
Tajūtō Pagoden aus Holz stellen den ältesten
Pagodentyp Japans dar, der im sechsten und siebenten Jahrhundert von China
und Korea übernommen wurde, dort aber kaum noch erhalten ist.
Daneben gibt es auch immer wieder Pagoden eines eher gedrungenen Typs,
den man als tahōtō 多宝塔 (wtl. Vielschatzpagode)
bezeichnet. Tahōtō Pagoden besitzen lediglich ein Untergeschoß und ein Obergeschoß. Das quadratische Untergeschoß wölbt sich zu einer Halbkugel, auf der das runde Obergeschoß aufsitzt.
Dieser Bautyp ist jünger und verbreitete sich mit dem esoterischen
Buddhismus in Japan. Heute sind Vielschatzpagoden vor allem in Shingon Tempeln
zu finden.
Sonderformen
Sōrin-tō. Rinnō-ji,
Nikkō
err. 1643, Typ: sōrintō; Bronze; Höhe: 17,5m
Bild:
Nihon
no Tō
Dieser seltene, raketenförmige Pagodentyp besteht lediglich aus dem
beringten Stab (sōrin), der üblicherweise die Spitze
einer Pagode bildet. Er dient als Sutrenspeicher.
Kinji hōtō mandara. (Schatzpagode aus Goldlettern)
Chūson-ji, Hiiraizumi, Iwate-ken. 12. Jh, Goldtinte auf blauschwarzem
Grund.
Neunstufige Pagode bestehend aus Schriftzeichen, die zusammen ein Kapitel
des Goldglanz Sutras ergeben.
(Detailansicht)
Das Wort "Pagode" (塔 tō) bezeichnet im Japanischen
aber nicht nur Bauwerke, sondern auch Steinmonumente, die zumeist als Grabsteine
dienen. Auch sie sind stockwerkartig unterteilt, unterliegen aber wieder
einer eigenen Form- und Symbolsprache.
Mehr dazu auf der Seite Gorintō:
Stupa der Fünf Elemente.
Links
- tou 塔 (Pagode),
JAANUS Eintrag zum Thema "Pagoden" (eng.) .
Japanische Pagodensammlungen: