Myōken Daibosatsu

Aus Kamigraphie
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Gottheit oder numinose Erscheinung
Name Bodhisattva Myōken 妙元菩薩 („himmlische Sicht“)
Sonstige Namen Bodhisattva Myōgen 妙見菩薩, Sudrsti (Sanskrit), Myōken Daishi 妙見大士 , Sonjōō bzw. Sonshōō 尊星王, Hokushin Bosatsu 北辰菩薩
Rel. Zugehörigkeiten Buddhismus
Herkunft Indien
Ikonographie dargestellt mit zwei oder vier Armen
Attribute, Begleiter Lotusblüte mit sieben Sternen; Mudra; Schwert; Pinsel; Sonne; Mond
Funktion, Wirkkraft Vergöttlichung des Polarsterns
Myoken.jpg

Der Bodhisattva Myōken 妙元菩薩, wird auch Bodhisattva Myōgen 妙見菩薩, Sudrsti (Sanskrit), Myōken Daishi 妙見大士 , Sonjōō bzw. Sonshōō 尊星王, Hokushin Bosatsu 北辰菩薩 usw. genannt. Er ist eng verbunden mit dem Taiitsu 太一 im Daoismus und Hokushin 北辰 der japanischen Frühreligionen.

Ursprünge und Bedeutung

Myōken war ursprünglich die Indische Gottheit Sudrsti, die einen vergöttlichten Nordstern darstellt. Der Name in Sanskrit bedeutet „Der mit der guten Augensicht“. Laut Arechi geht diese Bezeichnung darauf zurück, dass ein Doppelsternsystem des großen Scheffels - oft zusammen mit Sudrsti dargestellt - im alten Indien angeblich zur Überprüfung der Augensicht verwendet wurde (Arechi 2007). Bei Myōken („himmlische Sicht“) handelt es sich also um eine Transkription dieser Bedeutung (N.N. 2007).

Die Figur des Myōken vermischte sich nach der Einführung des Buddhismus in China zusehends mit daoistischen Elementen. Die Bedeutung des Nordsternglaubens in China und die hervorragende Stellung des Polarsterns in der chinesischen Astronomie führte zu einer versärken Verehrung des Myōken in der Tang Dynastie (618-907), die den Daoismus als Staatsreligion bevorzugte (Arechi 2007). Laut Nihon ryōiki 日本霊異記, begann man ab dem 9. Jahrhundert in Japan Myōken zu verehren. In Japan vermischte sich seine Bedeutung zusätzlich mit dem bereits vorhandenen Nordsternglauben in der Form des Hokushin 北辰 (N.N. 2007). Die Einführung des Myōken Bosatsu in Japan erfolgte hauptsächlich durch die buddhistische Shingon Sekte (als Myōken) und die Tendai Sekte (als Sonjōō 尊星王; ehrenwerter Himmelskönig), von denen der Mönch Ennin auf seiner Pilgerreise nach China buddhistische Tempel besuchte und eine Kopie des Myōken nach Japan brachte. Dies ist in seinem Reisetagebuch Nitto junreiki dokumentiert.

Myōken gilt als Beschützer der Nation, Bewahrer vor Katastrophen und als Verantwortlicher für ein langes Leben und Glück (Iwai 2006). Er gilt zudem als Beschützer vor Feuer und vor Augenkrankheiten (N.N. 2007). Myōken ist zwar dem Namen nach ein Boddhisattva, aber er wird eigentlich zu den Deva gezählt (N.N. 2008, N.N. 2007).

Darstellung in der Kunst

Es gibt keine fest vorgebene Darstellung von Myōken in der Kunst, aber viele Bildquellen haben gewisse Gemeinsamkeiten:

  • Die Gottheit wird meistens mit zwei oder vier Armen dargestellt.
  • Außerdem beinhalten die Abbildungen zu meist auch Gestirne oder andere astronomische Körper.
  • Oft hält die Gottheit eine Lotusblüte mit den sieben Sternen des großen Scheffels in ihrer linken, während die rechte Hand zu einem Mudra, in diesem Fall eine Geste zum Predigen des Dharmas, geformt ist.
  • Manchmal hält Myōken auch ein Schwert, einen Pinsel oder Sonne und Mond in ihren Händen.
  • Sie wird auch beim Reiten auf einer Schildkröte, einer Schlange oder einem blauen Drachen abgebildet (Iwai 2006).
  • Darüber hinaus wird die Gottheit manchmal auch als Mann in höfischer, zeremonial Kleidung oder auch als Knabe oder Mädchen abgebildet. (N.N. 2008)

Die Darstellung mit einem Schwert findet sich auch in einem Bild von Kuwagata Keisai (1764-1824), einem Maler der Kano Schule, wieder (Arichi 2007). Die obige Zeichnung zeigt die vierarmige Gottheit mit einem Schreibpinsel, mit dem sie die Namen lebender und toter Menschen in ein Todesregister eintragen kann.

Quellen



Dieser Artikel wurde ursprünglich für das Schwesterprojekt Hachiman-no-pedia verfasst.