Die Bambara-Sprache (Bamanankan)Typus:Das Bambara ist eine Mandesprache und gehört daher nach Greenberg zu einer der sieben Untergruppen des Niger-Congo. Bambara ist wie nahezu alle anderen Mandesprachen eine Tonsprache und weist zwei verschiedene Tonhöhen, Hoch- und Tiefton, auf. Die Laute entsprechen weitgehend denen der deutschen Sprache. Bambara ist reich an Wortbildungselementen (Morphologie). Die Symbolik hat viele Gemeinsamkeiten mit hiesigen Umgangssprachvarianten. Ursprung:
Kultur der Mandekanvölker:Die Bambara bzw. Mandekan-Völker sind vorwiegend Bauern und Händler. Sie haben eine große Geschichte vorzuweisen, so gründeten sie verschiedene große Königreiche wie z.B. das Königreich Mali vom 13.-15.Jh. (ca. 1 Mill. km2 Fläche!) das Königreich von Segou im 18.-19.Jh. das Reich des Widerstandskämpfers Alimamy Samori-Touré im 19.Jh. Die Kultur der Mandekan-Völker ist berühmt für ihre Griots, singende Künstler, die die Tradition von Familien und Reichen überliefern. Verbreitung:Bambara ist die dominierende Verkehrssprache oder Lingua Franca im westlichen Teil Westafrikas; beginnend von Senegal-Mauretanien bis Burkina Faso, Elfenbeinküste (Côte-d’Ivoire) im Westen. Insgesamt wird das Mandekan heute von 35-40 Millionen Menschen gesprochen. Das Bambara selbst wird nach inzwischen älteren Studien von zumindest 80% der Bevölkerung Malis mit steigender Tendenz beherrscht. Verbreitung der Mandekan-Sprachen (in Tausend, Stand 1991, Quellen: Brann, Brauner u.a..). Diese Zahlen sind auf heute hochzurechnen (3-4% Zuwachs/Jahr), somit käme man heute auf 35-40 Millionen Menschen, die Mandekan sprechen.
Wie kam es zur Verbreitung:Die enorm dynamische Verbreitung von Bambara/Mandekan erklärt sich durch: a) die Rolle als Sprache der Händler bei westafrikanischem Handel, spez. des Colanußhandels b) die Wahlsprache der französischen Kommandotruppen, der tirailleurs sénégalais während der Kolonialzeit c) sein großes Prestige als Nachfolgesprache des Königreichs von Mali d) die Arbeitsmigration von Millionen Sahelianern in die Küstengebiete, die eine Verkehrssprache erforderlich machte; e) den enormen internationalen Erfolg der Musik der Mandevölker. Sprachunterricht:Der vollständige Zyklus dauert 4 Semester. Im Unterricht wird die Variante Bambara unterrichtet, wobei auch auf die anderen Mandekandialekte eingegangen wird. Der Unterricht ist besonders praxisorientiert ausgerichtet. Die Studierenden erhalten neben dem Sprachtraining, zu dem persönliche aktive Mitarbeit notwendig ist, umfangreiche Informationen über Gesellschaft und Kultur. Dadurch sollen sie sich sowohl sprachlich wie kulturell in den Sprachgebieten der Mandevölker schnell zurechtfinden können. Unterrichtsmittel:Prinzipielle Unterrichtsmittel: a) Skriptum der Grammatik der Bambara-Sprache, dessen Elemente allwöchentlich in den Vorlesungen ausgeteilt werden; b) Wörterbuch der Bambarasprache (Ebermann: Kleines Wörterbuch der Bambara-Sprache, 4000 Einträge). darüber hinaus 1) Lesematerialien in der Bambarasprachen:
2) Filme in der Bambara-Sprache:
3) Musik: Wir hören uns Lieder von führenden Griots und modernen Musikern an, interpretieren ihre Lieder und gesellschaftliche/soziale Hintergründe, wie z.B.:
Darüber hinaus laden wir vereinzelt Wissenschaftler zu Gastvorträgen ein, die sich mit verschiedenen Details der Mandekansprachen näher befaßten, wie Dr.Martina Gajdos, welche über die Körpersprache zweier Mandevölker arbeitete. Vernetzung:Sehr gute Kontakte zu allen führenden Universitäten in Europa, an denen Bambara bzw. Mandekan unterrichtet wird (z.B. Köln, Bayreuth, Paris) und daher die Möglichkeit für fortgeschrittene Studenten, über das Erasmus-Programm ihre Studien auch anderswo im Bereich der Mandestudien komplementieren zu können. Die Vortragenden:Erwin Ebermann:Verantwortlich für den Unterricht der Grammatik (Vorlesungen Einführung I-IV). Studium der Afrikanistik an der Universität Wien. 7 Jahre Aufenthalt in Afrika, die Hälfte davon Forschung in Bambara(Mande)Sprachgebieten. 6 Bücher, u.a. ein Lexikon der Bambarasprache und ein Lesebuch (Bambara-Deutsch) über die Geheimbünde der Bambara und deren Erziehungsmechanismen. Auch soziologische Forschungen über Entwicklungsfragen und Generationskonflikte in Bambaradörfern bzw. über die Integration von Afrikanern in Wien Mamadou Kone:Für die praktische Sprachausbildung verantwortlich (Texte für Fortgeschrittene, Übungen, Konversation). Geboren in Bamako in Mali, vorher Sprachlehrer in Mali (Englisch), Mitarbeit bei Forschungen über Dorfentwicklung des Soziologischen Instituts in Mali. Gabriele Slezak:Für Bambara-Texte verantwortlich (Texte). Studium der Afrikanistik. Mehrmaliger Aufenthalt in Bambara(Mandekan-)Kerngebieten. Forschung über die Sprache der cabarets (Art Buschenschanken) in Bobo-Dioulasso. |