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4 Forschungsansatz III: Diskurstheorien und Poststrukturalismus
Poststrukturalismus in der Kunst: Die Repräsentationen von Dingen folgen nicht den Regeln der Dinge selbst, Bild: "Golconde" von René Magritte 1953, Öl auf Leinwand, Bild: Wikipedia
Poststrukturalistische Theorien knüpfen kritisch an die Thesen des Strukturalismus und dessen relationales Denken an, verbinden es aber mit geschichtstheoretischen und mit machttheoretischen Fragen.
Poststrukturalistischen Theorien geht es stets um die Historisierung und Kontextualisierung von Begriffen und Theorien (allgemeiner: Wissensformen). Im Zentrum dieser Ansätze stehen oft Fragen nach den Macht- und Herrschaftsverhältnissen, die zu einer jeweils spezifischen Bedeutung eines bestimmten Begriffs bzw. einer bestimmten Kombination von Begriffen geführt haben; weiters auch, auf welche Weise bestimmte Wissensformen die jeweiligen Machtverhältnisse mitgestalteten, und zugleich, welche Widerstandsformen es gegen eine bestimmte "hegemoniale" Fixierung einer Bedeutung gibt und gegeben hat.
Grundlage des Poststrukturalismus: (Sozial-)Konstruktivismus
Eine wesentliche wissenschaftstheoretische Grundlage poststrukturalistischer Theorien ist der (Sozial-)Konstruktivismus. Konstruktivistische Theorien haben vor allem die positivistischen Vorstellungen über Realität und über Wahrheit kritisiert. KonstruktivistInnen wenden sich gegen Behauptungen, dass Wahrheit in der Übereinstimmung "mit einer als absolut unabhängig konzipierten, "objektiven" Wirklichkeit" (Glasersfeld; zit. n. Villa 2006, 77) bestehe.
KonstruktivistInnen argumentieren dagegen – mit Immanuel Kant –, dass "der Verstand seine Gesetze nicht aus der Natur schöpft, sondern sie ihr vorschreibt". Die Welt sei das, was wir in ihr sehen. "Eine Welt jenseits des Tuns und jenseits der Wahrnehmung gibt es für Menschen nicht." (Villa 2006, 77). "Wir können unsere Wahrnehmung eines Apfels nur mit andren Wahrnehmungen vergleichen, aber niemals mit dem Apfel selbst, so wie er wäre, bevor wir ihn wahrnehmen." (Glasersfeld, zit. n. Villa 2006, 77f). "Es ist also unmöglich, die Wahrnehmung eines Gegenstands mit dem Gegenstand selbst zu vergleichen, weil Wahrnehmung und Wahrgenommenes nicht zuverlässig voneinander zu trennen sind." (Villa 2006, 78).
Gegen (harte Formen von) (Sozial-)Konstruktivismus argumentieren insbesondere der Soziologe Pierre Bourdieu (1930-2002) und der Critical realism (Sayer 2000).
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| 4.1 | Exkurs: Strukturalismus | |
| 4.2 | Diskurs und Diskurstheorien | |
| 4.3 | Diskurstheorie und Diskursanalyse | |
| 4.4 | Michel Foucaults Diskurstheorie und Diskursanalyse |
