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up 7 Kulturtheorien in den Sozialwissenschaften

7.7 Cultural Studies als Weiterentwicklung der Ideologietheorie von Althusser (Stuart Hall)

Die Cultural Studies umfassen auch Richtungen, die sich stärker an Louis Althussers Ideologietheorie orientieren und Kultur als Feld der Auseinandersetzung um politisch-gesellschaftlich wirksame Produktionen von (ideologischen) Bedeutungen verstehen. Kultur wird dabei als Ort und als Mittel der Grenzziehung und Bildung von "Differenzen", der Inklusion und Exklusion (inklusive Subversion der herrschaftsförmigen Bedeutungen und Repräsentationen) gesehen. Diese Ansätze betonen den Zusammenhang von Bedeutungsproduktion mit Macht- und Herrschaftsverhältnissen und fragen danach, welche sozialen Kräfte aus welchen Motiven heraus welche Bedeutungen reproduzieren bzw. verändern wollen.

Stuart HallStuart Hall ist einer der Begründer der Cultural Studies, Bild: Florida International University

Ein zentrales politisch-ideologietheoretisches Thema ist dabei die Frage nach Politiken bzw. Regimen der Repräsentation: Wer wird in welchen Medien und Diskursen mit welchen Mitteln in welchem Interesse wie dargestellt? Wie werden "Differenzen" wie weiß/schwarz, männlich/weiblich, inländisch/ausländisch, vernünftig/emotional etc. gesellschaftlich-kulturell konstruiert? (Hall 2004, 115, siehe auch: Stuart Hall über Rassismus als soziale Praxis).

Stuarts Halls Analyse des Thatcherismus: Stuart Hall befasst sich in seiner Analyse des Thatcherismus mit der Frage, mit welchen ideologischen Mitteln und mit welcher politischen Wirkung bestimmte Gruppen als "gefährlich" bzw. "bedrohlich" konstruiert werden und wie dabei zugleich die angebliche Notwendigkeit einer "Law- and-Order"-Politik suggeriert wird? (Hall 1978). – In Anlehnung an den Staatstheoretiker Nicos Poulantzas und seine Analyse des "autoritären Etatismus" spricht er vom thatcheristischen Regime als von einem "autoritären Populismus" (vgl. Hall 1986).

Zentrale Begriffe der Cultural Studies sind "Popularkultur und Massenmedien", "Identität und Differenz", "Gender und Sexualität", "Ethnizität", "Antirassismus" (vgl. Hall 1994 und 2004). Dominierend ist dabei das Interesse, die ideologische Funktion von (keineswegs nur geschriebenen) Texten, Ideen, Vorstellungen, Symbolen, Medien und politischen Repräsentationsstrategien kritisch aufzudecken und die wirkenden Mechanismen zu analysieren.

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