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8 Theorien über Rassismus und Antirassismus

In den Sozialwissenschaften existieren mehrere unterschiedliche Definitionen von Rassismus, abhängig auch vom jeweiligen Forschungsansatz, von gesellschaftstheoretischen Überlegungen und abhängig davon, wie man das Phänomen "Rassismus" konzipiert (siehe: Konzeptionen von Rassismus und Antirassismus). Eine Schwierigkeit des Rassismusbegriffs besteht darin, dass es Rassismus nicht im Allgemeinen mit gleichen Eigenschaften und Kontexten gibt, sondern jeweils in bestimmten Gesellschaftsformationen historisch spezifische Rassismen auftreten.

Leinenprint "Angelo X"Exotismus: Angelo Soliman (1721-1796) ist der vermutlich bekannteste Schwarze in der österreichischen Geschichte: Seine Biographie – vom "exotisierten", zum "edlen Wilden" stilisierten, Kammerdiener bei Hofe konnte er zum Prinzenerzieher und Freimaurer-Logenbruder aufsteigen – wurde im von Robert Sturm 2006 produzierten Leinenprint mit dem Titel "Angelo X" dargestellt, Bild: Robert Sturm

In einer ersten Annäherung kann "Rassismus" von anderen (Alltags-)Begriffen unterschieden werden: "Fremdenangst", "Fremdenfeindlichkeit" und "Ausländerfeindlichkeit" sind eher problematische Ausdrücke – und keine wissenschaftlichen Begriffe –, da sie das Spezifische rassistischer Diskriminierung nicht erklären können (vgl. z.B. Singer 1997, 52; Kalpaka/Räthzel 1990, 12):

  • Der Ausdruck "Fremdenangst" "suggeriert, dass es sich dabei um eine anthropologische Konstante handeln könnte", obwohl "wer als fremd wahrgenommen wird, […] immer schon sozial erzeugt und vermittelt [ist]" (Singer 1997, 52).
  • Die Ausdrücke "Fremdenangst" und "Fremdenfeindlichkeit" tragen dazu bei, "die strukturellen Voraussetzungen der Aggressionen gegenüber bestimmten Fremden im gesellschaftspolitischen Dunkel zu belassen" (Ebd.).
  • Der Ausdruck "Ausländerfeindlichkeit" impliziert, dass Diskriminierungen aufgrund von Herkunft, Gruppenzugehörigkeit, Hautfarbe etc. ausschließlich Personen beträfe, die keine InländerInnen sind. Dabei schwingt auch die Vorstellung mit, dass die Trennung von "In"- und "AusländerInnen" für jedeN unschwer zu erkennen sei.

Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Ausländerfeindlichkeit sind also keine Synonyme, die "eigentlich das Gleiche" bezeichnen würden!

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