Sozialgeschichte der Medizin
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Vereinslogo

Der "Verein für Sozialgeschichte der Medizin" wurde im November 1998 gegründet. Ziel des Vereines ist es, fundierte Forschung in der Geschichte von Gesundheit und Krankheit zu ermöglichen und die Ergebnisse einem breiten Interessentenkreis in adäquater Form zu vermitteln. Dabei wird auf die Förderung junger Wissenschafterinnen und Wissenschafter besonderer Wert gelegt. Ein wissenschaftlicher Beirat, der sich aus bedeutenden in- und ausländischen Persönlichkeiten zusammensetzt, unterstützt diese Bemühungen.

Bei der Auseinandersetzung mit der Geschichte von Gesundheit und Krankheit soll eine Vielfalt von Herangehensweisen verwirklicht werden. Leitgedanken sind dabei sozialhistorische Ansätze, die "Medizin" als "gesellschaftliches Phänomen" betrachten. Das bedeutet, daß nicht die Geschichte der akademischen Medizin und ihrer herausragenden Persönlichkeiten im Mittelpunkt der Überlegungen stehen, sondern Menschen und ihr Umgang mit Gesundheit und Krankheit zu früheren Zeiten. Wesentlich ist dabeu auch die Betonung des Gegenwartsbezuges, da auch die heute praktizierte Medizin vor dem aktuellen gesellschaftlichen Hintergrund zu verstehen ist - wobei im Unterschied zu historischen Gegebenheiten Gestaltungsmöglichkeiten für die Art, wie Medizin betrieben wird, bestehen.

Sozialgeschichte der Medizin

  • versucht “Medizin als gesellschaftliches Phänomen” zu erfassen
  • erarbeitet die Geschichte der Heilkunde vor dem jeweiligen kulturellen, politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Hintergrund
  • berücksichtigt prinzipiell mehrere “Beteiligte am heilkundlichen Geschehen” - also Patienten, Heilkundige, familiäre Umgebung, Obrigkeiten uvm.
  • entwickelt den Gegenwartsbezug durch das Bewußtmachen der Tatsache, daß die derzeitige und zukünftige Heilkunde in kulturelle, politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Bezüge eingebettet ist

Setzt sich auseinander mit:

  • “elementaren” Erlebnissen von Menschen wie Geburt und Tod, Krankheit und Gesundheit und dem Umgang damit zu früheren Epochen
  • Erwartungen der Gesellschaft an das Verhalten von gesunden und kranken Menschen, Strukturen in denen “Heilkunde” abläuft (Gesundheitswesen, Rolle von Kranken in der Gesellschaft, Gesundheitserziehung/vorsorge etc.)
  • Umgang mit dem menschlichen Körper - persönliche Körpererfahrungen von Menschen (z.B. Umgang mit Schmerz, weibliches/männliches Körperbewußtsein), Erfahrungen v. Heilkundigen mit dem menschlichen Körper (z.B. Krankenpflege, Anatomie)
  • Erfassen von “Heilkunde” als Gesamtheit aller “heilkundlichen Handlungen”, beinhaltet also Gesundheits - und Krankenpflege, Umgang mit Arzneimitteln, Gesunderhaltung und Lebensführung (z.B. Diätetik, Hygiene)
  • Erschließen verschiedener bisher nicht oder wenig berücksichtigter Quellen zur Geschichte der Medizin
  • Medizin als Theorie und Praxis z.B. Frage nach der Auswirkung von “Reformen” auf die heilkundliche Praxis, Frage nach den kulturellen, politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Hintergründen für die Durchsetzung, das Abkommen oder Wiederaufnehmen verschiedener heilkundlicher Therapieansätze und Praktiken, etwa auch die Frage wie die Medizin zu ihren Erkenntnissen kommt

Ziele und Aufgaben des Vereins:

Der Fokus des Vereins liegt selbstverständlich auf der Förderung der Forschung auf dem Gebiet der Sozialgeschichte der Medizin mit dem Ziel eine Vielfalt von Herangehensweisen und Methoden zu unterstützen. Diese Tätigkeit beinhaltet dabei unterschiedliche Stränge:

  • Veranstaltung von Vorträgen, Seminaren, Tagungen, Ausstellungen und Exkursionen
  • Einrichtung von Arbeitskreisen zu verschiedenen Themen
  • Aufbau und Pflege internationaler Kontakte, Zusammenarbeit mit verschiedenen Einrichtungen mit vergleichbaren wissenschaftlichen Zielen im In- und Ausland, Unterstützung des wissenschaftlichen Nachwuchses
  • Ideelle und materielle Unterstützung von Forschungsvorhaben, die dem Ziel des Vereines entsprechen, sowie bei einschlägigen Publikationen
  • Herausgabe von vereinseigenen Publikationen (Zeitschrift VIRUS - Beiträge zur Sozialgeschichte der Medizin und Schriftenreihe "VISITE"
  • Fachliche Beratung von Archiven und Museen
  • Durchführung von eigenen Forschungsprojekten

Öffentlichkeitsarbeit

Eines der Prinzipien der Arbeit des Vereines für Sozialgeschichte der Medizin ist die Vermittlung von Forschungsergebnissen an eine breite Öffentlichkeit, wodurch eine "Schnittstelle" zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit entstehen soll. Gleichzeitig ist es uns ein besonderes Anliegen, Forschung im Bereich der Sozialgeschichte der Medizin zu fördern und dabei besonders jungen Wissenschafterinnen und Wissenschaftern Möglichkeiten zu geben, Projekte durchzuführen. Den Einsatz der sog. "neuen Medien" betrachten wir als eine Möglichkeit, den Informationsfluss und den Zugang zu Information zu verbessern. Die Bereiche "MYCES - Quellen zur Sozialgeschichte der Medizin" und "BAKTERIUM - Materialien zur Sozialgeschichte der Medizin" wurden aus diesem Grund entwickelt. Wir bemühen uns hierbei um einen einfachen und weitgehend kostenlosen Zugang zu kulturellem Erbe, um den Prinzipien des "open acces" zu entsprechen.

  • VIRUS - Beiträge zur Sozialgeschichte der Medizin:
    medizinhistorische Zeitschrift, die einen breiten Kreis von Interessierten ansprechen soll.
  • MYCES - Quellen zur Sozialgeschichte der Medizin
  • BAKTERIUM - Materialien zur Sozialgeschichte der Medizin

Arbeitskreise

Geschichte der Pflege
Leitung: Dr.phil. Gabriele DORFFNER (email)
websites:
http://members.yline.com/~gabriele.dorffner/pflegegeschichte
http://www.ipg.uni-linz.ac.at

Pharmaziegeschichte
Leitung: Mag.pharm. Gilbert ZINSLER (email)

Medizin im Mittelalter
Leitung: Dr.phil. Andrea RZIHACEK-BEDÖ (email)

Medizin in der Frühen Neuzeit
Leitung: Univ.-Doz. Mag.Dr.phil. Dr. med. Sonia HORN (email)

Frauen in der Medizin
Leitung: OA Mag.phil.Dr.med. Ingrid Arias (email)

Wiener Gespräche zur Sozialgeschichte der Medizin

Die Wiener Gespräche zur Sozialgeschichte der Medizin werden seit 1994 alle zwei Jahre zu verschiedenen Themen veranstaltet.

Präsidium

Präsidentin: Univ. - Doz. Mag. Dr. phil. Dr.med. Sonia HORN (email)
Vizepräsidentin: Dr.phil. Gabriele DORFFNER (email)
Vorsitzende des wissenschaftlichen Beirates:
Univ.-Prof.Dr.phil. Birgit BOLOGNESE-LEUCHTENMÜLLER
Schriftführerin: Mag.phil. Ruth KOBLIZEK (email)
Stellvertreter der Schriftführerin: Mag.pharm. Gilbert ZINSLER (email)
Kassier: Dr.phil. Thomas AIGNER (email)
Stellvertreterin des Kassiers: Dr.phil. Susanne MIEDLER-LEIMER

Wissenschaftlicher Beirat

Univ.-Prof. Gunda BARTH-SCALMANI, Innsbruck
Univ.-Prof. Dr.phil. Birgit BOLOGNESE-LEUCHTENMÜLLER, Vorsitzende, Wien
Univ.-Prof. Dr.med. Elisabeth DIETRICH-DAUM, Innsbruck
Univ.-Prof. DDr. Michael HUBENSTORF, Wien
Pflegedir. DKS Maria JESSE, Wien
Univ.-Prof. Dr.phil. Robert JÜTTE, Stuttgart
Univ.-Prof. Dr.rer.nat. Dr.med. Werner MOHL, Wien
Univ.-Prof. Dr.med. Gerald WEIPPL, Wien
Univ.-Prof. Dr.med. Claudia WIESEMANN, Göttingen

Ehrenmitglieder

em.Univ.-Prof. Dr. Gerhard BAADER, Berlin
em.Univ.-Prof. DDr. Gundolf KEIL, Würzburg

Fördernde Mitglieder

Dr.med. Claudia LASCHAN, Wien
Univ.-Prof. Dr. Mitchell ASH, Wien

Vereinsadresse

Georgistraße 37
A-1210 Wien

Werden Sie Mitglied des Vereins und unterstützen so unsere Arbeit!

last modified 2005/Apr/23