Stellungnahme und offener Brief an das Rektorat der Universität Wien Teil 2 05.11.2014 - 23:25

 

Bei der Eröffnung des Denkmals im Arkadenhof 2006 erklärte Professor Dr. Friedrich Stadler, der wissenschaftliche Verantwortliche für die Umgestaltung, dass der 1923 als Gefallenen-Denkmal errichtete „Siegfriedskopf" ein „Stück österreichischer Zeitgeschichte", „Ausdruck eines undemokratischen, ethnozentrischen Geistes, der in die Phase des Austrofaschismus und Nationalsozialismus mündete" sei. Der damalige Rektor der Universität Wien, Professor Dr. Georg Winkler stellte dazu fest: "Ich gehe davon aus, dass alle akzeptieren, dass wir im 21. Jahrhundert angekommen sind" [2]. Es scheint, dass diese Übereinkunft nun der Vergangenheit angehört.

Das Gefallenen-Denkmal in seiner ursprünglichen Form im Eingangsbereich des Universitäts-Hauptgebäudes war jahrzehntelang Treffpunkt von Mitgliedern des Wiener Korporationsrings. Ebendieser gilt als Sammelbecken von „deutschnationalen bis rechtsextremen" („Der Spiegel", 2014) Verbindungen. Mitglieder dieser durchwegs völkischen Korporationen fallen seit jeher immer wieder durch engste Kontakte ins neonazistische Milieu auf, beziehungsweise sind Teil desselben.
Die Symbolwirkung, die davon ausging, dass dem Denkmal seine politische Brisanz und Funktion als selbstverständlicher und unveränderter Versammlungsort genommen wurde und dieses sowohl der wissenschaftlichen Bearbeitung durch das „Forum Zeitgeschichte" unterworfen, als auch künstlerisch umgestaltet und musealisiert wurde, kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Dass diese jahrelange wissenschaftliche Auseinandersetzung und das Wiederaufflammen der Konflikte darum nun als „etwaige Kontroversen" herabgewürdigt werden, stellt einen Bruch in der Erinnerungspolitik der Universität Wien dar, besonders vor dem Hintergrund dass studentische Proteste eine wesentliche Rolle bei der Etablierung des neuen Gedenkdiskurses um den „Siegfriedskopf" spielten. Dies umso mehr, als dass in den vergangenen Jahren immense Fortschritte in der Erforschung der Geschichte der Universität gemacht wurden und der aktuelle Forschungsstand im internationalen Vergleich durchaus als hervorragend eingeschätzt werden kann.

In Bezug auf die Stellungnahme des Rektorats vom 30. Oktober 2014 ist festzuhalten, dass die Formulierung „etwaige Kontroversen" eine Gleichsetzung von antifaschistischem Protest und jenen Teilen der Gesellschaft darstellt, die sowohl an der Etablierung des Nationalsozialismus maßgeblich beteiligt waren als auch sich bis heute weitgehend in einer bruchlosen Tradition sehen. Hier handelt es sich in keinster Weise um eine Diskussion, die nur eine Minderheit betreffen würde, sondern um eine Grundbedingung für eine demokratische, offene Gesellschaft. Dem Wunsch, dass es zu keiner „Eskalation" kommen möge, ist nichts entgegen zu setzen. Allerdings muss an dieser Stelle klargestellt werden, dass sich die Universität nicht aus ihrer Verantwortung stehlen kann. Die Universität Wien ist, anders als die Stellungnahme suggeriert, sehr wohl „Beteiligte" an dieser Kontroverse und steht in der Pflicht in dieser Angelegenheit klar Stellung zu beziehen.

Die Durchsetzung einer historisch schwer belasteten Tradition mit polizeilicher Unterstützung ist jedenfalls nicht das Verhalten, das sich die UnterzeichnerInnen von einer Universität erwarten, die im kommenden Jahr ihr 650-jähriges Jubiläum feiert und sich einer kritischen Betrachtung ihrer Geschichte, Gegenwart und Zukunft verpflichtet fühlen sollte. Aus den angeführten Gründen wird das Rektorat aufgefordert, öffentlich Stellung zu den Vorfällen vom 29. Oktober 2014 und ihrer Einstellung bezüglich ihrer eigenen Erinnerungskultur zu beziehen.


Mit freundlichen Grüßen,
Die Studienvertretung Geschichte

 

 

[2] http://forum-zeitgeschichte.univie.ac.at/universitaet/forum-zeitgeschichte/gedenkkultur/siegfriedskopf/ , 30.10.14

 

StRV Geschichte
Yeah! Nach großem Erfolg gibt es nun ein zweites Breakfast at History: 03.11.2014 - 14:40

Breakfast at History: 6.11.2014 ab 11:00 Uhr vor dem Hörsaal 41, Hauptgebäude.

 

Nachruf Erika Weinzierl 30.10.2014 - 21:05

Am Dienstag, den 28. Oktober 2014 ist die Historikerin Erika Weinzierl 89-jährig verstorben.  Ihre Bedeutung als erste ordentliche Professorin für Geschichte, kritische Zeithistorikerin und Gegenwartskommentatorin ist kaum zu überschätzen.  Von studentischer Seite muss wohl auch ihre außerordentlich große Beliebtheit als Lehrende erwähnt werden.

In den letzten Tagen sind mehrere Nachrufe veröffentlicht worden, die wir hier verlinken:

http://medienportal.univie.ac.at/uniview/uni-intern/detailansicht/artikel/in-memoriam-erika-weinzierl-1925-2014/

http://derstandard.at/2000007417635/Historikerin-Erika-Weinzierl-89-jaehrig-gestorben

http://diepresse.com/home/zeitgeschichte/4396675/Erika-Weinzierl_Die-Geschichtslehrerin-der-Nation?from=gl.home_zeitreise

http://science.orf.at/stories/1748602

Aus aktueller Perspektive scheint es uns höchst wichtig auf ihre Rolle bei der Kontroverse um das ehemalige Gefallenen-Denkmal „Siegfriedskopf“ hinzuweisen. Ihre Position als Wissenschaftlerin, Zeitzeugin und Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus machte es selbstverständlich, dass sie erbittert gegen die neonazistischen und reaktionären Umtriebe an der Universität kämpfte, deren Hauptexponenten Burschenschafter waren. Und deren Symbol war der „Siegfriedskopf“. Ihr Engagement brachte es allerdings ebenso mit sich, dass sie massiven Angriffen ausgesetzt war, die, weil Argumente nicht weiterhalfen, regelmäßig zu sexistischen Ausfällen wurden. So etwa Adam Wandruszka, der in einem Leserbrief in der Presse schrieb, dass er: „Frau Weinzierl als hilfsbereite und liebenswürdige Archivarin kennen gelernt habe“ aber, dass sie „ […]seit ihrer Übersiedlung ins Akademische Lehramt hoffnungslos überfordert [sei]“. Auch wenn die meisten ihrer Gegner von damals nicht mehr aktiv sind (Lothar Höbelt ist noch da); die kritische Aufarbeitung der Geschichte der Universität Wien könnte eine solch engagierte Fürsprecherin im Moment gut brauchen.

Die StV/IG Geschichte bedauert den großen Verlust, den ihre Angehörigen, die Geschichtswissenschaft und die Gesellschaft im Allgemeinen erlitten haben.

STRV / IG Geschichte
Studienrechtsworkshop 21.10.2014 - 19:05

Liebe Alle,

 

wenn ihr euch über eure Rechte als Studierende an der Uni Wien informieren wollt und wissen wollt wie ihr diese durchsetzt bieten wir euch genau zu diesem Thema einen Workshop an.


Wann: 28.10., 13:30

Wo: Am KoRa (Stiege 12)

 

 

Link zur Facebookveranstaltung: https://www.facebook.com/events/722843537799473/

StRV/IG Geschichte
IGevent Campusführung 20.10.2014 - 17:25

Reminder:

Morgen findet das IGevent "Campusführung" statt. Treffpunkt ist um 13:30 in der Aula des Hauptgebäudes der Uni Wien, von wo wir gemeinsam zum Campus gehen werden. Wir bieten eine kurze Führung zu den Instituten und anderen Einrichtungen im "alten AKH".

Wir freuen uns über zahlreiche Teilnehmende!

StRV/IG Geschichte
Geh Denken! Eine Veranstaltungsreihe des Vereins GEDENKDIENST 13.10.2014 - 15:29


Wir unterstützen in diesem Semester die Veranstaltungsreihe des Verein Gedenkdienst [Link], und hoffen ihr findet zu einem oder mehreren der sechs Termine Zeit.

Die interdisziplinäre Auseinandersetzung ist uns ebenso ein Anliegen, wie die offene Reflexion und Diskussion kontroverser Themen im Rahmen einer lebendigen Gedächtniskultur.

Hier gibts den Flyer im *.pdf-Format:
http://gedenkdienst.at/fileadmin/user_upload/Bildungsprogramm_Wintersemester_2014_2015.pdf


Die Termine im Überblick:

  • Die Wiener Flaktürme als Erinnerungs- und Fundorte
    WANN:
    Dienstag, 14. Oktober 2014, 19.00 Uhr

    WO:
    Depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien
  • Zeitzeugengespräch mit Rudolf Gelbard
    Filmvorführung und Gespräch Ein Geh Denken! Spezial
    WANN:
    Montag, 20. Oktober 2014, Einlass: 18.00 Uhr, Beginn: 18.30 Uhr
    WO:
    SPÖ 6*7, Lindengasse 64, 1070 Wien (Nähe U3 Neubaugasse)
    Um Anmeldung wird gebeten unter: martinmarenich@yahoo.com
  • Die Lager-SS Mauthausen
    WANN: Mittwoch, 26. November 2014, 19.00 Uhr
    WO: Depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien
  • "Noch eine kontaminierte Landschaft" Strasshof an der Nordbahn
    WANN:
    Donnerstag, 4. Dezember 2014, 19.00 Uhr
    WO: Depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien
  • SS-Fotografien aus dem Konzentrationslager Mauthausen
    WANN: Dienstag, 13. Jänner 2015, 19.00 Uhr
    WO: Depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien
  • Mauthausen in Groß-Wien
    WANN:
    Donnerstag, 22. Jänner 2015, 19.00 Uhr
    WO:
    Depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien

 

 

eure StRV/IG-Geschichte

StRV/IG Geschichte
Journaldienstzeiten WiSe 2014 02.10.2014 - 17:39

Liebe Alle,

unsere Journaldienstzeiten für das Wintersemester 2014/15 stehen fest!

 

Zeit Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag
08:00




09:00




10:00


10:30-12:30

Thomas & Lorenzo

10:00-12:00

Wolfgang & Johannes

11:00


12:00


 
13:00

13:30-15:30

Hanah-Leah & Anna




 
14:00



15:00




16:00  
 

17:00  

17:15-19:15

Lisa, Jakob & Chris

17:00-19:00

Andi & Silvia

 
18:00


19:00

Plenum

20:00



 

IG Geschichte
Uniführung 02.10.2014 - 16:53

Liebe Alle,
wie jedes Semester bieten wir zum Semesterstart wieder eine Führung durch die Hauptuni an, in der wir die wichtigsten Hörsäle, Seminarräume und Bibliotheken vorstellen. Danach laden wir euch auf Kaffee, Kuchen und Knabbereien auf unser KoRa ein,

eure IG Geschichte

Uniführung WS 2014

IG Geschichte
Breakfast at History 30.09.2014 - 14:13

Liebe Alle,

wir veranstalten zum Semesterbeginn ein Frühstück zu dem ihr alle herzlich eingeladen seid.
Es gibt Kaffee, Kuchen, Obst, usw. und die Möglichkeit sich mit Kolleg*innen oder mit uns gemütlich zu unterhalten oder uns brennende Fragen zu stellen.

 

Wann? 2. Oktober 9:00

Wo? Vor dem Hörsaal 41, nähe Stiege 10Breakfast at History Plakat

StRV/IG Geschichte
Journaldienstzeiten 30.09.2014 - 10:43

Liebe Alle,

 

Journaldienstzeiten für diese Woche sind:

 

Dienstag, 30.9. 10:00-14:00

Donnerstag 2.9. 14:00-18:00

 

Ab nächster Woche hoffen wir dann wieder täglich zu eurer Verfügung zu stehen,

 

eure StRV/IG Geschichte

StRV/IG Geschichte
Seite:1, 2, 3, 4, 5, ... 27, 28, 29