Purim

Das Losfest wird am 14. Adar gefeiert; der 15. ist bekannt als Schuschan Purim, weil die Juden damals in der persischen Hauptstadt Schuscha (= Susa) sich auch am 14. Adar verteidigten und darum ihre Errettung erst am 15. feiern konnten. In Jerusalem feiert man Schuschan Purim, ansonsten am 14.. Purim kommt von dem hebräischen Wort für Los (pur), weil Haman den Tag der Vernichtung der Juden per Los bestimmt hat. (3;28/29)

Geschichte:

Haman, der Wesir des persischen König Xerxes, wollte Mordechai töten lassen, da dieser nicht vor ihm knien wollte. Als er jedoch erfuhr, daß Mordechai Jude war, beschloß er, die gesamte Judenschaft Persiens vernichten zu lassen. Per Los entschied er den Tag und den Monat und das Los fiel auf den 12. Monat (= Adar). Mordechai bat seine Cousine Ester, die Frau des Königs Xerxes, der nicht wußte, daß sie Jüdin war, sich für ihr Volk einzusetzen. Zu ihrer moralischen Unterstützung fasteten alle Juden in Susa für 3 Tage. Letztendlich wurde Haman gehängt auf dem Galgen, den er für Mordechai hat errichten lassen; Mordechai wurde an Hamans Stelle gesetzt und ein Dekret erlassen, das den Juden gestattete, sich am 13. Adar mit allen Mitteln zu verteidigen und ihre Feinde umzubringen; in Susa galt dies auch für den 14.. (C;purim)

"Die Pläne des Haman wiesen unheilvolle Parallelen zu den Plänen vieler anderer Herrscher auf, die über die Jahrhunderte jene Länder regierten, wo Juden lebten. Die prekäre Art des Überlebens der Juden in zahllosen Ländern der Diaspora, wo ihr Leben oft von den Launen und Stimmungen der örtlichen Herrscher abhing, wird in der Purim-Geschichte auf den Punkt gebracht." (A;cbd-pur0)

Gebräuche:

Ta'anit Ester - Das Fasten der Ester: Erinnert an das Fasten der Juden von Susa, denen es gestattet war, sich am 14. zu verteidigen; zur Vorbereitung fasteten und beteten sie. (A;chabad/cbd-pur0) Ursprünglich hat das Fasten mit Purim gar nichts zu tun: es gab einen alten Brauch, 3 Fastentage der Ester zu begehen im Monat Nissan. Ab der Zeit des Juda Makkabäus war der 13. Adar ein Feiertag, genannt "Nicanor Tag" - zur Erinnerung an den Sieg Judas über den syrischen General Nicanor - , wobei Fasten natürlich verboten war. Nach der Tempelzerstörung wurde dieser Tag nicht mehr gefeiert. Nachdem Fasten im fröhlichen Monat Nissan verboten wurde, wurden die Fastentage der Ester auf Adar verlegt. Der Brauch, am 13. Adar zu fasten, ist erstmals im 8. Jahrhundert n. Z. in der Sche'iltot des Rabbi Acha von Schabcha erwähnt. (13;665)

Mahazith ha-Schekel - die Zeremonie des "halben Schekels": In Exodus 30;11-16 heißt es, daß jeder Jude ab dem 20. Lebensjahr einmal im Jahr "ein Sühngeld seiner Seele dem Ewigen, wenn man sie mustert, daß sie keine Seuche treffe..." zu leisten hat. Dieses Geld betrug also einen halben Schekel und ging an den Tempel. Im Talmud wird festgelegt, daß diese Spenden im Monat Adar zu leisten seien.(A;chabad/cbd-pur0)

Die 4 Mitzwot von Purim:

"The message behind the name (Purim) is that God, and not fate, determines what will happen. To show that things are not what they seem and that God works in mysterious ways, it is customary to wear fancy dress on purim and to act out parodies of established authority (Purim Spiel)" (23;162) Das geht soweit, daß Jeshiva-Studenten aus ihren Reihen einen Purim-Rabbi wählen, der das Verhalten des Rektors parodiert. Es heißt auch, daß in der messianischen Zeit alle Feiertage abgeschafft werden außer Purim, und "that the light of the divine wisdom shines more brightly on purim than on shabbat." (23;162)

Es gibt auch lokale Purim-Tage, an denen der jeweiligen Errettung einer Gemeinde, einzelner Personen etc. gedacht wird, bzw. diese gefeiert werden. Beispiele dafür sind: Purim von Narbonne 29. Adar, gefeiert ab 1236; P. von Kairo am 18. Adar, seit 1524; Frankfurt am Main am 20. Adar, seit 1616; Leghorn am 22. Shewat, seit 1743; ein Beispiel für ein Familien-Purim ist das der Familie von Yom Tov Lipmann Heller zur Erinnerung an dessen Entlassung aus einem Wiener Gefängnis am 1. Adar 1629.

© Nurit Schaller (snowgoon@uboot.com)