Master - UK Mikroökonomie 2 - Podczeck

Master - UK Mikroökonomie 2 - Podczeck

Postby phd » 25. Feb 2011 03:21

Inhalt:
Der Kurs ist im allgemeinen General Equilibrium Theory. Referenzen sind Mas-Collel und Debreu Theory of Value. Der Kurs ist Pflicht, wenn man im Master den Studienplan A absolvieren möchte (was scheinbar die wenigsten machen).

Wie es sich für einen guten Theoriekurs in Mikro gehört folgt Podczeck insgesamt dem "Theorem-Lemma-Proof"-Ansatz. Mathematik wird hier - anders als im Mikro 2 B Kurs - weniger als Werkzeug, sondern als Inhalt verstanden. Inhaltlich geht es um Präferenzordnungen, Nutzenfunktionen, Commodity Space, Budget Set, Optimal Consumtion, Correspondences usw., sprich Theorie des Konsumenten. Im 2. Teil geht Podczeck auf die Produzententheorie ein, die weit weniger umfangreich behandelt wird. Im letzten Teil der allgemeinen Gleichgewichtstheorie werden dann beide miteinander verknüpft. Es werden u.a. die beiden Wohlfahrtstheoreme erklärt und bewiesen.

Voraussetzung - und das wird auch offiziell empfohlen - ist der Kurs Mathematische Methoden aus dem Wintersemester. Es gibt zwar Leute, die es ohne schaffen, aber das ist IMHO nicht zu empfehlen. Wenn man die nötigen Grundkenntnisse über metrische Räume, Topologie etc. schon gehoert hat und sich auch an Podczecks Vortragstil gewoehnt hat sowie mit der Theorem-Beweis Struktur vertraut ist, hat man es bedeutend leichter in Mikro 2.

Parallel zur Vorlesung gibt es eine Übung, in der Übungsaufgaben aus der VL präsentiert werden. Wie so oft, sollte man hier bereits in den ersten Einheiten an die Tafel, da die späteren Beweise ziemlich tricky sind und auch nicht unbedingt irgendwo aufzufinden sind. Mein Eindruck war, dass man mit 1-2 Tafelmeldungen auf jeden Fall einen Bonus für die Endnote bekommen kann.

Die Abschlussklausur war insgesamt fair, würde ich sagen, obwohl ich während der Prüfung schon stark ins Grübeln gekommen bin. Die Benotung war dann aber mehr als studentenfreundlich. Man sollte eines klar sagen: Geschenkt wird hier einem nichts. Die 5er-Quote lag wohl bei knapp 66%. Mit dem nötigen Einsatz und Interesse lässt sich hier aber eine gute Note erreichen.


Eindruck der LVA
Mein persönlicher Eindruck ist insgesamt gut. Auf der einen Seite bin ich absolut kein Mikrofan und bevorzuge eher empirisches Arbeiten bzw. Ökonometrie. Die Lehrveranstaltung ist meiner Meinung nach nur für diejenigen sinnvoll, die später ein PhD Studium absolvieren wollen. Hier bekommt man übrigens einen guten Eindruck, auf welchem Niveau VWL international unterrichtet wird. Ich kenne kaum ein anderes Masterprogramm, in dem Allokationstheorie auf dem Level gelehrt wird. Für mich persönlich war die LV dennoch sinnvoll, da ich manches davon später in meiner Masterarbeit verwenden konnte bzw. gut mit der Theorem-Beweis Struktur vertraut war. Fürs praktische Leben lernt man hier nichts. Aber dafür ist die LV auch nicht konzipiert. Der Vortrag entspricht insgesamt einem Frontalvortrag, bei dem quasi ein Skriptum an die Tafel geschrieben wird.

Mittlerweile sollte es sogar eine Mitschrift bei der Studienvertretung geben. Zu Podczeck selber: Ich war, wie gesagt, in seinem Mathekurs und finde ihn insgesamt extrem lässig und witzig (Stichwort: Grandmother). Wer Einsatz und Interesse zeigt, der wird 100%ig belohnt. Tafelmeldungen und Zwischenfragen kann er sich ganz gut merken, was sich dann letztlich auch auf die Benotung auswirkt. Ich würde vermuten, dass man sich um eine ganze Note verbessern kann, wenn man regelmäßig mitarbeitet.

Fazit: Für Theoretiker, PhD Interessenten usw. absolut zu empfehlen. Wer lieber Powerpoint-Folien mit bunten Bildern mag, der sollte es gar nicht erst versuchen.
phd
 
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