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 Betreff des Beitrags: mitschrift duchko vom 19.4
BeitragVerfasst: 03.05.2004, 13:01 
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hallo

suche mitschrift vom 19.4 vom duchko. war leider krank und konnte nicht hin. könnte auch mitschriften von anderen terminen anbieten...

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BeitragVerfasst: 04.05.2004, 22:49 
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Hallo!

Ich würde dir ja gerne helfen - habe aber leider ebenfalls die LV verpasst (bis auf die letzte halbe Stunde).
Schließe mich der Bitte an!

lg melanie


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BeitragVerfasst: 05.05.2004, 11:35 
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19.4. Mitschrift:

Hoffe, dass das jetzt nicht gegen Urheberrecht oder sowas verstösst. Wenn ja, dann bitte löschen.


Journalistische Sittlichkeit

Karl Bücher war der Gründer des Institutes in Leipzig und an der sittlichen Verbesserung des Journalistenstandes interessiert. Eine Festschrift für Prof. Lutzer trug den Titel „Kreativität aus der Krise“, darin ist ein Kapitel über die „Zeitungswissenschaft im kriegsbeschädigten Österreich“ enthalten. Damals suchte man i Land auch nach neuen Chronisten. Die Einleitung bezieht sich auf die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. 1903 gab es als ersten Anlaß eine Enquete zur Veränderung der Pressegesetzgebung. Es erhoben sich Stimmen für die Ausbildung von Journalisten. Diese wurden als „Repräsentanten der öffentlichen Meinung“ gesehen und sollten über Sittlichkeit als Handwerkzeug verfügen. Damit meint man wohl die heutige journalistische Ethik. Emil Löbl sprach sich für eine „Hochschule“ als Ausbildungsstätte der Journalisten mit Praxisbezug aus. Die Concordia, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden war, wurde mit einer Anfrage des Altösterreichers Pulitzer konfrontiert. Dieser bat um Rat, da er eine Hochschule gründen wollte. Man reagierte aber nicht und vertat damit eine große Chance.

Karl Renners Pläne

1919 startete Karl Renner ein Projekt für die Gründung eines Hochschullehrganges für Journalisten. Hier sollte Ausbildung und Fortbildung in einem Gebäude vereint werden. Er berief eine Enquete ein, erlitt mit seinen Plänen aber Schiffsbruch. Renner hatte mehrere Motive: Man war der Meinung, dass wir durch die heimische Presse besiegt worden waren. Die Kampagne diente der Entbürdung der eigenen Kriegsschuld. Renner war wie viele Sozialdemokraten deutschnational gesinnt. In Österreich waren die Journalisten schon seit 1912 unter militärische Zensur gestellt, ohne, dass sie es merkten. In Deutschland war dies ähnlich, man kann also auf keinen Fall von einem unvorhergesehenen Krieg sprechen. Das zweite Motiv war jenes, dass die Bevölkerung mehr Respekt vor dem Journalismus gewinnen sollte. Die öffentliche Meinung wurde zwar respektiert, obwohl noch heute eine Definition dieses Begriffes fehlt, nicht aber Journalisten. In der Demokratie gab es aber eine neue Verantwortung der Journalisten. Renner machte manchen den Vorwurf, noch immer im Geiste der Monarchie zu schreiben. Deswegen würden neue Journalisten gebraucht. Der Sozialismus sollte als ökonomisches System unterrichtet werden. Auch die Gesellschaftsphilosophie war als möglicher Unterrichtsgegenstand vorgesehen.

Gans von Ludassy

Mit einer Ausnahme wurden aber Renners Pläne abgelehnt: Gans von Ludassy, ein Ungar jüdischer Herkunft, stellte sich hinter diese Pläne. Er kam später in einem KZ ums Leben. Der Kurs sollte über ein geschlossenes Lehrgebäude und ein Lehrbuch verfügen. Dieses sollte 5 Kapitel enthalten. Das erste war die Pressegeschichte. Warum wurde ein Zeitungsunternehmen gegründet? Die gesellschaftliche Idee im Hintergrund sollte beleuchtet werden. Im Frühjahr 1919 schlug man bereits vor, diese Geschichte vom Emporkommen bis zum Verwelken zu untersuchen. 1985 schlug Ulrich Saxer vor, wie man Kommunikationsgeschichte betreiben soll. Welche gesellschaftlichen Probleme standen an, von einer Zeitung gelöst zu werden? Wie hat es funktioniert? Wieso hat es nicht mehr funktioniert? Dies wurde schon vor vielen Jahrzehnten geschrieben, nicht erst von Saxer. Dieser vertritt auch einen zu idealistischen Standpunkt und erwähnt keine finanziellen Gründe für Mediengründungen. Nachrichten werden als Ware verkauft. Auch Recherchetechniken, Zeitungsökonomie, wie viel Geld verschlingt eine Zeitung, sollten weitere Themen sein. Dies wird am heutigen Institut auch wenig vermittelt. Auch Presserecht und Standesrecht waren vorgesehen. Man meinte jedoch, und viele noch heute, Journalismus könne man nicht lernen. Es sei eine Sache der Begabung. „Keine Journalistenfabrik“ war das Schlagwort. Es gäbe nicht mehr als 1000 Beschäftigte in dieser Branche und eine solche Ausbildung sei daher nicht nötig. Die Professoren reagierten damals recht unterschiedlich. Der damalige Rektor und viele schlugen sich nicht auf Renners Seite. Der Journalismus sei ein Handwerk, das man bei der Tätigkeit erlernen müsse. Dieses Ablehnen der Theorie zeigt sich auch heute noch, selbst die Studentenvertreter schrieben einst, dass das Fach zu theoretisch sei. Aber gerade das macht ein Studium aus. Fragen nach den Theorien der IPKW sollte man daher leicht beantworten können. Bei der Enquete um Renner wurde schließlich kein Beschluß gefasst und nach österreichischer Manier verschleppte sich die Angelegenheit.


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BeitragVerfasst: 05.05.2004, 16:18 
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vielen vielen dank!

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BeitragVerfasst: 06.05.2004, 11:00 
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Hi!

Ich möchte mich auch ganz herzlich bedanken!
lg melanie :D


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BeitragVerfasst: 10.05.2004, 13:38 
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hättest du vielleicht wieder die mitschrift von der heutigen stunde? wäre echt lieb von dir...

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