Ich studiere PuKW und Jus. Ich kann die Aussagen von ding nur bestätigen. Ich glaube Kaa, Du kennst noch den alten Studienplan von Jus. Beim neuen sind viel, viel mehr Pflichtfächer und damit verbunden Anwesenheit vorausgesetzt. Einzig gleich geblieben ist, dass es relativ wenige Prüfungen gibt, aber die sind dafür extrem umfangreich. (Und die Pflichtübungen etc. sind Voraussetzung um Antreten zu dürfen)
Ich kann auch nicht dieses ewige Gerücht bestätigen, dass man in Jus nur auswendig lernen muss. Immerhin müssen oft Fälle gelöst werden, also Wissen angewendet werden. Richtig ist allerdings, dass man den Stoff viel genauer können muss, als z.B. in PuKW. Beide Studien differieren vor allem dahingehend, dass Jus ein Lernstudium ist, PuKW ein Literaturstudium. Während man in Jus so gut wie gar keine wissenschaftlichen Aufsätze schreibt, macht man das in PuKW dauernd.
Ich mache auch in PoWi freie Wahlfächer und kann daher auch dieses Studium ein wenig einschätzen: Da es auch eine Sozialwissenschaft ist, gibt es sehr viele Überschneidungen und die angewendeten Methoden sind die gleichen. Das ist halt bei der Geisteswissenschaft Rechtswissenschaft nicht der Fall. PoWi ist auch ein Literaturstudium und da sicher auch gut kombinierbar. Und man muss einfach eingestehen: PoWi und PuKW ist einfacher als Jus + PuKW. Das merkt man schon daran, dass ich nur einen Jus-Studierenden kenne, der ein Zweitstudium betreibt - in PuKW (oder auch PoWi) studiert fast jeder noch irgendetwas.
Aber wie auch carac geschrieben hat: Es sollte einem das Studium schon Freude machen. Denn - das ist auch ein interessantes Detail am Rande - in Jus habe ich ein paar Leute kennengelernt, denen das Studium nicht so wirklich einen Spaß macht, die aber Karriere machen wollen. (Wobei ich davon überzeugt bin, dass dieses Studium auch nicht mehr der automatische Karrierebringer ist, wie früher vlt. mal) Im PuKW-Studium habe ich noch keinen einzigen getroffen, der das Studium wegen "Karriere" macht. Dafür gibt es in PuKW wieder ein paar Leute die eigentlich keine Ahnung haben was sie studieren wollen oder was sie später im Leben arbeiten wollen. Ganz nach dem Motto: "Aber irgendwas mit Medien wäre schon cool."
Weil Du "heavyhorse" auch nach Karrierechancen gefragt hast: Ich denke trotzdem, dass Jus "sicherer" ist. Die Einstiegsgehälter von Juristen sind durchschnittlich höher. Zur prekären Situation in der Medienbranche schau Dir mal diesen Thread an:
viewtopic.php?f=40&t=34211&hilit=Gehalt Klingt nicht sehr positiv…

Auch muss man bedenken, dass Du als Jurist zwar sehr wohl Journalist, PR-Berater, Marketing-Mensch usw. werden kannst (und ich kenne auch Juristen, die in dieser Branche arbeiten), aber umgekehrt Du mit einem Publizistikstudium niemals juristische Berufe ergreifen kannst. Rechtsanwalt, Richter & Co. sind ja bekanntlich geschützte Berufe, aber auch in jedem anderen Beruf der mit Recht zu tun hat, wird man einen Juristen einstellen - oder vlt. einen "Wirtschaftsrechtler" der WU - aber sicher keinen PuKW-Absolventen. Auch ist es so, dass man in PuKW von vielen Sachen ein bissl etwas hört und lernt - von Psychologie, Soziologie bis hin zu Ökonomie - aber nicht wirklich
ausgebildet wird. Gerade deswegen gefällt mir aber z.B. das PuKW-Studium so sehr! In Jus hingegen lernst Du sozusagen ein "Handwerkszeug", welches Du abschließend wirklich beherrschst und welches auch am Arbeitsmarkt in gewissen Umfang nachgefragt wird.
Zusammenfassend gesagt: Ich glaube, Jus + Zweitstudium unter einen Hut zu bringen ist schon verdammt schwer. (kommt aber natürlich auch darauf an wie leicht Du lernst) Leichter ist auf jeden Fall z.B. PoWi + PuKW, dafür sind da - das ist meine persönliche Meinung – die Karriereaussichten auch nicht so groß wie in ersterem Fall. Überhaupt hat sich das Kombinieren von Studien sehr erschwert in den letzten Jahren, da die Curricula immer restriktiver werden. Der eine Jus-Student, der zwei Studien macht (nämlich Jus + PoWi), fällt bei beiden noch in alten Studienplan.
Auch in PuKW hat man nun Module, die man bestehen muss um weitere Lehrveranstaltungen besuchen zu können und weniger freie Wahlfächer dafür mehr Stoff in PuKW als im alten Studienplan. Ebenso das Gleiche in Jus: Viel mehr Anwesenheitspflicht als früher! Leider ist das so…
Wäre es nicht so könnte ich Dir Folgendes uneingeschränkt empfehlen: Zuerst Jus studieren (wenn Dir das Studium wirklich gefällt und nicht nur „Karriere“), schauen wie du mit der Stoffmenge zurechtkommst und wenn nicht ausgelastet, dann mehr in PuKW besuchen. Denn selbst wenn Du dann doch lieber PuKW+PoWi machen willst, kannst Du Dir bereits absolvierte Prüfungen aus JUS als freie Wahlfächer anrechnen lassen. (die Du sowieso machen musst und eh nicht nur aus einem Studium sein dürfen) Leider wäre es aber jetzt auch sehr ratsam Modul A in PuKW gleich zu machen, um im nächsten Semester weitere Lehrveranstaltungen besuchen zu können.
Daher rate ich Dir abschließend: Lerne im ersten Semester für Modul A in PuKW und in Jus für die „Einführung in die Rechtswissenschaft“. (also Übungen dazu besuchen, das bringt ECTS, die Prüfung alleine bringt nochmal 15 ECTS) Zwar wird in JUS empfohlen auch gleich Rechtsgeschichte zu lernen, aber das wird wahrscheinlich zu viel. (aber in Jus studiert eh fast keiner in Mindeststudienzeit)Ich hab jetzt echt einen langen Aufsatz geschrieben, aber ich weiß wie schwierig diese Entscheidung sein kann – hab ja selbst damit zu kämpfen. Ich hoffe, es hilft Dir weiter und
bitte meinen Ratschlag unverbindlich sehen, denn ob meine Idee das Richtige für Dich ist, kann ich nicht wissen.

(und Grammatik und Rechtschreibfehler bitte diesmal auch ignorieren

)