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 Betreff des Beitrags: KOMET prüfungsfrag ss2010 HIER!
BeitragVerfasst: 17.06.2010, 14:28 
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hallo!

bitte helft aktiv mit und beantwortet auch die frage die ich noch nicht gemacht habe!
lg

Spannungsverhältnis zwischen philosophischer und sozialwissenschaftlicher Sichtweise:
???????


Welcher theorie dem konstruktivismus entgegensteht und ein beispiel für den unterschied zwischen der konstruktivistischen verantwortung und der personalen verantwortungsethik????


Welche zusätzlichen Ethikbegriffe/Verantwortungen durch den Konstruktivismus enstanden sind???


Welche Herausforderungen ergeben sich aus dem gesellschaftlichen Wertepluralismus für Ethik und Moral. Nennen Sie ein kommunikationswissenschaftlich relevantes Beispiel auf moralischer oder ethischer Ebene???????

Welchen ethischen Zugang bietet das system-rationale Journalismusverständnis von Luhmann, Rühl und Saxer? Diskutieren Sie die Möglichkeiten und Grenzen einer systemtheoretischen Kommunikationsethik????

Von welchem traditionellen Wirklichkeitsverständnis grenzt sich der Konstruktivismus mit welcher Argumentation ab? Erörtern Sie den konstruktivistischen Verantwortungsbegriff und versuchen Sie einen Vergleich mit einem personalen Verantwortungsverständnis???


Welche kommunikationsethischen Denkanstöße & Erkenntnisse haben Sie aus den von Ihnen gelesenen Texten mitnehmen können? Diskutieren Sie kritisch einige der darin vorkommenden Begründungszusammenhänge



Skizzieren Sie die Perspektivenentwicklung der Fachwissenschaft hinsichtlich des Ethikverständnisses. Welche Paradigmen unterscheiden die normativ-ontologische von der empirisch-analytischen Positionierung?

PKW, ist ein Fach, dass sich Großteils mit Massenkommunikation beschäftigt und nicht so sehr mit zwischenmenschlicher Kommunikation
 PKW sollte aber mehr sein, denn Kommunikationsethik betrifft die gesamte zwischenmenschliche Kommunikation
 KoWi hat keine Sensibilität für Kommunikationsethik entwickelt

Gründe: liegen in der Vergangenheit – NS; Begriffe wie Treue, Heimat sind pervertiert worden

In den 50er/60er: normativ-ontologische Sichtweise:
• Fokus auf einzelne „große“ Journalisten, Personalisierung des Journalismus
• fragte nach Kriterien des guten Journalismus

Wandlung in den 70er zur funktionalen Sichtweise:
• Fokus auf den Journalismus an sich, an die Stelle des Individuums tritt das Handlungssystems
• Individuum ist abhanden gekommen – Moralverständnis ist dadurch ein anderes
• Journalismus wird als komplexes Handlungssystem gesehen
• Erwartungshaltungen an den Journalismus definieren, nicht an einzelnen Personen
• Frage nach der journalistischen Ethik ist nicht mehr relevant


Welches Kommunikations- und Journalismusverständnis ergibt sich aus der konstruktivistischen Erkenntnistheorie? Welchen Beitrag leistet der Konstruktivismus zum Ethikverständnis?

Allgemein

Konstruktivistisch: Wirklichkeit ist nicht gegeben, sondern wird als produziert verstanden
Sieht die Wirklichkeitserzeugung als aktiven Prozess, in dem Wahrnehmung und Handlung zusammenwirken

Im Konstruktivismus:
• Die Wirklichkeit erscheint als eine Erfundene, ebenso die gesamte Umwelt wie wir sie wahrnehmen.
• Die Vorstellung von einer objektiven Wirklichkeit oder Wahrheit ist aufzugeben
• Subjekt konstruiert sein eigene Bild von Wirklichkeit im Umgang und Austausch anderen Menschen und Medien  Journalismus ist Wirklichkeitskonstruktion
• Die konstruktivistische Erkenntnistheorie versteht den menschlichen
Wahrnehmungs- /kognitionsprozess als einen Prozess der Konstruktion

Konsequenzen für das Verständnis von Journalismus:

Massenmedien generieren auf Basis von Beobachtung und Selektion Konstruktionen von Wirklichkeit, die als Orientierungsangebot für das Publikum dienen

Journalisten repräsentieren in ihren Aussagen nicht „die Welt“, sondern konstruieren Weltbilder; sie sind Beobachter (zweiter Ordnung), die Ergebnisse von Unterscheidungen präsentieren, die sie selber gemacht haben

Medialen Wirklichkeitskonstruktionen kommt so ein wirklichkeitsstiftendes Potential zu

Konsequenzen für eine journalistische Medien-/Journalismusethik:

• Letztlich entscheidet der einzelne Journalist, in welcher Weise er Ereignisse selektiert und ihnen Bedeutung zuweist, er kann sich nicht hinter „Objektivität“ verstecken

• „Objektivität in Klammern“ = meint die relative Objektivität des Beobachters (z.B. des Journalisten), der Wirklichkeit konstruiert

• Journalisten tragen daher Verantwortung für die durch sie konstruierten Wirklichkeitsbilder und deren wirklichkeitsstiftenden Konsequenzen


Was ist Moral/Ethik und ein Beispiel von einem ethischen Problem in der KW?
Kernfunktion von Moral und Ethik?

Moral= Summe der normativen Gegebenheiten, die sich eine Gesellschaft gibt

Ethik= Reflexion über vorfindbare, normative Regelungen in einer Gesellschaft
• Nachdenken über moralische Prinzipien, Regeln
• Sinnvolle Begründung von Werten und Normen – zeigen, was das sich in moralischen Werten, Normen artikulierende Gute ist
• Ethik ist praktische Philosophie – Frage nach Allgemeingültigkeit von Normen
• Ethik ist auch Theorie der guten Lebensführung, hat zu tun mit praktischem Handeln – fundamental für uns

In der Kowi sind wir konfrontiert mit Konflikten  sind eigentlich Normkonflikte und müssen moralisch diskutiert werden  geht um die Fragen der Moral und Ethik

Systemtheorie & Verantwortung den Anspruch auf Verantwortung in der Systemtheorie luhmanns, saxer und rühls:

Journalismus gilt als Handlungssystem
Journalismus besteht nicht aus Personen sondern aus relevanten Operationen
Zentraler Begriff ist die Themensetzung = das Bereitstellen von Themen zur öffentlichen Kommunikation, die Thematisierung von Wirklichkeit – damit Gesellschaft über sich diskutieren kann  Hauptfunktion (Rühl)

Wie stellt Journalismus Themen bereit?
• Durch Selektionsprozesse, übernimmt dies für Gesellschaft
• Journalismus betreibt Selektion, notwendig weil Welt komplex ist

Zur Verantwortung gehört der Begriff der Risikoübernahme:
Die „Verantwortung“ des Journalisten in seiner Berufsrolle besteht in der Übernahme des Risikos der „wissenden Unwissenheit“ – Der Journalist wählt bestimmte Themen, die auf Kosten anderer gehen, obwohl sie auch ev. relevant wären
 Ethisches Hauptproblem: Risiko entsteht, vieles bleibt ausgeklammert

Rühl/Saxers Versuch – Unterscheidung zwischen „Verantwortung“ der Berufsrolle und „Verantwortlichkeit“ der Person
 Problematisch: in der Systemtheorie wird Ethik ausgeblendet
 Im System geht es nur darum, dass berufliche Aufgaben erfüllt werden
 Persönliche Verantwortung hat keinen Platz – abgeschoben als „Verantwortlichkeit“

Doppelte Selektivität: Journalist selektiert sowohl die Themen (Inhalte) als auch die Formen (der Darstellung) und trägt dafür „Verantwortung“

Doppelte Kontigenz: Luhmann - in jedem sozialen kontakt ist eine doppelte Kontigenz angelegt. Für jede soziale Interaktion braucht es mind. 2 Personen – Alter & Ego
Sie haben verschiedene Verhaltensmöglichkeiten und wissen voneinander, dass sie sich so oder so verhalten können – man kann sich dem nahegelegten Modus fügen oder abwenden
 Unter dieser Voraussetzung kann man sinnvoll von Kommunikation sprechen, Kommunikation ist immer Übermittler von Selektion



Welcher theorie dem konstruktivismus entgegensteht und ein beispiel für den unterschied zwischen der konstruktivistischen verantwortung und der personalen verantwortungsethik????


Welche zusätzlichen Ethikbegriffe/Verantwortungen durch den Konstruktivismus enstanden sind???

Diskutieren Sie den Begriff der „Achtung" aus systemtheoretischer Perspektive. Stellen Sie den system-rationalen Achtungsbegriff der Kantischen Achtung für das Sittengesetz gegenüber:

Achtung ist keine Folgerung aus dem objektiven Tatbestand – sondern besondere Form der Kommunikation, ein Prozess von hergestellten Strukturen für normatives Erleben von Mitmenschlichkeit
Prinzip der Mitmenschlichkeit = Umstand, dass Ego & Alter einander bedürfen
- Nicht die „typische“ Mitmenschlichkeit
- Nicht verstehen als moralisches Prinzip

Niemand kommuniziert alleine für sich  Achtung wird gewährt und entzogen

Kantsche Achtung????????


Was drückt der kategorische Imperativ aus? Worin liegt der Unterschied zur Diskursethik von Habermas

Kategorischer Imperativ besagt: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz wird“
 Dient zur Überprüfung, ob meine Handlungsmaxime moralisch ist – wenn es für alle gelten soll ist es moralisch
 Das was du willst füge auch einem anderen zu
 Kategorische Imperativ enthält keinen inhaltlich bestimmten Zweck oder Absicht
 Geht nur um die Form und das Prinzip, woraus die Handlung selbst folgt

Gegenteil:
hypothetischer Imperativ: damit dieser für bestimmte Person Geltung erlang, muss sie Zweck/Absicht haben

Diskursethik: gibt mir Möglichkeit um sprachliche Handlung zu reflexieren, kritisieren
Wenn es darum geht Normen zu rechtfertigen – wird mithilfe des Diskurses gelöst
Hier kommt vor allem der praktische Diskurs ins Spiel
 Bei Norm- In Fragestellung wird praktischer Diskurs zur legitimierenden Instanz des Geltungsanspruch

Unterschied:
Bei der Diskursethik steckt Zweck dahinter – will moralische Werte durch Zwecke der Konfliktlösung/Konsensbildung lösen

Kant: Man soll moralische Werte nicht durch Zwecke rechtfertigen
Habermas: Werte werden dadurch aber nicht begründet, wenn dann erfolgt nur Zustimmung
Kant: geht um den moralischen Entschluss – „inneren Kampf“ ist nicht empirisch beobachtbar Moralisch= Handlungen, nur wenn sie von moralischen Gesetzen als solchen ausgelöst werden und nicht aus Rücksicht auf äußere Zwecke


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 Betreff des Beitrags: Re: KOMET prüfungsfrag ss2010 HIER!
BeitragVerfasst: 21.06.2010, 16:48 
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Die Prüfungsfragen haben sich etwas abgewandelt, sind aber vom Kern her gleich geblieben (nur die NS fragen hatten wir diesmal nicht, dafür kam Integration dazu).

Ich versuch mich mal an meine 7+1 zu erinnern.

1. Beschreiben sie die allgemeine Systemtheorie, wie sie sich auf den Journalismus auslegt + praktisches Beispiel und beschreiben sie die journalistische Ethik (oder so; wer Theo hatte ist hier klar im Vorteil)
2. Wie kann journalistische Ethik vom Konstruktivismus abgeleitet werden?
3. Unterschied zwischen Ethik und Moral? Und ein praktisches Beispiel aus der zwischenmenschlichen oder massenmedialer Kommunikation anführen.
4. "Aktive Akzeptanz" nach Rainer Geißler (Vortrag von Herczog) beschreiben. Kategorien + wie sich das auf den Integrationsprozess auswirkt
5. Immanuel Kants "kategorischer Imperativ" und wie dieser durch den Habermas'schen Diskurs erweitert wurde
6. Immanuel Kants "Achtung". Beschreiben und geben Sie ein praktisches Bespiel.
7. "Anerkennung" nach Honneth. Wie beschreibt er diese und begründen/beschreiben Sie ob diese für die KOMET wichtig sein könnte.
8. Literaturfrage. Sie haben einen prüfungsrelevanten Text gelesen. Bitte beschreiben Sie diesen und führen sie die Kernaussagen des Textes an.

Die Literaturfrage hat mich nicht überrascht - zum Glück hatte ich mehrere vorbereitet, hab mich dann aber nachdem ich die Fragen gelesen hatte für den Thomaß Text entschieden.
Ich persönlich behaupte ich hatte den einfacheren Test. Die zwei Mädels jeweils neben mir hatten ein paar Fragen da haben mir die Ohren geschlakert. Glück muss der Mensch haben... Fraglich bleibt ob ich bestanden habe ;)


Edit: Dank an Cine wegen der Vervollständigung.


Zuletzt geändert von TomoChan am 21.06.2010, 21:52, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: KOMET prüfungsfrag ss2010 HIER!
BeitragVerfasst: 21.06.2010, 18:09 
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ich hatte ne andere gruppe, meine fragen waren (so weit ich mich erinnern kann):

1. Anerkennungsbegriff in der Kommunikationsethik.. nach Honneth und Taylor.. warum so wichtig ... warum nicht-anerkennen schwerwiegende folgen + beispiel für nicht-anerkennen.

2. warum sozial/kommunikationswissenschaften probleme mit der ethik haben

3. kantsche zweckformel

4. abbildtheorie der medien kritisch betrachten, was sagt diese dann über ethikverständnis aus?

5. interkulturelles anerkennen: wie? wie wirkt sich das aus?

6. habermas' universitalitätsprinzip erklären, welches potenzial für kommunikation

7. wandel vom normativ-ontologischen zum empirisch-analytischen paradigma (in kowi) und jeweiliges ethikverständnis

8. literatur


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 Betreff des Beitrags: Re: KOMET prüfungsfrag ss2010 HIER!
BeitragVerfasst: 21.06.2010, 19:08 
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TomoChan hat geschrieben:
4. "Aktive Akzeptanz" nach Rainer Geißler (Vortrag von Herczog) beschreiben

Kategorien + wie sich das auf den Integrationsprozess auswirkt.

TomoChan hat geschrieben:
6. Immanuel Kants "Achtung". Beschreiben und geben Sie ein praktisches Bespiel aus der zwischenmenschlichen und/oder kommunikativen (?) Kommunikation.

...das "und/oder" gehört zur Frage "Unterschied zwischen Ethik und Moral?" --> da war ein praktisches Beispiel einer moralischen Problemstellung in der zwischenmenschlichen und/oder massenmedialen Kommunikation gefragt.

So weit ich mich erinnere :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: KOMET prüfungsfrag ss2010 HIER!
BeitragVerfasst: 21.06.2010, 21:49 
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ah genau ! massenmedial xD LOL

ich habs echt schon verdrängt. danke - bessere ich oben aus


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