zuletzt geändert: 28.06.06
Autor: pascal

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LV-Evaluation SoSe 06

Eine zeitlang war Qualitätssicherung ja fast eine Art Modewort, ein absolutes MUSS im wirtschaftlichen Leben (und nicht nur dort…). Nach einer kurzen Phase, in der es so schien als hätten alle ausreichend Qualität gesichert und es ruhig um die mehr oder weniger freiwillige kritische Auseinandersetzung mit den eigenen Leistungen wurde, ist der Begriff vor allem wieder seit Mitte Mai im Zusammenhang mit dem ORF und Armin Wolfs Rede bei der Verleihung des Robert-Hochner-Preises in aller Munde.

Aber nicht nur für Unternehmen in der Privatwirtschaft und Organisationen/Institutionen im öffentlichen Bereich ist die regelmäßige Kontrolle der eigenen Performance wichtig – auch für die Universitäten {ja wo gehören die denn eigentlich nun hin? Irgendwie führen die ja momentan(?) gar ein grausames hybrides Dasein} stellt sich die Frage der Evaluierung des eigenen Angebots.

Der Hintergrund

Im 1.Abschnitt des Universitätsgesetzes von 2002 ist durch § 14 die Qualitätssicherung und Evaluierung der angebotenen Leistungen geregelt. So wird generell gefordert, dass die „Leistungen der Universitätsprofessorinnen und Universitätsprofessoren sowie der Universitätsdozentinnen und Universitätsdozenten und der wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (…) regelmäßig, zumindest aber alle fünf Jahre, zu evaluieren [sind]“. Näheres ist dann in der Satzung der jeweiligen Universität geregelt.

Also schaun wir uns mal auszugsweise an was die mit 1.März 2005 in Kraft getretene Satzung der Uni Wien zum Thema Qualitätssicherung (§ 19 Abs. 2 Z 3 UG2002) so zu bieten hat:

Aufgabe und Ziel der Qualitätssicherung an der Universität Wien

§ 2. (1) Die Aufgabe der Qualitätssicherung ist die Analyse und Bereitstellung von grundlegenden Informationen über die universitäre Leistung in den Bereichen Forschung, Lehre und Verwaltung. Diese Information dient primär zur Unterstützung von organisatorischen und inhaltlichen Verbesserungen an der Universität.

Evaluierungszyklus

§ 4. (1) Alle wissenschaftlichen Organisationseinheiten und damit die Leistungen des wissenschaftlichen Universitätspersonals sind regelmäßig, jedenfalls alle fünf Jahre zu evaluieren.

(2) Alle Dienstleistungseinrichtungen und die anderen administrativen Einheiten sind regelmäßig, jedenfalls alle sieben Jahre zu evaluieren.

Evaluierungskriterien

§ 7. (1) Bei der Beurteilung des wissenschaftlichen Universitätspersonals sind alle Leistungen in Lehre, Forschung und Verwaltung sowie alle sonstigen im Interesse der Universität gelegenen Tätigkeiten zu berücksichtigen.

(2) Für die Evaluierung der Leistungen im Bereich der Forschung sind die Spezifika der Fächer zu berücksichtigen. Es sind insbesondere Kriterien zu verwenden, die das Ausmaß an Forschungsaktivitäten, den Forschungsoutput sowie den gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Impact messen. Die Universität Wien orientiert sich dabei an den jeweils aktuellen Standards europäischer Evaluationsagenturen.

(3) Bei der Evaluierung der Leistungen im Bereich der Lehre sind insbesondere die erworbenen Kompetenzen (learning outcomes), die Lehrbelastung, die Lehrorganisation und die Lehrveranstaltungsbeurteilung durch die Studierenden zu berücksichtigen.

Veröffentlichung der Ergebnisse

§ 8. (1) Die Ergebnisse der Evaluierung sind, unter Beachtung von Abs. 2, in geeigneter Form (aggregiert) zu veröffentlichen.

(2) Bei der Veröffentlichung der Ergebnisse ist auf alle Fälle darauf zu achten, dass die Rechte der in die Evaluierung einbezogenen Personen gewahrt bleiben.

(3) Personenbezogene Ergebnisse der Evaluierung sind an die zuständigen Universitätsorgane weiter zu leiten.

(4) Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der evaluierten Einheit sind die Berichte der Evaluierung zur Verfügung zu stellen.

Umsetzung der Ergebnisse
§ 9. (1) Die Ergebnisse der Evaluierungen bilden eine Grundlage für Entscheidungen der Universitätsorgane, insbesondere für die Zielvereinbarungen und für die Entwicklungsplanung.

(2) Im Rahmen der Verhandlungen über die Zielvereinbarung zwischen den wissenschaftlichen Organisationseinheiten und dem Rektorat hat die Leiterin oder der Leiter der wissenschaftlichen Organisationseinheit einen Bericht über die Umsetzung der Empfehlungen der Evaluatorinnen und Evaluatoren zu legen.

(3) Die Ergebnisse der Evaluierungen sind bei den individuellen Zielvereinbarungen zwischen den Leiterinnen und Leitern der Organisationseinheiten und dem wissenschaftlichen Universitätspersonal zu berücksichtigen.


Zusammenfassend können wir also sagen:

• Ziel ist es ein (oder mehrere) kritische Blicke auf die Bereiche Forschung, Lehre und Verwaltung zu werfen, (vorhandenes) Verbesserungspotential zu erkennen und die erworbenen Erkenntnisse als Basis für positive Veränderungen zu sehen und zu nutzen.

• Die Evaluation hat alle fünf, für bestimmte Teilbereiche wie die Verwaltung alle sieben Jahre stattzufinden.

• Die Ergebnisse der Evaluation sind unter Rücksichtnahme auf die Rechte einzelner „Evaluierter“ zu veröffentlichen.

• Die Ergebnisse der Evaluation sowie die Umsetzung der daraus abgeleiteten Vorschläge stellen ein wichtiges Element für (die Verhandlungen über) die Zielsetzungen und Entwicklung der Universität bzw. der jeweiligen Fachbereiche dar.

So weit, so gut. Oder doch nicht? Genügt uns DAS denn wirklich?

Die Studienprogrammleitung Publizistik- und Kommunikationswissenschaft hat sich jedenfalls dazu entschlossen gemeinsam mit den KollegInnen Mag.(a) Barbara Korb und Katharina Krovat (Fachtutoriumskoordination) sowie uns von der IG/StV Publizistik über das seitens der Universität Wien geforderte Maß hinauszugehen und eine eigene Lehrveranstaltungs-Evaluation durchzuführen.

Das Resultat ist eine lehrveranstaltungstypenspezifische Online-Befragung, die ab sofort jedes Semester durchgeführt werden soll. Und für das Sommersemester 2006 stehen die Fragebögen ab sofort zu eurer Beantwortung bereit!

Okay, das klingt ja schon mal sehr gut. Aber was tu ich jetzt?

Sofern du im Datensatz deines Accounts im LV-Anmeldesystem eine funktionierende Email-Adresse angegeben hast, bekommst du im Laufe der nächsten Tage einige Emails mit den Links zu den Online-Fragebögen für die Lehrveranstaltungen, die du in diesem Semester besucht hast, bekommen.

Folge den Links und bewerte alle deine besuchten Lehrveranstaltungen und unterstütz uns dabei ein Bild zu bekommen was gut aber auch was schlecht läuft, wo es Änderungen geben sollte und wo nicht, welche anderen Möglichkeiten du gerne in DEINEM Studium geboten bekommen würdest……

Ja…aber was geht uns das an?

Sehr viel sogar!

Die Universität hat sich in den letzten Jahren leider von einem individuell frei gestaltbaren (Lebens-)„Raum“, der sie eigentlich sein sollte, wegentwickelt. Wir StudentInnen werden nicht mehr überall als Teil der wissenschaftlichen Gemeinschaft gesehen, sondern sind vielerorts einfach nur mehr „KundInnen“ einer Dienstleistung – dem Angebot von Bildung.

Und bestimmt jedeR von uns kennt das Gefühl über bestimmte universitäre Rahmenbedingungen unglücklich zu sein, seien es überfüllte Hörsäle, LV-Inhalte die weit weg von den laut Studienplan zu vermittelnden Inhalten oder fern von jeglicher Aktualität sind oder sei es unflexibler Umgang mit uns Studierenden, der die ohnehin rar gewordenen Mitgestaltungsmöglichkeiten noch weiter einschränkt und damit der „Verschulung“ der universitären Lehre in die Hände spielt.

Wenn wir schon die Möglichkeit bekommen unseren Unmut aber auch unsere Zufriedenheit mit bestimmten Um- und Zuständen an der Universität Wien bzw. an unserem Institut Ausdruck zu verleihen, dann sollten wir uns diese Chance uns Gehör zu verschaffen – noch dazu wenn es auf offene Ohren stößt – nicht entgehen lassen.




Aus diesem Grund bitten wir

euch um rege Teilnahme

an der LV-Evaluation !!!

Also BITTE MITMACHEN & auch
den KollegInnen

WEITERSAGEN.

DANKE !!!