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zuletzt geändert: 7.01.08 Autor: andi © IG Publizistik |
Von A(usbildung) bis Z(ugangsbeschränkungen) Über das Ende des freien Hochschulzugangs durch eine systematische Ökonomisierung der Bildung. Wagen wir zu Beginn einen kurzen Blick in die Vergangenheit: Es gab einmal eine Zeit, in der man an die Uni kam und sich frei für jedes angebotene Fach entscheiden konnte; in der jede/r das studieren konnte, was er/sie wollte. Eine Zeit, in der man - beinahe - alles ausprobieren konnte, was die akademische Lehre zu bieten hat(te) - unabhängig davon, ob es nun in direktem Zusammenhang mit dem eigenen Studium stand oder nicht; und als sich noch niemand damit auseinandersetzen musste, was zum Teufel eine ‚Voraussetzungskette’ ist und welche Folgen solche haben. Man besuchte Lehrveranstaltungen auch einfach nur einmal darum, weil sie ein interessantes Thema bzw. ein interessantes Semester versprachen. Und es war eine Zeit, in der die Studierenden noch mitbestimmen konnten, wenn es um ihre Angelegenheiten ging. Diese Zeit gab es. Doch sie ist (spätestens) jetzt wohl endgültig vorbei. Vom kleinen halben.. Das UG 02 und die Entrechtung der Studierenden, Bologna und die damit einhergehende, zunehmende Verschulung des Studiums unter dem Deckmantel der alles überstrahlenden internationalen Vergleichbarkeit, die Studiengebühren. In den letzten Jahren mussten die Studierenden schon so manche Grauslichkeit über sich ergehen lassen, doch das Ende des freien Hochschulzugangs hebt diese ganze Entwicklung noch einmal auf die nächst höhere Stufe. ..über das große Ganze.. Diese systematische Ökonomisierung der Bildung hat inzwischen schon dazu geführt, dass es offensichtlich breiter Konsens ist, die Universitäten nur mehr als so schnell wir möglich zu absolvierende Ausbildungsstätten zum/zur ControllerIn, MeinungsforscherIn oder JournalistIn zu begreifen; und nicht mehr als Ort der intellektuellen, kritischen Reflexion. Denn das waren sie einmal, und das sollten, ja müssen sie auch weiterhin sein. Zwischen Bildung und Ausbildung besteht nun einmal ein sehr großer Unterschied, doch sich auf der Universität zu bilden, wird immer schwerer und schwerer. ..bis zur Kommunikationswissenschaft. An der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft hat das inzwischen schon so weit geführt, dass Studierende nicht einmal mehr die Möglichkeit haben, an ihrem eigenen Institut (!) alle Lehrveranstaltungen zu besuchen, die sie eigentlich interessieren würden. Und warum? Weil dem Haus schlicht und ergreifend nicht die nötigen (finanziellen, personellen und räumlichen) Mittel zur Verfügung stehen. Andreas Puschautz ---------------------------------------------------------------------------------- Dieser Artikel erschien erstmals in der aktuellen Unique (Ausgabe 07/07), dem Magazin der ÖH Uni Wien. |
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