zuletzt geändert: 28.01.08
Autor: pascal

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LV-Evaluierungen

Eine zeitlang war Qualitätssicherung ja fast eine Art Modewort, ein absolutes MUSS im wirtschaftlichen Leben (und nicht nur dort…). Nach einer kurzen Phase, in der es so schien als hätten alle ausreichend Qualität gesichert und es ruhig um die mehr oder weniger freiwillige kritische Auseinandersetzung mit den eigenen Leistungen wurde, ist der Begriff vor allem wieder seit Mitte Mai 2006 im Zusammenhang mit dem ORF und Armin Wolfs Rede bei der Verleihung des Robert-Hochner-Preises in aller Munde gekommen.

Aber nicht nur für Unternehmen in der Privatwirtschaft und Organisationen/Institutionen im öffentlichen Bereich ist die regelmäßige Kontrolle der eigenen Performance wichtig – auch für die Universitäten {ja wo gehören die denn eigentlich nun hin? Irgendwie führen die ja momentan(?) gar ein grausames hybrides Dasein} stellt sich die Frage der Evaluierung des eigenen Angebots.

Der Hintergrund

Im 1.Abschnitt des Universitätsgesetzes von 2002 ist durch § 14 die Qualitätssicherung und Evaluierung der angebotenen Leistungen geregelt. So wird generell gefordert, dass die „Leistungen der Universitätsprofessorinnen und Universitätsprofessoren sowie der Universitätsdozentinnen und Universitätsdozenten und der wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (…) regelmäßig, zumindest aber alle fünf Jahre, zu evaluieren [sind]“. Näheres ist dann in der Satzung der jeweiligen Universität geregelt (Eine ausführliche Auseinandersetzung dazu findet ihr hier).

Zusammenfassend lässt sich jedenfalls folgendes festhalten:

• Ziel ist es ein (oder mehrere) kritische Blicke auf die Bereiche Forschung, Lehre und Verwaltung zu werfen, (vorhandenes) Verbesserungspotential zu erkennen und die erworbenen Erkenntnisse als Basis für positive Veränderungen zu sehen und zu nutzen.

• Die Evaluation hat alle fünf, für bestimmte Teilbereiche wie die Verwaltung alle sieben Jahre stattzufinden.

• Die Ergebnisse der Evaluation sind unter Rücksichtnahme auf die Rechte einzelner „Evaluierter“ zu veröffentlichen.

• Die Ergebnisse der Evaluation sowie die Umsetzung der daraus abgeleiteten Vorschläge stellen ein wichtiges Element für (die Verhandlungen über) die Zielsetzungen und Entwicklung der Universität bzw. der jeweiligen Fachbereiche dar.

So weit, so gut. Oder doch nicht? Genügt uns DAS denn wirklich?

Natürlich nicht! Aus diesem Grund haben wir von der IG Publizistik uns gemeinsam mit den Kolleginnen Mag.(a) Barbara Korb und Mag.(a) Katharina Krovat sowie der Studienprogrammleitung dazu entschlossen über das seitens der Universität Wien geforderte Maß hinauszugehen und eine eigene Lehrveranstaltungs-Evaluation durchzuführen.

Das Resultat war eine lehrveranstaltungstypenspezifische Online-Befragung, die seit Sommersemester 2006 am Ende jedes Semester durchgeführt wird.

Ja…aber was geht uns das an?

Sehr viel sogar!

Die Universität hat sich in den letzten Jahren leider von einem individuell frei gestaltbaren (Lebens-)„Raum“, der sie eigentlich sein sollte, wegentwickelt. Wir StudentInnen werden nicht mehr überall als Teil der wissenschaftlichen Gemeinschaft gesehen, sondern sind vielerorts einfach nur mehr „KundInnen“ einer Dienstleistung – dem Angebot von Bildung.

Und bestimmt jedeR von uns kennt das Gefühl über bestimmte universitäre Rahmenbedingungen unglücklich zu sein, seien es überfüllte Hörsäle, LV-Inhalte die weit weg von den laut Studienplan zu vermittelnden Inhalten oder fern von jeglicher Aktualität sind oder sei es unflexibler Umgang mit uns Studierenden, der die ohnehin rar gewordenen Mitgestaltungsmöglichkeiten noch weiter einschränkt und damit der „Verschulung“ der universitären Lehre in die Hände spielt.

Wenn wir schon die Möglichkeit bekommen unseren Unmut aber auch unsere Zufriedenheit mit bestimmten Um- und Zuständen an der Universität Wien bzw. an unserem Institut Ausdruck zu verleihen, dann sollten wir uns diese Chance uns Gehör zu verschaffen – noch dazu wenn es auf (hoffentlich) offene Ohren stößt – nicht entgehen lassen.

Und heute?

Ursprüngliches Ziel dieses Projektes war es, einen oder mehrere kritische Blicke auf die Bereiche Forschung und Lehre zu werfen, (vorhandenes) Verbesserungspotential zu erkennen und die erworbenen Erkenntnisse als Basis für positive Veränderungen zu sehen und zu nutzen.

Leider wurden im Laufe der Semester verschiedene Änderungen an diesem Projekt vorgenommen. Für uns am gravierendsten: Während wir die Ergebnisse der ersten beiden „Durchgängen“ der Evaluierung noch erhalten hatten und euch in zusammengefasster Form zur Verfügung stellen konnten, bekommen wir seit SoSe 2007 die ausgewerteten Daten leider nicht mehr…

Nichtsdestoweniger wollen wir euch zumindest die Evaluierungsergebnisse des SoSe 2006 sowie des WiSe 2006/2007 anbieten:

LV-Evaluierung SoSe 2006

LV-Evaluierung WiSe 2006/2007