zuletzt geändert: 13.05.10
Autor: niki

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Neuerlich Zugangsbeschränkungen beschlossen

Zugangsbeschränkungen – ein Déjà Vue

Ab dem Wintersemester 2010/11 gibt es wieder offiziell Zugangsbeschränkungen. Dies bedeutet eine dramatische Verschlechterung der Studienbedingungen für Erstsemestrige oder diejenigen die es gerne werden wollen. Österreichweit wird es ab dem kommenden WiSe nur mehr 1529 StudienanfängerInnen pro Semester möglich sein das Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft zu beginnen. Dies bedeutet einen Rückgang der StudienanfängerInnenplätze um circa 40%. Angesichts der niedrigen AkademikerInnenquote Österreichs ist diese weitere Entwicklung wohl nur als desaströs zu bezeichnen.


Beschränkungen ohne Ende?

In Wien wurden in der Zeit „ohne“ Zugangsbeschränkungen Modulprüfungen eingeführt und so lange die Studieneingangsphase (die eigentlich zur Orientierung im Studium dienen sollte) nicht positiv absolviert worden ist, darf der/die Studierende keine anderen Lehrveranstaltungen aus dem eigenen Studium besuchen. Zusätzlich wird die freie Gestaltung des Studiums durch zahlreiche Voraussetzungsketten erheblich erschwert. De facto besteht bereits eine doppelte Zugangshürde, welche nun durch den Beschluss der Bundesregierung zur dreifachen wird.


Die soziale Komponente?

Neben den Auswirkungen der Zugangsbeschränkungen auf die ohnehin alarmierend niedrige AkademikerInnenquote und damit der Schwächung des Wissenschaftsstandorts Österreich, sowie dem Ende der freien Bildung, haben die neuen Regelungen auch drastische Folgen für die sozial schwächeren Studierwilligen:

Die Hemmungen sich dem Unialltag, mit seinem Zugangsdschungel, zu stellen werden immer weiter wachsen: Dies fördert wiederum die Öffnung der Schere zwischen Arm und Reich. Nachdem Österreich laut einer aktuellen OECD-Studie in Hinsicht auf die Anzahl der Studierenden, die aus Nicht-Akademiker Familien kommen schlecht abschneidet, sollte man dem aktiv entgegenwirken anstatt diese prekären Entwicklungen weiter zu fördern!

Wir die IG Publizistik, sprechen uns dezidiert gegen Zugangsbeschränkungen und deren weitreichende Auswirkungen aus!