Sommerkolleg 2017

16. Zweisprachiges Sommerkolleg „Tandem“ in Nischnij Nowgorod

28. Juli bis 18. August 2017

(vorbehaltlich der Finanzierung durch das Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft)

 Zielgruppe:

40 StudentInnen aus Österreich, für die Deutsch Muttersprache oder Bildungssprache ist. Bewerben können sich prüfungsaktive (mind. 5 ECTS im letzten Semester) oder forschungsaktive (PH-Studierende) Studierende. Für die Teilnahme sind außerdem Russischkenntnisse im Ausmaß von mindestens einem Semester Russischunterricht an einer Universität oder AHS-Russisch vorzuweisen. Eine aufrechte Inskribierung an einer österreichischen Universität oder Fachhochschule ist Voraussetzung.

 40 StudentInnen aus Russland, die Deutsch lernen.

Ziel des Projekts

ist es, den österreichischen und russischen StudentInnen ausreichend Möglichkeit zu direktem Kontakt zu bieten, um ihre bisher erworbenen sprachlichen bzw. kulturellen Fähigkeiten in der Realität einer möglichst ungezwungenen Kommunikationssituation zu erproben. Das Kolleg bietet den russischen StudentInnen Gelegenheit, auch außerhalb des Unterrichts die österreichischen Gäste mit dem täglichen Leben ihrer Heimat bekannt zu machen. Im Gegenzug haben die russischen TeilnehmerInnen die Möglichkeit, ihre Wissbegier bezüglich Österreich und dem deutschen Sprachraum im unmittelbaren Gespräch mit ihren österreichischen KollegInnen zu stillen.

Anreise:

Wir fliegen mit „Aeroflot“ von Wien-Schwechat nach Moskau-Sheremetyevo. Die erste Nacht verbringen wir im Zug, der in den frühen Morgenstunden in Nischnij Nowgorod ankommt.

Ablauf:

Am ersten Wochenende können Sie sich von der Reise erholen, Ihre russischen KollegInnen kennen lernen und mit ihnen die Stadt erkunden. Am Sonntag gibt es eine offizielle Eröffnungsfeier mit anschließenden Einstufungstests.
Die erste Unterrichtswoche dauert von Montag, dem 31.7. bis Freitag, dem 4.8. Das Wochenende 5./6.8. ist voraussichtlich frei. Sie können die Zeit nach Ihren Bedürfnissen gestalten: etwa einen Ausflug unternehmen, die Familien ihrer GastgeberInnen besuchen, Nischnij Nowgorod erkunden oder einfach ausschlafen.
Die zweite Unterrichtswoche dauert von Montag, dem 7.8. bis Freitag, dem 11.8. Am Samstag, dem 12.8. starten wir unsere Schiffsreise auf der Wolga. Sie geht von Nischnij Nowgorod über Pljos, Jaroslawl und Kostroma nach Uglitsch und zurück.
Am 16.8. nehmen wir den Nachtzug nach Moskau. Nach einem eindrucksvollen Ausklang des Programms in der russischen Hauptstadt, fliegen wir am 18.8. zurück nach Wien, wo wir in den frühen Abendstunden ankommen.

Unterbringung:

Im Studentenheim in Nischnij Nowgorod wohnen ÖsterreicherInnen und RussInnen in Zwei- bzw. Dreibettzimmern zusammen. Vom Komfort her bietet die Unterbringung etwa Jugendherbergsstandard. Das Studentenheim befindet sich neben der Linguistischen Universität, nur wenige Gehminuten  vom Stadtzentrum entfernt. (Большая Печёрская 36) In unmittelbarer Nähe gibt es diverse Supermärkte und Cafés. Auch zum nächsten Einkaufszentrum, der Wolgapromenade und der Seilbahn, die zur benachbarte Stadt Bor am anderen Wolgaufer führt, ist es nur ein Katzensprung.

Unterricht:

Der Unterricht findet von 09:30 bis 11:00 und von 11:30 bis 13:00 in den Räumlichkeiten der Linguistischen Universität statt. Der Unterricht wird ausschließlich von muttersprachlichen LehrerInnen abgehalten. Die Teilnahme ist verpflichtend, sowohl was den Unterricht in der Zielsprache als auch den in der Muttersprache betrifft.

Unterrichtsmethode:

Der Sprachunterricht wird in gemischten Gruppen geführt, die StudentInnen nehmen im „Tandem“ abwechselnd als Muttersprachler und als Lernende am Unterricht teil. Der Sprachwechsel erfolgt nach jeder Unterrichtseinheit, sodass Sie jeden Tag sowohl Russisch als auch Deutsch haben. Damit beide Seiten so viel wie möglich vom Kurs profitieren können, soll die Freizeit zum überwiegenden Teil für den Spracherwerb bzw. die Sprachvermittlung mit dem/der PartnerIn genützt werden. Dafür bietet einerseits das Rahmenprogramm viele Möglichkeiten, andererseits kann die Freizeit aber auch individuell mit dem/der PartnerIn geplant werden.

Rahmenprogramm:

Außer dem Unterricht gibt es keine Veranstaltungen, deren Besuch verpflichtend wäre. Allerdings werden an den Nachmittagen eine Reihe von Exkursionen und Veranstaltungen, sowie fakultative einsprachige Unterrichtsstunden (nicht im Tandem) angeboten. Das Programm bietet außerdem die Möglichkeit, gemeinsam zu singen, zu kochen, Sport zu treiben oder Theater zu spielen.

Verpflegung:

An den Unterrichtstagen ist für Frühstück und ein warmes Mittagessen gesorgt. Das Abendessen und die Verpflegung an den freien Tagen sowie in Moskau sind der Eigeninitiative überlassen. Während der Schiffsreise in der dritten Woche genießen wir Vollpension. Im Studentenheim stehen vier Küchen mit je einem Kühlschrank und zwei Herden zu Verfügung.

Finanzielles:

Vom BMWFW werden die Kosten für Hin- und Rückreise, Unterricht, Unterbringung, Verpflegung und einen Teil des Rahmenprogramms übernommen. Die Reiseversicherung (wir organisieren eine günstige Gruppenversicherung), sowie die Schiffsreise müssen von den TeilnehmerInnen des Kollegs selbst bezahlt werden. Da für die Mehrzahl der russischen StudentInnen eine solche Reise unerschwinglich ist, kann ihnen nur ein Teil der tatsächlich anfallenden Kosten abverlangt werden. Die ÖsterreicherInnen übernehmen mit ihrem Beitrag daher auch den Rest der für die russischen TeilnehmerInnen anfallenden Kosten. Von den österreichischen TeilnehmerInnen ist ein Kostenbeitrag von 520 € zu bezahlen. Die Zahlung erfolgt mit Zahlschein bis spätestens 8. Mai.

Da das BMWFW Ihre Teilnahme am Sommerkolleg durch ein Stipendium fördert, wird von Ihnen erwartet, dass Sie sich aktiv am Unterricht beteiligen. Sollte das nicht der Fall sein, müssen Sie damit rechnen, dass Ihr Stipendium an das Ministerium zurückzuzahlen ist.

Anforderung für die Teilnahme ist die Bereitschaft

  • sich auch am Deutschunterricht aktiv zu beteiligen
  • auf dem Seminar in einem für die PartnerInnen verständlichen Deutsch zu sprechen

Selbstverständlich soll es auf unserem „Tandem“ so viel gemeinsamen Spaß wie möglich geben, denn Sprachen lernt man am besten in entspannter Atmosphäre. Bedenken Sie, dass sprachliches und kulturelles Lernen vor allem dann gelingt, wenn dem „Anderen“, „Fremden“ mit Respekt und Toleranz begegnet wird. Je mehr Zeit Sie mit den russischen KollegInnen verbringen, desto mehr profitieren Sie davon. Reden und denken in der anderen Sprache ist anstrengend, aber es lohnt sich.