PRÄSIDENTIN
Mag. Dr. Susanne Schwinghammer-Kogler
susmatth@aon.at

VIZEPRÄSIDENTIN
Univ.-Prof. Dr. Hilde Haider-Pregler

VIZEPRÄSIDENT
ao.Prof. DDr. Werner Zips

SCHRIFTFÜHRERIN
Mag. Monika Wagner
pr.monika.wagner@gmx.at

KASSIER
Mag. Dr. Michael Hüttler


o. Funktion: Univ. Prof. Dr. Ulf Birbaumer
o. Funktion: ao.Prof. Dr. Manfred Kremser


Ehrenmitglieder:
Univ. Prof. Dr. Wolfgang Greisenegger
Univ. Prof. Dr. Dr. h.c. Karl R. Wernhart
Walter Pfaff

 

Die Gesellschaft für TheaterEthnologie ist bestrebt, etablierte Theorien in Bezug auf ihre hierarchischen Positionierungen Wertungen und Mystifizierungen zu unter-suchen, um die Betrachtung von „fremden Kulturen“ aus dem Blickwinkel westlicher Wertvorstellungen, Klischees und Erwartungshaltungen zu entlarven.

Die künstlerische und wissenschaftliche Auseinandersetzung mit nicht-westlichen Theater- und Performanceformen ist grundlegend, um einen Prozess zu initiieren, der das eurozentristische hierarchi-sierende Kunstverständnis dekonstruiert. Diese wertende Sichtweise findet ihren Ausdruck in der inadäquaten Auseinandersetzung mit nicht-westlichem, zeitgenössischem Theater bzw. in der damit verbundenen Reduktion auf traditionelle, rituelle Theater- und Performanceformen. Westliche Theaterschaffende und Theaterwissenschaftler/innen verfügen häufig nicht über das nötige Wissen, über die soziokulturellen Hintergründe der untersuchten Theaterformen. Die sich daraus ableitenden Klassifizierungen manifestieren sich in der Annahme, dass in nicht-westlichen Kulturen kein zeitgenössisches, avantgardistisches Theater existiere. Häufig finden nicht-westliche Theaterformen nur im Kontext ihrer Nutzbarmachung und Relevanz für das westliche Theater Erwähnung.

Die Einbeziehung von lokalen Theaterwissenschaftler/innen, Künstler/innen und Kritiker/innen, die Aufschluss über die Positionierung bzw. künstlerische Bedeutung jener Theaterformen aus der Perspektive ihrer jeweiligen Gesellschaft geben können, ist Basis einer differenzierten Betrachtungsweise zeitgenössischer Theaterkunst. Neben den Unterschieden soll hierbei auch die Verbindung bzw. das Wechselspiel nicht-westlicher Performanceformen mit der westlichen Theater-tradition untersucht werden.

Dieser Intention liegt die Auffassung zugrunde, dass Ästhetik stets Produkt historischer und soziokultureller Realitäten ist. Jede Kultur bringt ihr charakter-istisches ästhetisches Empfinden hervor und entwickelt spezifische Sichtweisen, Wertungen und Kategorisierungen, die nur im Kontext der jeweiligen Gesellschaft wahrnehmbar und verstehbar sind. Das eurozentristische Konzept einer universellen Ästhetik erscheint daher fraglich.

ZIELE

• Förderung der Akzeptanz, Toleranz und des Verständnisses für zeitgenössische, nicht-westliche Theaterkunst

• Etablierung eines interdisziplinären theaterethnologischen Forschungsansatzes

• Entwicklung einer interdisziplinären Forschungsmethode

• Aufbau eines internationalen, interdisziplinären Netzwerkes

• Dokumentation zeitgenössischer, nicht-westlicher Theater- und Performanceformen

• Dokumentation theatraler Ausdrucksformen von ethnischen, sozialen und religiösen Minderheiten in Europa