LeserInnenbrief von Almuth Waldenberger zu
„RTL-Wüstencamp: Hier sitzt Wurst in der Wüste“, Österreich 14.5.2013, Insider S. 25
S.g. Frau Gasser,
uns ist bewusst, dass es im Rahmen flotter Society-Berichterstattung ein schwieriger Job sein kann, über Formate wie das RTL-„Wüstencamp“ zu berichten. Ein Format wie dieses, in dem E-Promis und afrikanische Indigene zum Zweck eines möglichst großen Kulturkontrasts vorgeführt und ethnische Stereotype geschürt werden – ursprüngliche Nacktheit, erotische Wildheit, primitive Naivität sind nichts anderes –, gehört an sich schon kritisiert, und wir verstehen, dass das nicht Ihr Job ist. Was aber sehr wohl in Ihrer Verantwortung liegt, ist, dass Sie diesem Medien-Skandal noch beipflichten, indem Sie im Bildtitel das Wort “Eingeborene” für die abgebildete Himba-Frau verwenden. Dass dies ein diskriminierender und aus dem allgemeinen Wortgebrauch weitgehend verschwundener Begriff ist, sollte auch einer Society-Journalistin mehr als bewusst sein.
Viele Grüße
Almuth Waldenberger
Inititative “Teilnehmende Medienbeobachtung”
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