Aug282017

Für Muslime gilt die Schuldvermutung

Der Kommentar erschien am 28. 8. 2017 im Standard.

Über die erfolgreiche Strategie, den Antisemitismus islamischen Gemeinden anzulasten.

Als ob Europa je frei von Rassismen und Fremdenfeindlichkeit gewesen wäre, als ob es nie Diskriminierungen von Minderheiten gegeben hätte, schaffen es rechte Parteien, rechte Blätter und rechte Kommentare erfolgreich, den grassierenden Antisemitismus dem Islam und seinen Angehörigen in die Schuhe zu schieben. weiterlesen »

Aug252017

Leserbrief zur Gegenüberstellung Mindestpension-Mindestsicherung im Kurier

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben uns sehr über die Gegenüberstellung der unterschiedlichen Sozialleistungen und Mindestpensionen „Sebastian Kurz und Heinz-Christian Strache wollen Sozialleistungen für Flüchtlinge kürzen(…)“ vom 22.08.17 gefreut. Online nachlesen

Allein die Komplexität dieser Ausarbeitung lässt erahnen, wie facettenreich das System eigentlich ist. Kurze Slogans, welche gerne in politischen Kreisen gebracht werden, verlieren hier schnell an Glaubwürdigkeit. Natürlich wäre es weitaus einfacher den Ausrufen von den Herren Kurz und Strache zu glauben, ohne sich selbst mit der Materie zu beschäftigen. Gerade deshalb ist es erfreulich, dass im Kurier versucht wurde, diese Aussagen zu hinterfragen und kritisch zu beleuchten.

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Jun082017

Die merkwürdigen Kulturbegriffe einflussreicher Herren

Der Kommentar erschien am 6. 6. 2017 in der Wiener Zeitung.

Der deutsche Innenminister beschwört eine „deutsche Leitkultur“, der österreichische Außenminister spricht von „kulturfernen Regionen“ und meint die Türkei, und in rechtskonservativen bis rechtsextremen Kreisen ist zunehmend die Rede von „Gewaltkulturen“.

Was sind das für rückwärtsgewandte eurozentristische Ideologie-Konzepte, denen manche Politiker und manche Medienschaffende verfallen? Wer solche Begriffe im aktiven Wortschatz führt, sollte ein wenig Kulturgeschichte büffeln, seinem ethnologischen Basis-Wissen dringend ein Update verpassen und das Wording überdenken. weiterlesen »

Apr172017

Replik auf „Gender-Studies: Die Geschlechterillusion“ von Axel Meyer

Sehr geehrte NZZ-Redaktion, sehr geehrter Herr Axel Meyer,

In Ihrem Diskussionsbeitrag „Gender-Studies: Die Geschlechterillusion“ vom 04.04.2017, zeigen Sie die unumstößlichen Naturgesetze auf und versuchen gegen die Sozialwissenschaften anzuschreiben, deren Forschungsergebnisse gern als Teil des Genderwahn subsummiert werden. Dabei wird die Legitimität der Naturwissenschaften hervorgestrichen, um ein für alle Mal darzulegen, dass Geschlecht zum größten Teil biologisch determiniert sei. Die sozialkonstruktivistischen Ansätze, als Strömung jenseits von schwarz und weiß beziehungsweise Mann und Frau, seien eine Illusion, mit kaum wissenschaftlicher Evidenz.

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Apr032017

Call for Papers der under.docs: (Deutungs-)Macht des Öffentlichen

Die under.docs der Universität Wien veranstalten von 19. bis 21. Oktober 2017 eine Fachtagung zu Kommunikation mit dem Schwerpunkt „(Deutungs-)Macht des Öffentlichen“. StudentInnen aller Geistes- und Sozialwissenschaften – von Bachelor- bis Doktoratsniveau – können noch bis 10. Juli 2017 laufende oder abgeschlossene Bachelor- bzw. Masterarbeiten, Dissertationen oder andere wissenschaftliche Projekte, Seminar- und Forschungsarbeiten einreichen. Weitere Informationen: http://underdocs.univie.ac.at

Feb272017

Leserbrief: „Mehrsprachigkeit ist ein Mehrwert – und kein Grund für Scham“

Mit einem kurzen Leserbrief haben wir den Beitrag von Zwetelina Ortega (21.02.2017) zum internationalen Tag der Muttersprache gewürdigt.

Hier der Originalkommentar zum Nachlesen:
derstandard

Sehr geehrte Standard-Redaktion,

wir haben uns sehr über den Kommentar „Mehrsprachigkeit ist ein Mehrwert – und kein Grund für Scham“ von Zwetelina Ortega (21.02.2017) gefreut.
Der durchwegs positive Zugang zu Mehrsprachigkeit war sehr erfreulich. Auch wurden die gesellschaftlichen Problematiken und deren Folgen für die Sprechenden von Minderheitensprachen gut nachvollziehbar aufgezeigt.

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Feb132017

Interkulturelles Mentoring für Schulen

Wir möchten hier gerne auf ein unterstützenswertes Projekt hinweisen:
Ziel des interkulturellen Mentorings ist, Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund bei ihrer persönlichen und schulischen Entwicklung zu unterstützen. Studierende mit ähnlichem bikulturellen Hintergrund haben viel Erfahrung, die sozusagen „zur Verfügung gestellt“ wird.

Infos zum Projekt finden Sie hier:
Interkulturelles Mentoring an Schulen

Das Interkulturelle Mentoring für Schulen nimmt auch heuer wieder bei der Abstimmung zum Publikumspreis der Sozialmarie teil. Die Abstimmung läuft noch bis 24. Februar. Das Team des Interkulturellen Mentorings bedankt sich für Ihr Interesse und Ihre Stimme.

Detaillierte Informationen zum Ablauf des Publikumvotings finden Sie hier:
Sozialmarie

Jan292017

Only bad news are good news?

Sehr geehrter Herr Kim Son Hoang, sehr geehrte Standard-Redaktion,

„Flüchtlinge: 90 Prozent halten Demokratie für die ideale Staatsform“ oder „Flüchtlinge: 82 Prozent sind für die Gleichberechtigung von Mann und Frau“ oder „Flüchtlinge: 83 Prozent bewerten Zusammenleben mit anderen Religionen als durchwegs positiv“: Warum positiv, wenn’s negativ auch geht? weiterlesen »

Jan072017

Schandls Text als Warnsignal

Die Publikation des Textes „Sexualverbrechen: Höchste Zeit zu handeln“ von Gernot Schandl (03.01.17) als Kommentar der anderen im Standard ist nicht nur verwunderlich, sondern ein Signal dafür, dass der Qualitätsjournalismus im Umgang mit Meinungen, die zwar klar diskriminierend sind, aber dennoch immer stärker salonfähig werden, noch dabei ist, einen gangbaren Weg zu finden.

In diesem Text werden männliche Flüchtlinge pauschal als potenzielle Vergewaltiger dargestellt, die weggesperrt oder zumindest in der Pampa untergebracht werden sollten, um kein Risiko für österreichische Frauen darzustellen. Auch wir sind nicht dafür, diskriminierende Meinungen auszublenden – Texte wie diese sollten, wenn sie in Redaktionen eintreffen, ein Warnsignal sein und zu mutigem, sensiblem, überlegtem Journalismus ermuntern. Sie sollten jedoch auf keinen Fall unkommentiert abgedruckt werden. weiterlesen »

Nov292016

Über Menschen. Eine Marginalie zur Sprachentwicklung

Der Kommentar erschien am 29. 11. 2016 in der Wiener Zeitung.

Wie das Betroffenheitsgetue bei Kriegen und Katastrophen den Bedeutungsinhalt eines unschuldigen Wortes strapaziert. weiterlesen »