Monatsarchiv: Februar 2010

Ein neues Medium: daStandard.at

Sehr geehrte daStandard-Redaktion,

„Teilnahme an der Medienproduktion ist eine wichtige Voraussetzung zu einer gerechteren medialen Repräsentation der Menschen mit Migrationshintergrund“ und weiter „Nur wenn JournalistInnen mit Migrationshintergrund auch außerhalb von speziell für sie reservierten Nischen tätig werden, kann die mediale Integration erfolgreich sein.“ (Editorial – daStandard) – Mit diesen Worten stellen Sie im Editorial die Ziele der neuen Online-Redaktion daStandard.at vor. Ich stimme Ihnen hier vollkommen zu, und freue mich, dass Sie diese Ziele umsetzen wollen.

Dennoch stehe ich dieser neuen Redaktion ambivalent gegenüber, denn wie drückt sich eine funktionierende mediale Integration aus? weiterlesen »

Olympische Spiele: Indianer mehr als nur Aufputz

Sehr geehrte Ö1 Mittagsjournal Redaktion,

zunächst herzlichen Dank, dass Sie sich in Ihrem Beitrag „Olympische Spiele: Indianer mehr als nur Aufputz“ auch diesem gesellschaftlich und kulturell wichtigen Aspekt der Olympischen Winterspiele in Vancouver widmen. Die Indigenen Völker Kanadas, die sich aus First Nations, Inuit und Métis zusammensetzen, erkämpfen sich zusehends mehr politische und ökonomische Relevanz innerhalb der kanadischen Gesellschaft sowie entsprechende mediale Repräsentanz.

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„Klein-Bollywood“ in Wien

Sehr geehrte Herren Brandl, Groh und Schiel,

leicht schockiert musste ich am  7. Februar 2010  Ihren Artikel  Todesstich in „Klein Bollywood“ – Inder verblutete im Stiegenhaus über einen Mord im 16.Bezirk lesen, wo ein „Inder“ brutalst „niedergestreckt“ wurde.

Die Tat an sich finden Sie wohl genauso grausam wie ich, das Szenario allerdings beschreiben Sie in den buntesten Farben: „Curry-Lokale, Dutzende Videotheken mit bunten Kostümfilmen, daneben bietet ein Reisebüro günstige Flüge nach Mumbai an – die Gegend rund um die Ecke Thaliastraße und Hippgasse gilt als ´klein Bollywood´ von Ottakring.“

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Fremdenangst, Blinddarm und Psyche

Sehr geehrter Herr Ortner,

auch wenn ich mit Ihnen übereinstimme, dass Fremdenangst ein Thema mit gesellschaftspolitischer Relevanz und hohem Diskussionsbedarf ist, kann ich Ihrer Argumentationslinie im Gastkommentar „Fremdenangst, ein Blinddarm der Psyche“ in der Wiener Zeitung vom 16.01.2010 (S. 2). nichts Positives abgewinnen.

Sie beziehen sich auf ein soziobiologisches Erklärungsmodell, welches die Abwehrhaltung und Angst gegenüber „Fremden“ als naturgegeben, also angeboren und kaum veränderlich annimmt. Warum aber nur bestimmten Gruppen mit dem angeblich universell wirkenden Misstrauen begegnet wird, bleibt offen. weiterlesen »

Warum das umstrittene Urteil nichts mit einer sozialwissenschaftlichen Sichtweise zu tun hat

… sondern als solches von Seiten der Sozialwissenschaften zu untersuchen wäre.

Der Kriminalsoziologe Wolfgang Stangl erklärt in seinem Gastkommentar vom 27. Jänner 2010 im Standard die „Argumentationslogik von Verteidigern und Kritikern des umstrittenen Todschlagurteils gegen einen gebürtigen Türken“ und kritisiert unter anderem die „patriotische Perspektive“ im ministeriellen Erlass, wonach der Vorgang aus „österreichischer Sicht“ zu beurteilen sei. Dieser Kritik können wir uns anschließen. In einem anderen Punkt ist ihm jedoch zu widersprechen. weiterlesen »