Monatsarchiv: Mai 2010

Zuwanderung in einem christlichen Weltbild

Leserbrief zum Text “Tolerant bis zur Selbstaufgabe?“ von Martin G. Petrowsky in der Wiener Zeitung, Extra, vom 22. 5. 2010, der am 7. 6. 2010 in stark gekürzter Form erschien.

Sehr geehrter Herr Petrowsky, sehr geehrte Redaktion,

bedauerlich, dass sich nun auch die Wiener Zeitung in den Reigen jener einfügt, die auf emotionaler Ebene gegen Einwanderungswillige, Wirtschaftsflüchtlinge und „Asylanten“ Stellung beziehen, wie geschehen in dem Beitrag Tolerant bis zur Selbstaufgabe? von Martin G. Petrowsky, vom 22. 5. 2010.

Da wird als “Tatsache” beschrieben, dass “Wirtschaftsflüchtlinge … meist … weder die nötige fachliche und sprachliche Qualifikation, noch die nötige Lern- und Anpassungsbereitschaft besitzen”. Dem ist entgegenzuhalten, dass so genannte „Wirtschaftsflüchtlinge“, wenn sie offiziell in eine solche Kategorie eingeteilt werden, ohnedies wieder dorthin geschickt werden, wo sie herkommen. Keine Studie kann daher einen solchen Sachverhalt belegen, dies ist keine Tatsache, sondern eine bloße Meinung desjenigen, der sie erfindet.
Derart bietet dieser Text viele Gelegenheiten, Sätze des Vorurteils zu überführen, der Ungenauigkeit, der unbewiesenen Behauptung oder einer bloßen Meinung, die als Tatsache auftritt. weiterlesen »

„Illegale“ in Österreich – zur Problematik von Begriffen und Zahlen

Leserbrief zum Artikel „Bis zu 100.000 ‚Illegale‘ in Österreich“ von Ania Haar, erschienen in der Presse am 4.5.2010, verfasst von Christina Hollomey

Sehr geehrte Ania Haar, sehr geehrte Redaktion,

Migration, und besonders die undokumentierte Seite davon, ist ein in Politik und Medien viel diskutiertes Phänomen. Jedoch wird es nur selten in seiner Komplexität und Vielschichtigkeit dargestellt. Der Artikel „Bis zu 100.000 ‚Illegale’ in Österreich“ von Ania Haar, erschienen am 4.5. in der Presse, bemüht sich darum, vermeidet Pauschalisierungen und will Informationen kritisch aufbereiten – wird diesem Anspruch aber schlussendlich nicht gerecht. weiterlesen »

„Plötzlich gab es eine Telefonnummer des Islam“ – doch die der KSA lässt weiter auf sich warten

Medien und Öffentlichkeitsarbeit waren eines der Schwerpunkt-Themen der Tage der Kultur- und Sozialanthropologie 2010 – und zwar sowohl aus wissenschaftlicher Sicht wie auch in Bezug auf die Kommunikation wissenschaftlicher Ergebnisse und Ansichten: Im Workshop „Medien und Medienkritik“ wurden verschiedene medienanthropologische Forschungen des Instituts vorgestellt, während die Podiumsdiskussion das Verhältnis der KSA zu Medien und Öffentlichkeit thematisierte.
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Wider ein Burka-Verbot

Ingrid Thurners kritischer Gastkommentar zur Burka-Diskussion erschien am 5. 5. 2010 in der Presse:

Angezettelt von ÖVP-rechts-Außen Maria Fekter unter heftigem Applaus von Hans-Christian Strache hat das unwürdige Schauspiel inzwischen viele Mitwirkende, von Kanzler und Vizekanzler abwärts, die auf offener Bühne ihre jeweiligen Süppchen kochen. Da Wahlen anstehen, ist zu befürchten, dass wir in dieser Debatte, die auf dem Rücken der muslimischen Bevölkerung Österreichs und über ihre Köpfe hinwegtobt, noch viele abstruse Argumente hören werden.

Aber jenes von Herrn Strache wird kaum zu überbieten sein: Er will im Verbot eine integrationsfördernde Maßnahme sehen. weiterlesen »