Monatsarchiv: Oktober 2011

Die europäische Verantwortung für die arabische Wende

Radiobeitrag, gesendet auf WDR 5, Politikum, 25.10.2011

Dem Urnengang in Tunesien werden im November Wahlen in Ägypten und Marokko folgen, und auch in Libyen kämpft man erbittert um eine provisorische Neuordnung, die rivalisierende Kräfte einbindet und Teilhabe möglichst vieler gewährleistet. weiterlesen »

Klischees fressen Hirn auf?

Im Jänner 2011 wurden die verbrannten Leichenteile einer jungen Frau in der Slowakei gefunden, die von ihrem Pflegevater in Österreich mutmaßlich missbraucht und ermordet wurde. Im Juni 2011 fand man in Bratislava die verbrannte Leiche einer Frau, die in Wien bereits seit sieben Monaten vermisst wurde. Niemand vermutete, dass der oder die Täter die Leichen der Frauen im Feuer zubereitet und gegessen hätten, sondern sich vielmehr auf diese Weise der Leichen entledigt haben, um ihre Verbrechen zu vertuschen. Im Oktober 2011 werden verbrannte Leichenteile eines Mannes gefunden, der mit seiner Freundin auf einer Yacht vor Nuku Hiva ankert. Die Schlagzeile in Ihrer Zeitung am 17.10.2011 (und in weiteren Boulevardblättern weltweit): Deutscher in Südsee von Kannibalen ermordet? weiterlesen »

Reisen nach „Afrika südlich der Sahara“

30.9.2011

Sehr geehrte Radioredaktion, sehr geehrter Herr Agathakis!

 

Nach der Sommerpause der regulären „Radio Wien“-Reisesendung „Auf und Davon“ wurde die erste Folge zum Reiseziel Kenia ausgestrahlt, in der – zumindest in der Eingangsphase – der Begriff „Schwarzafrika“ für die Lokalisierung Kenias in Afrika verwendet wurde. Der Begriff „Schwarzafrika“ ist ein kolonialistischer und basiert auf einem rassistischen Konzept der Einteilung der Welt und ihrer BewohnerInnen, da er die angebliche Gemeinsamkeit auf die (vereinheitlichend „Schwarz“ angenommene) Hautfarbe seiner BewohnerInnen bezieht. weiterlesen »

Tattoo ohne Eigenschaften. Zum Peckerl-Klischee

In Berlin wird der Halleiner Tätowierer Raoul S. ermordet. Die längste Zeit im Juli heisst es in der deutschen und österreichischen Presse, dass Rocker ihn vermutlich umgebracht haben. Warum? Irgendwo in der Nähe ist ein Rocker-Club – und Raoul S. war Tätowierer. Schließlich haben Rocker viele Tattoos. Rocker sind außerdem nicht als Friendensengel bekannt, das heißt: Der Mörder wird ein Rocker gewesen sein. War es aber nicht.
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