Monatsarchiv: August 2012

Das Afrikabild in unseren Köpfen

Angesichts von Berichten über Bürgerkriege und Flucht, AIDS und Ebola, Armut und Hungersnöten und den damit verbundenen Spendenaufrufen fragen sich wohl viele ÖsterreicherInnen, „warum ausgerechnet“ in Afrika, „ewig Hunger, Kriege, Staatsstreiche, Korruption, Diktaturen“ herrschen und „da stets Entwicklungs- und Nothilfe das Allerschlimmste verhindern“ müssen. Für MedienkonsumentInnen ist das – angesichts der medialen Bilder, die immer wieder Afrika insgesamt so darstellen – eine nachvollziehbare Frage. Der Chefredakteur eines Qualitätsmagazins sollte eigentlich einige Schritte weiter denken. Das tut Christian Rainer in seinem Beitrag „Darum immer Afrika“ (Profil vom 15.7.2012) leider nicht. Dafür liefert er uns aber ein Lehrstück darüber, wie genau dieses Afrikabild konstruiert wird. weiterlesen »

Reportage: Christian Rainer über die afrikanische Misere

Leserbrief zur Reportage Darum immer Afrika (Profil 29/2012)

Es hätte nicht des Profils (und einer Reise des Herausgebers) bedurft, um das Klischee vom „Krisenkontinent Afrika“ aufzuwärmen. Nicht nur scheint es mir journalistisch schlecht, wenn wenige, einseitig ausgewählte Zitate an die Stelle von eigener Recherche treten, das Ergebnis  ist auch inhaltlich ziemlich schwach: Traditionalismus, Fatalismus, ethnische Konflikte, zu viele Kinder…  solche angeblichen Ursachen der „Entwicklungskrise“ in Afrika waren Herrn Rainer wohl schon vor seiner Reise bewusst. Jetzt gibt es halt die Bestätigung von „Betroffenen“ plus noch Lob für die französische Kolonialherrschaft. weiterlesen »

Was eigentlich ist Islamismus?

Wenn es eine Schwarmintelligenz gibt, dann auch eine Schwarmdummheit. Der inflationäre Gebrauch des Wortes „Islamismus“ in Medien und Stammtischrunden gehört zweifellos zur letzteren. weiterlesen »

Welt&Stadt: Wien ohne rosarote Brille

Es ist höchst begrüßenswert, dass Welt & Stadt, eines der Gratis-Journale der Stadt Wien, dezidiert Informationen für Zugewanderte liefert. Gut ist auch, dass gezielt JournalistInnen mit Migrationshintergrund eine Plattform geboten wird. Und drittens ist positiv hervorzuheben, dass sich die Artikel nicht nur auf den Themenkomplex Integration beschränken, sondern einfach den Alltag aus verschiedenen Seiten beleuchten.

Dennoch bleiben die Berichte leider oft an der Oberfläche; echtes Service und politisch-kritische Information sucht man meist vergebens. weiterlesen »