Monatsarchiv: September 2012

Islamfeindlichkeit und Nichtwissen

Betr.: Identität durch Hass in: Standard, 25. 9. 2012

Sehr geehrter Herr Rauscher, sehr geehrte Redaktion,

ein Autor kann sich nicht dagegen wehren, von seinen Lesern zitiert zu werden, und so ergeht es Salman Rushdie mit Ihrem Kommentar vom 25.  9.  2012, der sich im Übrigen auszeichnet durch Islamfeindlichkeit und Nichtwissen. Jene „wissenschaftlich-kritische Auseinandersetzung mit der Glaubensüberlieferung“, die Sie „den allermeisten muslimischen Ländern“ absprechen, fand ganz im Gegenteil bereits im 7. Jahrhundert in Mekka und Medina statt und kennzeichnet jegliche Auslegung von Koran und Hadithen in allen vier Rechtsschulen.

Mit freundlichen Grüßen
Ingrid Thurner

Unsere Mitschuld an den Krawallen

Der Kommentar erschien in gekürzter Form am 19. 9. 2012 in der Wiener Zeitung und in veränderter Form in Politikum bei WDR5.

Die derzeitigen Ausschreitungen in mehreren arabischen Ländern liefern wieder verschiedenen Medien und Personen, die bereits einschlägig bekannt sind, Vorwände für islamfeindliche Angriffe. Sowie irgendwo in der muslimischen Welt Radikalismus und Dummheit eine Allianz eingehen und mit Gewalt Probleme lösen wollen, wird gleich die gesamte Religion mit allen Gläubigen mitverurteilt. Da können Korrespondenten wie Karim El-Gawhary noch so oft betonen, dass es nur eine Minderheit ist, die zündelt. Wenn auf allen Fernsehkanälen des Abends Feuerschein die Wohnzimmer erhellt, dann werden die rechtskonservativen Kreise wohlig in ihre islamfeindlichen Meinungen gelullt.

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Konflikt mit dem Islam?

LeserInnenbrief zur Aufmachung von Berichten im Standard vom 20. September 2012

Sehr geehrte Standard-Redaktion,

vielen Dank für Ihre Berichte und Analysen zu den aktuellen Unruhen wegen des umstrittenen Films über Muslime. Was mich an der Berichterstattung in der heutigen Printausgabe dennoch gestört hat, ist die Einordnung der Artikel unter dem Schwerpunkt „Konflikt mit dem Islam“. Dies erzeugt das Bild eines Kultur- oder Religionskampfes, welches erfreulicherweise in der Berichterstattung nicht bestätigt wird.

Mit freundlichen Grüßen,
MMag.a Eva Kössner

Initiative Teilnehmende Medienbeobachtung aus kultur- und sozialanthropologischer Perspektive
www.univie.ac.at/tmb

Zur Pieta des Arabischen Frühlings

Zum Kommentar „Die Pieta des ‚Arabischen Frühlings'“ in Die Presse vom 7. 9. 2012 über das zum World Press Photo 2012 gekürte Bild, auf dem eine Jemenitin ihren verwundeten Sohn in den Armen hält.

Wir stimmen mit Ihnen überein, dass das preisgekrönte Pressefoto einen westlichen Blick auf die Vorkommnisse im arabischen Raum offenbart. Aber keineswegs ist diese Frau wegen ihrer Vollverschleierung ihrer Identität beraubt. Sie nennen ja sogar ihren Namen, der weltweit weiterlesen »