Monatsarchiv: Juli 2014

Out of the Jungle hinein ins Sommerloch?

Sehr geehrte Standard-Wissenschaftsredaktion!

Ihr Artikel Isolierter Ureinwohner-Stamm suchte erstmals Kontakt zur Zivilisation vom 9. Juli 2014 im Standard online erscheint als äußerst exotisierender und nicht auf dem Stand der Wissenschaft basierender Bericht, der in einem Qualitätsmedium so nichts verloren hat. Die ursprüngliche Artikelüberschrift „Isolierter-Eingeborenen-Stamm-suchte-erstmals-Kontakt-zur-Zivilisation“, in der Linkadresse noch zu lesen, zeigt die eurozentristische Sichtweise dahinter sehr gut auf. weiterlesen »

Foto von Gewaltbetroffenem in HEUTE WMExtra

Sehr geehrter Herr Dr. Nusser!

Bei der Durchsicht Ihrer Zeitung HEUTE am Montag, 7.7.2014 waren wir von der Illustration des Beitrages „Messer-Attacke! Public Viewing in Costa Rica endet mit Blutbad“ im WMExtra regelrecht schockiert. Das relativ groß abgedruckte Foto zeigt einen auf der Straße liegenden Mann mit einem Messer im Rücken stecken. weiterlesen »

Im Zweifel gegen ein Burka-Verbot

Der Kommentar erschien am 9. 7. 2014 in der Wiener Zeitung.

Niemand darf einer Frau die Verhüllung aufzwingen – und niemand darf sie ihr verwehren.

Die Debatte um ein Verbot der weiblichen Ganzkörperverhüllung in der Öffentlichkeit ist dominiert von ethnologischer Unkenntnis, historischen Wissenslücken, hastig zusammengegoogelten Erläuterungen und an den Haaren herbei gezogenen Argumenten. Sie hat viele Mitwirkende, selbsternannte Fachleute, wohlmeinende Feministinnen, rechts stehende Parteien und ihre medialen Sprachrohre. Nicht thematisiert werden die Wünsche und Bedürfnisse derjenigen, die ein solches Kleidungsstück tragen könnten, die ganze Diskussion findet nahezu unter Ausschluss von Musliminnen statt. Zur Verdeutlichung von Standpunkten sind sie auf soziale Netzwerke und Blogs verwiesen, auf Druckwerke mit geringen Auflagen oder beschränkten Zielgruppen.

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Himba: Leben wie vor 500 Jahren?

Sehr geehrte Redaktion,

der Bericht „Leben wie vor 500 Jahren“ des Deutschlandfunk vom 22. 6. 2014 hat uns über weite Strecken gefallen, weil er nicht bloß wie so oft die Kuriositäten voyeuristisch vorführt, sondern Kulturelemente, die mitteleuropäischen Interessierten unerklärlich sein müssen, in verständlicher Sprache in ihren sozialen Zusammenhängen erläutert.

Dennoch erlauben wir uns, auf einige Widersprüche aufmerksam zu machen. weiterlesen »