Archiv des Autors: Heidi Weinhäupl

Presserat verurteilt Falter-Cover

Dem Presserat wird bei der derzeitigen Berichterstattung sicher nicht langweilig – das zeigen schon die vielen gemeldeten Artikel. Um zwei Entscheidungen herauszugreifen: Der Presserat gab letzte Woche bekannt, dass das Falter-Cover zu den sexuellen Übergriffen in Köln gegen den Ehrenkodex verstößt, weil die Illustration (auf der ausnahmslos dunkel dargestellte Männer sexuelle Übergriffe auf blonde Frauen setzen und ein blonder Polizist danebensteht) ein “generalisierendes Element”
aufweist (siehe Begründung), weil zeichnerisch ein “Prototyp eines Mannes aus dem nordafrikanischen bzw. arabischen Raum konstruiert” wird.
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Den Islam verbieten – oder doch die Zeitung “Österreich”?

Der Einfachheit halber dürfen wir gleich aus Wolfgang Fellners Kommentar „Wie lange noch schauen wir dem Terror zu?“ in der Tageszeitung “Österreich” zitieren: „Der dritte Punkt im Kampf gegen den Terror ist der heikelste: Mittlerweile muss die Diskussion erlaubt sein, ob nicht der Islam als solcher in Europa verboten werden sollte. Bei allem Respekt für die Freiheit der Religionen und die vielen friedlichen, sympathischen Anhänger des Islam auch bei uns in Österreich: Die Grenzen zwischen dem friedlichen Islam und dem Terror im Namen des Islam verwischen sich immer mehr. In unseren städtischen Kindergärten. In vielen Moscheen. Da wird Terror gefördert, gepredigt, vorbereitet. So kann und darf es nicht weitergehen.“

Wolfgang Fellner stellt mit diesem aufhetzenden, pauschalisierenden und diskriminierenden Kommentar nicht nur alle Muslime unter Generalverdacht, sondern auch die Religionsfreiheit in Frage, die in den Menschenrechten und in der österreichischen Verfassung garantiert ist.
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Seit Köln

Seit Köln ist alles möglich. Sogar dass, wie Stefan Niggemeier letzte Woche in Über Medien berichtete, der Deutsche Presserat darüber diskutiert, ob die Zugehörigkeiten von Verdächtigen und TäterInnen zu Minderheiten auch ohne begründbaren Sachbezug genannt werden soll. Ergebnis der Diskussion: Nein, der entsprechende Passus im deutschen Pressekodex bleibt erhalten.
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TMB als “Lebendes Buch” im C3 in Wien

Das C3 – Centrum für Internationale Entwicklung veranstaltet am Mittwoch, den 16. März 2016, eine Living-Books-Veranstaltung zum Thema “Hilfe!? (Gem)Einsam für eine bessere Welt”.

Dabei können gesellschaftlich Engagierte – beruflich oder ehrenamtlich, so wie wir – als Lebende Bücher zu ihren Projekten, ihrem Engagement und ihrer Motivation befragt werden. Neben der Teilnehmenden Medienbeobachtung stehen viele interessante Organisationen – von Train of Hope über Horizont3000, Amnesty, Attac oder dem Ute Bock Projekt bis hin zum Augustin – für Fragen zur Verfügung. Weitere Infos zur Veranstaltung gibt es hier.

Wir würden uns freuen, unsere LeserInnen und Facebook-FreundInnen dort zu treffen!

Belohnung für “ortsüblichen Dresscode” statt Kopftuch? – Zwei Entgegnungen

Der Standard hat vorige Woche einige mehr als hinterfragenswerte Texte als „Kommentare der anderen“ veröffentlicht, darunter den Artikel „Weniger Kopftuch, weniger Überfremdungsangst“ von einem pensionierten Diplomaten namens Michael Breisky, in dem argumentiert (wenn man das so nennen kann) wird, dass nur die kopftuchtragenden Frauen das Kopftuch ablegen müssten und schon wären die „Überfremdungsängste“ der ÖsterreicherInnen weg. Wer das Kopftuch ablegt und den „ortsüblichen Dresscode“ (schwebten ihm da wohl eher Bilder von Dirndln, Faltenröcken oder Jeans vor?) wird dann auch brav mit mehr Geld belohnt. Dadurch, so stellt sich das Breisky vor, sollen langsam die Kopftücher und damit die Ängste aus Österreich verschwinden. Zum Lachen, wenn es nicht so traurig wäre. weiterlesen »

Zu viel Zuwanderung? Mit Informationen gegen Mythen

Sehr geehrte Redaktion der Wiener Zeitung, sehr geehrter Herr Wotke!

Vielen Dank für Ihren Artikel „Eine magische Zahl“ vom 27. August 2015 in der Wiener Zeitung, der wichtige Informationen zur Einwanderungsgeschichte vermittelt. Angesichts der derzeitigen Hasspostings und negativen Meinungsmache in sozialen Medien sind solche Artikel, die darauf hinweisen, dass der österreichische Sozialstaat (und nicht nur der!) von Zuwanderung prinzipiell profitiert, von großer Bedeutung. Allerdings liegt darin auch die Gefahr, die Zugewanderten nur unter dem Aspekt ihrer Nützlichkeit für Österreich zu betrachten – ein Standpunkt, der generell kritikwürdig ist, aber ganz besonders beim Thema Asyl hinterfragt werden sollte.
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Protest: Gegen eine Verkleinerung des Weltmuseums

Das Wiener Weltmuseum muss nach dem Willen von Kulturminister Ostermayer einen Teil seiner Ausstellungsfläche abgeben. Das Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien sowie das Institut für Sozialanthropologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften protestieren gegen diesen bedenklichen Schritt in der folgenden Stellungnahme. Ausführliche Hintergründe und Informationen liefert der im Dezember erschienene Gastkommentar von Thomas Fillitz in der Presse. TMB und die genannten Institute hoffen auf zahlreiche Beteiligung an der Online-Petition!

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TMB-Gastbeitrag: “Zwarte piet” ist nicht gleich Krampus

Ein Gastkommentar von Machteld Venken zur Darstellung der Proteste in den Niederlanden gegen den “zwarte piet” im Falter und anderen österreichischen Medien.

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So loben wir uns das Sommerloch

Sehr geehrter Herr Jasbar, sehr geehrtes Ö1-Team!

In anderen Medien leben im Sommer nicht nur die Loch-Ness-Ungeheuer und Binnen-I-Diskussionen auf, sondern auch die Vorurteile. Dass das Sommerloch aber auch genutzt werden kann, um Vorurteile zu hinterfragen, zeigte sich am Beispiel Ihrer Pasticcio-Sendung „Sommerloch Teil 2“ vom 13. August 2014. Die Aussage eines Hörers („Ich möchte Lehár, Lanner, Strauß, nicht diese Hottentotten-Musik“) wurde zum Anlass genommen, um sich kritisch mit der abfälligen Bezeichnung „Hottentotten“ auseinanderzusetzen. weiterlesen »

Es gibt kein Schweigen der Muslime zum Terror der IS

Ernst Fürlinger, der Leiter des Zentrums Religion und Globalisierung der Donau-Universität Krems und Dozent am Institut für Religionswissenschaft der Universität Wien, widerlegt in einem Userkommentar auf derStandard.at den immer wieder geäußerten Generalverdacht (zum Beispiel von Hans Rauscher im Standard vom 5. August 2014), Muslime würden sich nicht zu Terror und Gewalt im Namen des Islam äußern.

http://derstandard.at/2000004319513/Es-gibt-kein-Schweigen-der-Muslime-zum-Terror-des-IS