Archiv des Autors: Susanna Reiskopf

Miss Vienna eine “Black Beauty”?

ein Leserbrief an die Österreich-Redaktion von Almuth Waldenberger.

Liebe Österreich-Redaktion,

was versprechen Sie sich davon, in Ihrer Berichterstattung am 29.3. über den Ausgang der Wiener Miss-Wahl der Siegerin einen Beinamen zu geben, der die Leserschaft entweder an ein Pferd oder an einen Sklavenmarkt denken lässt?
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TMB bei den Tagen der KSA – ein Mitschnitt

In Folge befindet sich ein Mitschnitt aller 6 Vorträge bei den Tagen der KSA 2012.

Vortrag 1: Bildungspolitische Diskurse in Österreich. Zur sprachlichen Konstruktion von ‘Ausländern’ bei SPÖ und ÖVP.
Mathilde Fixl

Mathilde Fixl arbeitet über die diskursive Ausgrenzung von MigratInnen. Unter diesem Hintergrund analysiert sie politische Texte von ÖVP und SPÖ auf deren Sprache.
Sprache wird als identitätsbildendes und herrschaftslegitimierendes Instrument verstanden. Es stellt sich somit die Frage, ob sie nationale Identität konstruiert.
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Was wir von unseren Kindern lernen sollten

Gastkommentar, Wiener Zeitung Printausgabe: 07.02.2012

Schauplatz Nachmittagsbetreuung. “Herzlich willkommen” steht in vielen Sprachen an der Tür. Hier treffen Volksschulkinder mit unterschiedlicher Muttersprache und Herkunft zusammen. Konfliktsituationen gibt es im Kinderalltag ständig: A. nimmt S. den Radiergummi weg, B. versteckt die Turnschuhe von L., K. stört bei der Hausübung, G. beschimpft andere ohne ersichtlichen Grund, E. kritzelt ins Heft des Sitznachbarn, D. tritt F. absichtlich auf die Zehen . . . Wenn mehrere Kinder aufeinandertreffen, sind solche Probleme normaler Alltag. Grenzen werden ausgetestet, Freundschaften gebildet und auch wieder aufgelöst – Stillstand herrscht hier nie.
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LeserInnenbrief zu “Facebook-Gesichtsverlust”

Sehr geehrter Herr Rauscher, sehr geehrte Standard-Redaktion,

Ihr Kommentar “Facebook-Gesichtsverlust” (Printausgabe 22.11.2011) macht Sie kein bisschen jünger, cooler oder urgeiler, als Sie es Werner Faymann vorwerfen nicht zu sein. Das Einserkastl wird als Plattform genützt, um auf Mitmenschen mit Migrationshintergrund hinzuprügeln – aus welchem Anlass auch immer.

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LeserInnenbrief zu “Neue Wege gegen Arbeitslosigkeit bei Migranten”

Sehr geehrter Herr Gerald John, sehr geehrte Standard-Redaktion,

mit Bedauern habe ich den Beitrag “Neue Wege gegen Arbeitslosigkeit bei Migranten” gelesen (erschienen am 28.10.2011 in der Printausgabe).

Ohne die genannten Fakten bezüglich der Arbeitslosigkeit anzuzweifeln, halte ich deren Darstellung für sehr unglücklich gewählt. Als Einstieg folgt ein Stereotyp dem nächsten. „Sie kommen oft in Begleitung, manchmal mit der halben Familie im Schlepptau. Stumm sitzen die Frauen da, das Kopftuch ins Gesicht gezogen, während der Mann an ihrer Seite das Wort führt. Zieht die Beraterin ihnen doch ein paar Sätze aus der Nase, offenbart sich nicht selten holpriges Deutsch.“

Was wie ein Rätsel klingt – mit der richtigen Antwort „Türkische Mädchen und Frauen zählen zur schwierigsten Klientel von Jobvermittlern“ – ist vielmehr die Festschreibung immer wieder bedienter Stereotype. weiterlesen »

Gerade in Zeiten der Krisen: Macht Urlaub in Griechenland!

“Die Presse”, Print-Ausgabe, 19.07.2011
Online: die Presse.com

Wirft man einen Blick in die Zeitungen der letzten Wochen, scheint das Bild Griechenlands völlig entrückt. Zu Beginn der touristischen Hauptsaison ist mehr die Rede von Krise, Pleite und Streik als von Urlaub.

Zurück von einer Griechenland-Reise: Hätten nicht die Zuhausegebliebenen anhand von Zeitungsinformationen über die „Pleite-Griechen“ informiert, hätte ich mich vor Ort höchstens über die hohen Spritpreise gewundert. Durchaus faszinierend, dass man scheinbar mittendrin statt nur dabei ist, von einer Krise jedoch nichts bemerkt. Aber Griechenland ist wohl weitaus größer als die wenigen Zentren, in denen es zeitweise zu Streiks oder Demonstrationen kommt. weiterlesen »

Staatsbesuch von Abdullah Gül

Sehr geehrter Herr Lattinger, sehr geehrter Herr Nuler,

Mit Verwunderung habe ich in der “Heute” Ausgabe von 02.05.2011 den Beitrag über den Staatsbesuch von Abdullah Gül gelesen.

Bereits die Überschrift „Österreichs umstrittenster Staatsgast“ hat mich entsetzt. In einer solchen Form mit Superlativen zu spielen ist nicht nur reißerisch, sondern auch respektlos. weiterlesen »

Anleitung zu mehr Weltoffenheit

“Die Presse”, Print-Ausgabe, 18.02.2011
Online: die Presse.com

Sehr geehrte Leser! Es stört Sie, dass Menschen in Ihrer Umgebung einen anderen Kleidungsstil bevorzugen als Sie? Oder dass sie sich einer Religion zugehörig fühlen, von der Sie höchstens denken, sie zu kennen? Dass diese eine Sprache sprechen, die Sie nicht verstehen, oder dass sie sich für Geschehnisse in einem anderen Land scheinbar mehr interessieren als für ihr Grätzel?

Darf ich zu einem kleinen Experiment einladen? weiterlesen »

Schuldige für “Mitleidsermüdung”?

Ein Rundumschlag gegen korrupte Eliten in aller Welt.

LeserInnenbrief  als Reaktion auf den Kommentar Drittwelt-Eliten und “Mitleidsermüdung” von Hans Rauscher. Erschienen im Online-Standard am 17.08.2010.

Sehr geehrte Standard-Redaktion, sehr geehrter Herr Rauscher,

In Ihrem Kommentar „Drittwelt-Eliten und Mitleidsermüdung“ vom 17.08.2010 stellen Sie eingangs die Frage, warum für die Opfer der Flutkatastrophe in Pakistan so wenig gespendet wird. Die Antwort suchen Sie in schlecht funktionierenden staatlichen Strukturen, in der Dominanz des Islam und im Besitz von Atombomben. Warum ein bestimmtes religiöses Bekenntnis mit in die Verantwortung gezogen wird, lässt sich für mich nur auf die bereits länger bestehende mediale Hetze gegen den Islam zurückführen und lässt mich erschreckend feststellen, wie selbstverständlich es anscheinend geworden ist, den Islam als Sündenbock hinzustellen.

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