Leserbrief: Pygmäen in Kamerun?

Leser_innenbrief zu Cornelia Buczolichs Reiseartikel “Alle Farben Afrikas” über Kamerun in: auto touring, März 2014, S. 44-48.

 

Liebe Frau Buczolich,

es ist gut möglich, dass TouristInnen sich in Kamerun als durch die Zeit gereiste „Abenteurer“ fühlen können. Dieses Gefühl würde aber nicht den Realitäten entsprechen, denn die EinwohnerInnen Kameruns, auch die Indigenen, existieren im Hier und Jetzt, gestalten ihr Leben und ihre Gemeinschaften unter den Gegebenheiten unserer modernen, schnelllebigen, globalisierten und touristisch erschlossenen Welt. weiterlesen »

Der Islam als Biotop, in dem Gewalt blüht? Eine Replik

Kommentare oder Artikel wie der “düstere Halbmond” von Eric Frey, erschienen am 20. Jänner 2014 im Standard, sind nicht nur irreführend, sondern auch gefährlich. Eine kritische Replik von Ingrid Thurner, Heidemarie Weinhäupl und Margit Wolfsberger als Leser_innen-Kommentar auf derStandard.at.

Südwind-Magazin über TMB und Kobuk

Das Südwind-Magazin berichtet in seiner Dezember-Ausgabe über die Initiativen Teilnehmende Medienberichterstattung und Kobuk: Zum Artikel

Leserbrief zum Interview mit Anja Salomonowitz über „Die 727 Tage ohne Karamo“ in der “Presse”

Mit Erstaunen erfüllte mich das Interview, das Köksal Baltaci mit der Regisseurin Anja Salomonowitz führte. Der Eindruck, dem Interviewer selbst seien binationale Ehepaare nicht ganz geheuer, drängt sich bei der Fragestellung auf. Abgesehen von den drei Fragen zu Beginn zwingt der Journalist die Regisseurin im Laufe des Interviews dazu, sich permanent für ihren Film zu rechtfertigen. Und zwischen den Zeilen vermeint man zu lesen: Selbst schuld! Wenn man schon so blöd ist, sich eine/n Ausländer/in auszusuchen, dann bitte nicht auch noch jammern, wenn’s schwierig wird! Umso verwunderlicher ist dieser Eindruck, da Herr Baltaci soeben mit dem Journalistenpreis für Integration für seinen Artikel „Mit Kopftuch in der Arbeit“ ausgezeichnet wurde. Von eben dieser Haltung (Wenn man schon so blöd ist, sich ein Kopftuch aufzusetzen, dann bitte nicht auch noch jammern, wenn’s schwierig wird!) ist in dem prämierten Artikel gar nichts zu spüren. weiterlesen »

Längster Tag und tiefste Nacht – Wie ich die Sonnwendfeier 2013 am Cobenzl als stille Zuhörerin erlebte

Der Cobenzl ist ein vielschichtiger Ort – ein atemberaubender Blick über die Stadt und somit auch Fixpunkt in meinem Wienprogramm für Gäste, der Parkplatz und die Wiese beim Baumkreis ein Ort für Stelldicheins, die Waldwege rund ums Weingut in Sommernächten voll mit Glühwürmchen, die Bäume neben dem Oktogon einst unentbehrlich für die Radiopiraterie, denn auf ihnen konnte man Antennen montieren und Programme in die Stadt hinunter senden. Viele Bedeutungen, Erzählungen und Erinnerungen machen den Cobenzl zu einem besonderen Ort.

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Wild Girls bei den Himba

Sehr geehrte Frau Priesching,

(LeserInnenbrief zum Beitrag: http://derstandard.at/1373513707374/Gnadenlose-Wild-Girls-auf-RTL-Erstkontakt-mit-dem-Pavillon)

wir teilen Ihre Ablehnung von so fragwürdigen Spektakeln wie die RTL-Reality-Show Wild Girls voll und ganz, möchten Sie aber darauf hinweisen, dass in Ihrem Beitrag einige Begriffe auftauchen, die aus Sicht der Kultur- und Sozialanthropologie überholt sind. weiterlesen »

Das Scheitern der islamischen Demokratie?

LeserInnenbrief zum Profil-Artikel Ägypten: Das Scheitern der islamischen Demokratie von Tessa Szyszkowitz im Profil vom 15. Juli 2013

Sehr geehrte Dr. Szyszkowitz, sehr geehrte profil-Redaktion,

vielen Dank für das gelungene Interview mit Gilles Kepel. Sie konnten den sogenannten Experten durch das Einbringen von Hintergrundwissen aus der Reserve locken, seine zum Teil verallgemeinernden Positionen aufbrechen und ein differenziertes Bild ermöglichen. Durchaus energischer hätte man noch aufdecken können, dass Herr Kepel jedes Versagen von demokratisch gewählten Regierungen mit Beteiligung islamistischer Parteien als logisch und naturbedingt (Ägypten, Türkei) darstellt, während er Erfolge (Tunesien) lediglich als Ausnahmeerscheinung abtut. weiterlesen »

Das Afrikabild der Kronenzeitung

Sehr geehrte Redaktion,

wir erlauben uns, Sie darauf hinzuweisen, dass das Bilderrätsel in der Kronenzeitung vom 13. 7. 2013, S 66 einem gänzlich veralteten Afrikabild entspricht. Da werden Menschen reduziert auf wenige körperliche Merkmale wie Hautfarbe und Lippenform (beim Kind), die hypertrophiert werden. Solche Zeichnungen pflegen Leute mit Afrika-Bezug als rassistisch wahrzunehmen. weiterlesen »

Miteinander aber doch getrennt?

Die Presse druckte am 03. Juli 2013 den Gastkommentar „Neue Ansätze für Miteinander der Geschlechter“ von Dr. Johannes Uhlig und Dr. Sibylle Manhart-Stiowicek ab.

Darin finden sich durchaus gute Ansätze, so zum Beispiel die Betonung der „persönliche[n] Eignung“ im Kontext der Berufswahl, welche aber, abgesehen vom Einfluss durch die Sozialisation, nur wenig mit dem Geschlecht der jeweiligen Person zu tun hat.

Leider wird der grundlegende Fehler begangen anzunehmen, dass „[...] beide Geschlechter von Grund auf verschieden sind“ – eine starre Trennung von Geschlechtern, die nicht zeitgemäß ist. In den Sozialwissenschaften wird heute zwischen biologischem Geschlecht (sex) und sozialem Geschlecht (gender) unterschieden. weiterlesen »

Wenn Frauen Liebe kaufen

 

Reflexion über den Film „Paradies:Liebe“ von Ulrich Seidl

Von Almuth Waldenberger / Initiative „Teilnehmende Medienbeobachtung“

Erschienen in der Frauensolidarität Nr. 124, 2/13, S. 34f.

 

Wer sich Ulrich Seidls Film über weiblichen Sextourismus ansieht, kommt nicht darum herum, sich eine Meinung zu bilden. Eine vorgefertigte Deutung gibt es nicht. Der Film ist in einigen Punkten kritikwürdig, doch wirklich daneben liegen die meisten Filmkritiken.

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