Himmel oder Hölle. Betrachtungen zur Berichterstattung über den Südpazifik

Ein Zyklon fegt durch den Pazifik und zerstört die Lebensgrundlage von einigen pazifischen Inselstaaten. Hula-Tänzerinnen besuchen im Gedenken an den hawai’ianischen König Kalakaua Wien und tanzen im Hotel Imperial. Auf Pitcairn, der Insel mit Nachkommen der Meuterer von der Bounty und polynesischen Frauen, gibt es Baugrund zu erwerben. Westpapua wird als vernachlässigter Krisenherd vorgestellt. Dazwischen die bunten Prospekte von Tourismusbüros bei der Ferienmesse, in Diskonterfilialen findet man Reiseangebote und in den Tourismusseiten von Zeitungen schöne Bilder, die die „Südsee“ bewerben. Dazu kommen Dokumentationen in verschiedenen Sendern zu Natur und deren Bedrohung im Pazifik oder auch eine seichte Krimi-Serie mit Hawai’i als Hintergrundkulisse. weiterlesen »

Klimawandel und Asylwerber in der ZIB24

Sehr geehrte ZIB-24.00 Redaktion!

In der Ausgabe vom 26. Nov. 2013 der ZIB 24.00 brachten Sie einen Kurzbeitrag über den Fall eines Migranten aus Kiribati, der in Neuseeland bis dato erfolglos um Asyl als Klimaflüchtling angesucht hat. Ich begrüße es sehr, dass Sie über diese Thematik – Folgen des Klimawandels in Ozeanien – berichten. Leider tun Sie dies ohne spezifisches Fachwissen über diese Region. weiterlesen »

Die Kannibalen, das sind immer die Anderen

Menschenfresser sind immer irgendwo anders. Menschenfresser, das sind immer die anderen. Sie sind gut für die Auflage. Menschenfresser lassen uns schaudern. Sie rühren an unseren schlimmsten Ängsten. Sie sind fast zu schaurig, um wahr zu sein. Doch jeder Kannibale hat auch seine gute Seite: Er erhöht die Auflage, steigert die Quote – und verkauft. Sex sells. Kannibalen ebenso. Gibt es keine Kannibalen, werden sie eben gemacht. Besonders der Boulevard-Journalismus liebt seine Kannibalen.

weiterlesen »

Klischees fressen Hirn auf?

Im Jänner 2011 wurden die verbrannten Leichenteile einer jungen Frau in der Slowakei gefunden, die von ihrem Pflegevater in Österreich mutmaßlich missbraucht und ermordet wurde. Im Juni 2011 fand man in Bratislava die verbrannte Leiche einer Frau, die in Wien bereits seit sieben Monaten vermisst wurde. Niemand vermutete, dass der oder die Täter die Leichen der Frauen im Feuer zubereitet und gegessen hätten, sondern sich vielmehr auf diese Weise der Leichen entledigt haben, um ihre Verbrechen zu vertuschen. Im Oktober 2011 werden verbrannte Leichenteile eines Mannes gefunden, der mit seiner Freundin auf einer Yacht vor Nuku Hiva ankert. Die Schlagzeile in Ihrer Zeitung am 17.10.2011 (und in weiteren Boulevardblättern weltweit): Deutscher in Südsee von Kannibalen ermordet? weiterlesen »

Immer wieder “Südsee”!

Am 10. August 2009 veröffentlichte Der Standard die erste Folge einer neuen Artikelserie “Exotische Staaten” unter der Überschrift “Politik mit der Wurzel des Pfefferbaums” und berichtete darin über Tonga, Fidschi, Niue und Hutt River: weiterlesen »