Leserbrief zum „Geo Epoche“ Heft zum Thema „Afrika“

Sehr geehrter Herr Schaper, sehr geehrtes Redaktionsteam von Geo Epoche!

Spät, aber doch, sind wir von der Initiative Teilnehmende Medienbeobachtung auf Ihr Schwerpunktheft zur Geschichte Afrikas aufmerksam geworden. Spät, aber nicht zu spät für ein Feedback, von dem wir hoffen, dass Sie es insbesondere für die angekündigte Darstellung Afrikas ab 1960 berücksichtigen können.

Ja, Sie haben recht. Es gibt Krisen, es gibt Katastrophen, es gibt Unfassbares in Afrika. Aber genau mit diesem Stereotyp des Krisenkontinents das Heft zu beginnen, es scheinbar auseinanderzunehmen, nur um es dann wieder zu bestätigen, hilft niemandem. Und es trägt auch nicht zu einer differenzierten Auseinandersetzung mit Afrika bei. weiterlesen »

Zurück in die Kolonialzeit

Die Gießener Allgemeine (Online-Ausgabe) vom 25.12.2013 berichtet von der Reise des pensionierten Gießener Oberarztes Prof. Heiner Laube „zurück in die Steinzeit“ zu den Kara in Äthiopien.

Mit dem mehrfach verwendeten Begriff „Urstamm“ wird gleich Eingangs suggeriert, dass es sich bei den Kara um eine seit der „Steinzeit“ unveränderte und unbeeinflusste Gruppe handeln würde, die sich in die heutige Zeit erhalten konnte. Diese Annahmen sind allerdings unbeweisbar und allein die Tatsache, dass sich ein Missionsteam vor Ort befindet widerlegt dies zumindest für die jüngere Zeit. weiterlesen »

Leserbrief zum Interview mit Anja Salomonowitz über „Die 727 Tage ohne Karamo“ in der “Presse”

Mit Erstaunen erfüllte mich das Interview, das Köksal Baltaci mit der Regisseurin Anja Salomonowitz führte. Der Eindruck, dem Interviewer selbst seien binationale Ehepaare nicht ganz geheuer, drängt sich bei der Fragestellung auf. Abgesehen von den drei Fragen zu Beginn zwingt der Journalist die Regisseurin im Laufe des Interviews dazu, sich permanent für ihren Film zu rechtfertigen. Und zwischen den Zeilen vermeint man zu lesen: Selbst schuld! Wenn man schon so blöd ist, sich eine/n Ausländer/in auszusuchen, dann bitte nicht auch noch jammern, wenn’s schwierig wird! Umso verwunderlicher ist dieser Eindruck, da Herr Baltaci soeben mit dem Journalistenpreis für Integration für seinen Artikel „Mit Kopftuch in der Arbeit“ ausgezeichnet wurde. Von eben dieser Haltung (Wenn man schon so blöd ist, sich ein Kopftuch aufzusetzen, dann bitte nicht auch noch jammern, wenn’s schwierig wird!) ist in dem prämierten Artikel gar nichts zu spüren. weiterlesen »

Theologische Diskussion und Erneuerung im Islam

LeserInnenbrief zum Profil-Artikel Helden aus dem Orient von Tessa Szyszkowitz im Profil vom 29. Oktober 2012

Sehr geehrte Dr. Szyszkowitz,

vielen Dank für das Aufgreifen dieses wichtigen Themas, ich verfolge ihre Ausführungen immer mit großem Interesse. Leider entsteht beim Lesen ihres aktuellen Artikels der Eindruck, theologische Diskussion und Erneuerung seien innerhalb des Islams eine Seltenheit, etwas Neues und überhaupt etwas, was sich erst durch den Einfluss Europas ergeben habe. weiterlesen »

Nachhaltigkeit als Fortschrittsfeind?

LeserInnenbrief zum Profil-Artikel Retro-Industrie: So schön gemütlich hier von Wolfram Weimer

Sehr geehrter Dr. Weimer,

mit Vergnügen habe ich ihre pointierte Beschreibung aktueller Trends gelesen, aber: Wie kommen Sie darauf, dass Nachhaltigkeit und “Entschleunigung” Fortschrittsfeinde sind? Repräsentieren sie nicht genau jene Richtung, in die die Menschheit fortschreiten sollte, wenn Ressourcen zur Neige gehen, Nahrungsmittel und Kinderspielzeug krank machen, Schulmedizin von den Interessen von Pharmafirmen kontrolliert wird und Menschen bei der Herstellung unserer technischen Geräte ausgebeutet werden? weiterlesen »