Staatsbürgerschaftstest und Wertedebatte – Ausgrenzende Abwertung

Sehr geehrter Herr Rauscher,
Sehr geehrte Standard-Redaktion,

 

Werte sind das, was der andere nicht hat – das ist zumindest der Eindruck, der entsteht, wenn man sich diverse Diskussionen um Inklusion und Exklusion ansieht. Und in diese Kerbe schlägt auch Ihre Glosse vom 25. April 2013 zum neuen Staatsbürgerschaftstest  (http://derstandard.at/1363709223295/Eine-Einstellungssache).  weiterlesen »

Marokko ist anders

Betr.: Sabine Scholl „Was wären wir ohne Fatima?“ im Standard, Album vom 20. 4. 2013.

Sehr geehrte Frau Scholl, 

mit zunehmendem Entsetzen lasen wir Ihren Text zu Marokko. Das ist eine Aneinanderreihung von negativ besetzten Worten und Wertungen (todgeweiht, räudig, stinkend, grob, sterbend, muffeln, Staubschichten und Sand, stinkt, Blut, Exkremente, tot, getötet, Ansteckungsgefahr, Gestank, Latrine, dreckig, kotzen und so fort). In diesem Reisebericht dürfte die häufigste beschreibende Vokabel das sympathische Wörtchen „stinken“ in all seinen grammatischen Variationen sein. weiterlesen »

Schwarzafrika gibt es nicht

In zahlreichen Medien erschien am 13.11.2012  ein APA-Bericht, der sich auf einen Bericht von Amnesty International über die Diskriminierung von Menschen aus dem subsaharischen Afrika in Libyen stützte. Dabei wurde diese Personengruppe in allen Medien als „Schwarzafrikaner“ bezeichnet (ORF: http://orf.at/stories/2150951/; Der Standard: http://derstandard.at/1350261279916/Amnesty-Folter-und-Willkuer-gegen-Schwarzafrikaner-in-Libyen; Die Presse: http://diepresse.com/home/panorama/welt/1312334/Libyen_Amnesty-beklagt-Folter-von-Schwarzafrikanern?_vl_backlink=/home/panorama/welt/index.do). weiterlesen »

“Kurze Miniröcke und die sexuellen Fantasien des armen Professors”

Eine sehr empfehlenswerte Antwort auf einen aus TMB-Sicht kritikwürdigen Beitrag über den Umgang mit sexueller Belästigung an japanischen Universitäten. Danke an Thomas Schmidinger.

http://derstandard.at/1350260474760/Kurze-Miniroecke-und-die-sexuellen-Phantasien-des-armen-Professors

Leben in der Migrationsgesellschaft

Am 13. Oktober 2012 durfte Heinz Buschkowsky, SPD-Bürgermeister von Berlin-Neukölln, im „Standard“ sein diskussionswürdiges Integrationsverständnis darstellen. Buschkowsky spricht von Einwanderung als „Testbetrieb fürs Sozialsystem“, von einer Zunahme von „Zweit-, Dritt- und Viertfrauen“, von einer „Bewahrung der archaischen Lebenswelt wie bei Opa“ und von einem Zurück zu „Fred Feuerstein“. Als besonders brennende Probleme werden – wieder einmal – die „Sprach- und Bildungsdefizite“ der „Einwandererkinder“ betrachet. weiterlesen »

Islamfeindlichkeit und Nichtwissen

Betr.: Identität durch Hass in: Standard, 25. 9. 2012

Sehr geehrter Herr Rauscher, sehr geehrte Redaktion,

ein Autor kann sich nicht dagegen wehren, von seinen Lesern zitiert zu werden, und so ergeht es Salman Rushdie mit Ihrem Kommentar vom 25.  9.  2012, der sich im Übrigen auszeichnet durch Islamfeindlichkeit und Nichtwissen. Jene “wissenschaftlich-kritische Auseinandersetzung mit der Glaubensüberlieferung”, die Sie “den allermeisten muslimischen Ländern” absprechen, fand ganz im Gegenteil bereits im 7. Jahrhundert in Mekka und Medina statt und kennzeichnet jegliche Auslegung von Koran und Hadithen in allen vier Rechtsschulen.

Mit freundlichen Grüßen
Ingrid Thurner

Konflikt mit dem Islam?

LeserInnenbrief zur Aufmachung von Berichten im Standard vom 20. September 2012

Sehr geehrte Standard-Redaktion,

vielen Dank für Ihre Berichte und Analysen zu den aktuellen Unruhen wegen des umstrittenen Films über Muslime. Was mich an der Berichterstattung in der heutigen Printausgabe dennoch gestört hat, ist die Einordnung der Artikel unter dem Schwerpunkt “Konflikt mit dem Islam”. Dies erzeugt das Bild eines Kultur- oder Religionskampfes, welches erfreulicherweise in der Berichterstattung nicht bestätigt wird.

Mit freundlichen Grüßen,
MMag.a Eva Kössner

Initiative Teilnehmende Medienbeobachtung aus kultur- und sozialanthropologischer Perspektive
www.univie.ac.at/tmb

Fußball als gelebter Klischee-Krieg: Zu Hans Rauschers „Einserkastl“ „Laufende Tattoos“ in Der Standard vom 22./23.06.2012

Manche Dinge kehren immer wieder. Man kann sich auf sie verlassen. Manche von ihnen begrüßt man wie alte Freunde, andere weniger. Eines dieser weniger erfreulichen Dinge ist die in etwa jährlich wiederkehrende, klischeehafte Kolumne von Hans Rauscher zum Thema Tätowierungen (zuletzt im Mai 2011).

Die Darstellung wiederholt sich immer wieder, deshalb ist es müßig, immer wieder die gleichen Gegenargumente zu bringen. weiterlesen »

TMB bei den Tagen der KSA – ein Mitschnitt

In Folge befindet sich ein Mitschnitt aller 6 Vorträge bei den Tagen der KSA 2012.

Vortrag 1: Bildungspolitische Diskurse in Österreich. Zur sprachlichen Konstruktion von ‘Ausländern’ bei SPÖ und ÖVP.
Mathilde Fixl

Mathilde Fixl arbeitet über die diskursive Ausgrenzung von MigratInnen. Unter diesem Hintergrund analysiert sie politische Texte von ÖVP und SPÖ auf deren Sprache.
Sprache wird als identitätsbildendes und herrschaftslegitimierendes Instrument verstanden. Es stellt sich somit die Frage, ob sie nationale Identität konstruiert.
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LeserInnenbrief zu “Facebook-Gesichtsverlust”

Sehr geehrter Herr Rauscher, sehr geehrte Standard-Redaktion,

Ihr Kommentar “Facebook-Gesichtsverlust” (Printausgabe 22.11.2011) macht Sie kein bisschen jünger, cooler oder urgeiler, als Sie es Werner Faymann vorwerfen nicht zu sein. Das Einserkastl wird als Plattform genützt, um auf Mitmenschen mit Migrationshintergrund hinzuprügeln – aus welchem Anlass auch immer.

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