Leben in der Migrationsgesellschaft

Am 13. Oktober 2012 durfte Heinz Buschkowsky, SPD-Bürgermeister von Berlin-Neukölln, im „Standard“ sein diskussionswürdiges Integrationsverständnis darstellen. Buschkowsky spricht von Einwanderung als „Testbetrieb fürs Sozialsystem“, von einer Zunahme von „Zweit-, Dritt- und Viertfrauen“, von einer „Bewahrung der archaischen Lebenswelt wie bei Opa“ und von einem Zurück zu „Fred Feuerstein“. Als besonders brennende Probleme werden – wieder einmal – die „Sprach- und Bildungsdefizite“ der „Einwandererkinder“ betrachet. weiterlesen »

Chancengerechtigkeit und Schule

Die VertreterInnen der sogenannten Ausländerpädagogik konstruierten in den frühen 1970er Jahren – voll guten Willens – die Kinder von „Gastarbeitern“ als SchülerInnen mit „Sprach- und Kulturdefiziten“. Sie arbeiteten mit der naiven Annahme, dass diese Kinder im Schulsystem nur bestehen könnten, wenn sie durch einen Prozess der vollständigen Assimilation gehen und dabei Sprache und Kultur ihrer Eltern gegen die des Gastlandes eintauschen. Die betroffenen Kinder werden dabei als eine besondere Gruppe betrachtet, als Schüler und Schülerinnen mit Defiziten und Problemen charakterisiert; als zusätzliche Bürden, „Analphabeten in zwei Sprachen und Kulturen“, tickende Zeitbomben, Kriminelle, als Gefahren oder als zu wenig motiviert. Eben diese Bilder finden sich auch in jüngster Zeit wiederholt – so auch im Kurier-Kommentar „Mehr Integrations- als Schulproblem“ von Martina Salomon, 5.10.2012. weiterlesen »