Der Falter und der Islam – Leserbrief zum Gastkommentar von Bianca Tschaikner, Falter 1-2/16

Die Bemühungen des Falters, die aktuellen Entwicklungen und Vorfälle in der Flüchtlingsthematik sachlich und tabufrei zu diskutieren, sind zu würdigen. Jedoch ist es leider so, dass im Rahmen dieser Bemühungen mitunter durchaus antimuslimische Ressentiments geschürt werden, nicht zuletzt durch den Artikel von Frau Tschaikner. weiterlesen »

Replik zu Florian Klenks Kommentar „Offene Grenzen brauchen offene Worte“ (Falter 38/15)

Ja, es stimmt, es braucht eine ehrliche Debatte. Naivität und das Beklatschen von Flüchtlingen lösen keine Probleme.
Schade ist jedoch, dass es auch Herr Klenk schafft, wieder bekannte Vorurteile zu bedienen. Unterm Strich bleibt von seinem Kommentar: Probleme werden uns die MuslimInnen aus „rückständigen“ Gebieten machen. weiterlesen »

Mögliche Folgen einer falschen Berichterstattung

Unsere KollegInnen von Kobuk haben aufgezeigt, welche Folgen Falschmeldungen für die Betroffenen haben können – natürlich ging es um das Thema Islam beziehungsweise Dschihadismus :
Kobuk_Die dramatischen Folgen einer Heute-Falschmeldung

Reaktion auf den Standardartikel “Fremdenhass in Südafrika”

Sehr geehrtes Redaktionsteam von Der Standard,

in der Wochenendausgabe vom 31.01.2015 bin ich auf die Reportage „Fremdenhass in Südafrika: ‘Sie haben Macheten und töten uns’“ von Martina Schwikowski aufmerksam geworden, die sich mit gewaltsamen Konflikten in den Townships von Johannesburg befasst.
Im reißerischen Titel, aber auch im restlichen Artikel finden sich Klischees und es fehlen die Hintergrundinformationen, um diese hinterfragen zu können.
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Rassismus im Falter? Da wünschen wir uns auch was

Zu Recht kritisiert Armin Thurnher in seiner Replik (3.12.2014) auf die Vorwürfe, der Falter verbreite rassistische Bilder, die schnelle Verurteilungsmaschinerie der sozialen Medien, in denen sich viele zu Wort melden und auf Züge aufspringen, ohne zu wissen, wohin diese fahren. Auch fordert er zu Recht eine Kontextualisierung ein. Den Falter ab nun per se als rassistisch zu verurteilen ist falsch und nicht dienlich.

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Leserbrief zum „Geo Epoche“ Heft zum Thema „Afrika“

Sehr geehrter Herr Schaper, sehr geehrtes Redaktionsteam von Geo Epoche!

Spät, aber doch, sind wir von der Initiative Teilnehmende Medienbeobachtung auf Ihr Schwerpunktheft zur Geschichte Afrikas aufmerksam geworden. Spät, aber nicht zu spät für ein Feedback, von dem wir hoffen, dass Sie es insbesondere für die angekündigte Darstellung Afrikas ab 1960 berücksichtigen können.

Ja, Sie haben recht. Es gibt Krisen, es gibt Katastrophen, es gibt Unfassbares in Afrika. Aber genau mit diesem Stereotyp des Krisenkontinents das Heft zu beginnen, es scheinbar auseinanderzunehmen, nur um es dann wieder zu bestätigen, hilft niemandem. Und es trägt auch nicht zu einer differenzierten Auseinandersetzung mit Afrika bei. weiterlesen »

Out of the Jungle hinein ins Sommerloch?

Sehr geehrte Standard-Wissenschaftsredaktion!

Ihr Artikel Isolierter Ureinwohner-Stamm suchte erstmals Kontakt zur Zivilisation vom 9. Juli 2014 im Standard online erscheint als äußerst exotisierender und nicht auf dem Stand der Wissenschaft basierender Bericht, der in einem Qualitätsmedium so nichts verloren hat. Die ursprüngliche Artikelüberschrift „Isolierter-Eingeborenen-Stamm-suchte-erstmals-Kontakt-zur-Zivilisation“, in der Linkadresse noch zu lesen, zeigt die eurozentristische Sichtweise dahinter sehr gut auf. weiterlesen »

TMB-Gastkommentar: Schule fürs Leben?

Von Gizem Gerdan, erschienen in der Wiener Zeitung am 15. Juni 2014

Seit Mitte März werden im Rahmen eines Experiments der Sendung “Thema” zwei Schulklassen aus einer Neuen Mittelschule (NMS) und einem Gymnasium mit einer Kamera und einem Team von Trainer_innen durch die letzten Monate der 8. Schulstufe begleitet. Schon im Laufe der ersten Folge wird klar, dass es der Anteil an Schüler_innen mit Migrationshintergrund ist, der diese Klassen nach der Idee der Redakteure ganz besonders von einander unterscheidet. Ziel dieses Experiments ist es, dass die Schüler_innen von- und miteinander lernen. Zehn Jugendliche werden näher vorgestellt und begleitet, sechs von ihnen haben Migrationshintergrund, vier davon Fluchterfahrungen.

Der Ansatz der Sendung ist eigentlich erfreulich, da er eine Möglichkeit bietet, migrantische Geschichten zu erzählen, die selten Platz in Mainstreammedien finden. Die erste Folge der Sendung setzt in dieser Hinsicht auch positive Zeichen: Wir lernen die Jugendlichen kennen. Nichtsdestotrotz zeigen leider die nächsten Folgen eine deutliche Fokussierung auf die Kinder mit Fluchterfahrung, die stutzig werden lässt. Natürlich ist diese Erfahrung prägend für die Wünsche und Träume der Schüler_innen. Aber das Thema Flucht beherrscht nicht nur die Darstellung der Jugendlichen aus der NMS sondern den Großteil der gesamten weiteren Sendezeit. weiterlesen »

Leserbrief: Pygmäen in Kamerun?

Leser_innenbrief zu Cornelia Buczolichs Reiseartikel “Alle Farben Afrikas” über Kamerun in: auto touring, März 2014, S. 44-48.

 

Liebe Frau Buczolich,

es ist gut möglich, dass TouristInnen sich in Kamerun als durch die Zeit gereiste „Abenteurer“ fühlen können. Dieses Gefühl würde aber nicht den Realitäten entsprechen, denn die EinwohnerInnen Kameruns, auch die Indigenen, existieren im Hier und Jetzt, gestalten ihr Leben und ihre Gemeinschaften unter den Gegebenheiten unserer modernen, schnelllebigen, globalisierten und touristisch erschlossenen Welt. weiterlesen »

Stammeskrieg im Südsudan?

Der Kommentar ist am 3. 1. 2014 in Die Presse erschienen.

Für die gegenwärtigen Schwierigkeiten im jüngsten Staat der Welt haben die europäischen Medien die älteste Erklärung parat. Sie muss bei allen Kriegen, Konflikten, Ehestreitigkeiten, und sogar bei Fußballausschreitungen auf dem afrikanischen Kontinent als Ursache herhalten: ethnische Differenzen.

Wie häufig bei näherer Betrachtung erweist sich solch simple Erklärung als simpel falsch. Derart eindimensional sind soziale Wirklichkeiten nicht, auch nicht in einem Staat, der seine Unabhängigkeit erst 2011 erlangte. weiterlesen »