Lernt Geschichte!

Der Kommentar erschien am 12. 11. 2014 in der Wiener Zeitung.

Der Islam ist nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung.

Verfolgt man die Berichterstattung der letzten Jahre zum Thema Islam und Terrorismus, so stellt man ein bestimmtes Muster fest: Die einen, eher rechts Gerichteten, erklären, der Islam begünstige Gewalt und Terror, und sie begründen das mit Zitaten aus dem Koran und Hadithen. Die Anderen widersprechen, behaupten, der Islam sei eine Religion des Friedens und sei perfekt mit Demokratie vereinbar, wenn der menschliche und der politische Wille gegeben seien. Auch dieser Standpunkt wird mit Textstellen aus den heiligen Schriften untermauert, ihn vertritt die Teilnehmende Medienbeobachtung in vielen Kommentaren.

weiterlesen »

Sippenhaftung für Muslime

Der Kommentar erschien am 6. 11. 2014 in Die Furche, S 14.

Warum werden hierzulande alle mit muslimischen Wurzeln ohne Unterschied unentwegt aufgefordert, sich öffentlich gegen kriminelle Aktivitäten von Muslimen zu stellen?

weiterlesen »

TMB-Gastbeitrag: Rebellion und Salafismus oder Sinnsuche 2.0

Die Ideen und Gedanken des Sozialarbeiters Fabian Reicher zum Umgang mit salafistisch orientierten Jugendlichen erschienen in gekürzter Form als Gastkommentar in der Presse sowie in der Septemberausgabe der uni:press der öh salzburg.

Spätestens seit zwei junge Frauen Österreich verlassen haben, um für den islamischen Staat zu kämpfen, stellt sich die Frage nach dem Warum. Warum gehen Jugendliche, die in einem friedlichen Land leben, freiwillig weg, um zu kämpfen? Warum diskutieren sie über Videos, in denen Gewaltszenen zu sehen sind, als würde es um Kuchenrezepte gehen? Warum sympathisieren Jugendliche mit extremistischen, gewaltverherrlichenden Organisationen wie dem Islamischen Staat?

weiterlesen »

Teenies als Terroristen?

LeserInnenbrief zum Titelblatt des Kurier am 21. September 2014:

Sehr geehrte Kurier-Redaktion,

es ist einfach nur schade, dass reißerische Bilder und Headlines offenbar uneingeschränkte Priorität haben. Schockiert wird man aus seiner Sonntagsruhe gerissen, wenn einem der Sager „Teenies als Terroristen – jung, weiblich, gewaltbereit“ über schwarz verschleierten Augen entgegen prangt. weiterlesen »

Ursache der Genderproblematik in Österreich: Muslime sprechen kein Deutsch

TMB-Gastbeitrag von Menerva Hammad

Im Artikel „Attacke auf die Stellung der Frau – kein Thema für Feministinnen” in:
Die Presse vom 18. 08. 2014 kommt Gudula Walterskirchen von der Genderdebatte auf die Verallgemeinerung, der Islam sei frauenfeindlich. Muslimische Eltern sollen ihren Söhnen beibringen Frauen zu respektieren! Schön und gut, aber Christen sollten genau dasselbe tun. weiterlesen »

Im Zweifel gegen ein Burka-Verbot

Der Kommentar erschien am 9. 7. 2014 in der Wiener Zeitung.

Niemand darf einer Frau die Verhüllung aufzwingen – und niemand darf sie ihr verwehren.

Die Debatte um ein Verbot der weiblichen Ganzkörperverhüllung in der Öffentlichkeit ist dominiert von ethnologischer Unkenntnis, historischen Wissenslücken, hastig zusammengegoogelten Erläuterungen und an den Haaren herbei gezogenen Argumenten. Sie hat viele Mitwirkende, selbsternannte Fachleute, wohlmeinende Feministinnen, rechts stehende Parteien und ihre medialen Sprachrohre. Nicht thematisiert werden die Wünsche und Bedürfnisse derjenigen, die ein solches Kleidungsstück tragen könnten, die ganze Diskussion findet nahezu unter Ausschluss von Musliminnen statt. Zur Verdeutlichung von Standpunkten sind sie auf soziale Netzwerke und Blogs verwiesen, auf Druckwerke mit geringen Auflagen oder beschränkten Zielgruppen.

weiterlesen »

TMB-Gastkommentar: Schule fürs Leben?

Von Gizem Gerdan, erschienen in der Wiener Zeitung am 15. Juni 2014

Seit Mitte März werden im Rahmen eines Experiments der Sendung “Thema” zwei Schulklassen aus einer Neuen Mittelschule (NMS) und einem Gymnasium mit einer Kamera und einem Team von Trainer_innen durch die letzten Monate der 8. Schulstufe begleitet. Schon im Laufe der ersten Folge wird klar, dass es der Anteil an Schüler_innen mit Migrationshintergrund ist, der diese Klassen nach der Idee der Redakteure ganz besonders von einander unterscheidet. Ziel dieses Experiments ist es, dass die Schüler_innen von- und miteinander lernen. Zehn Jugendliche werden näher vorgestellt und begleitet, sechs von ihnen haben Migrationshintergrund, vier davon Fluchterfahrungen.

Der Ansatz der Sendung ist eigentlich erfreulich, da er eine Möglichkeit bietet, migrantische Geschichten zu erzählen, die selten Platz in Mainstreammedien finden. Die erste Folge der Sendung setzt in dieser Hinsicht auch positive Zeichen: Wir lernen die Jugendlichen kennen. Nichtsdestotrotz zeigen leider die nächsten Folgen eine deutliche Fokussierung auf die Kinder mit Fluchterfahrung, die stutzig werden lässt. Natürlich ist diese Erfahrung prägend für die Wünsche und Träume der Schüler_innen. Aber das Thema Flucht beherrscht nicht nur die Darstellung der Jugendlichen aus der NMS sondern den Großteil der gesamten weiteren Sendezeit. weiterlesen »

Der Islam als Biotop, in dem Gewalt blüht? Eine Replik

Kommentare oder Artikel wie der “düstere Halbmond” von Eric Frey, erschienen am 20. Jänner 2014 im Standard, sind nicht nur irreführend, sondern auch gefährlich. Eine kritische Replik von Ingrid Thurner, Heidemarie Weinhäupl und Margit Wolfsberger als Leser_innen-Kommentar auf derStandard.at.

Wider besseres Wissen: Medien und Islam

Der Kommentar ist in Südwind, Oktober 2013 erschienen.

Die Berichterstattung liefert ein äußerst einseitiges Bild einer ganzen Religion, zusammengewürfelt aus wenigen Versatzstücken.

Wer Zeitungen liest, muss feststellen, dass Meldungen und Kommentare zu Islam auf wenige Themen reduziert sind: Kopftuch, Minarett, Polygamie, Zwangsheirat, Beschneidung, Ehrenmord, Terrorismus, Islamismus, Hassprediger, Unterdrückung. weiterlesen »

Das Scheitern der islamischen Demokratie?

LeserInnenbrief zum Profil-Artikel Ägypten: Das Scheitern der islamischen Demokratie von Tessa Szyszkowitz im Profil vom 15. Juli 2013

Sehr geehrte Dr. Szyszkowitz, sehr geehrte profil-Redaktion,

vielen Dank für das gelungene Interview mit Gilles Kepel. Sie konnten den sogenannten Experten durch das Einbringen von Hintergrundwissen aus der Reserve locken, seine zum Teil verallgemeinernden Positionen aufbrechen und ein differenziertes Bild ermöglichen. Durchaus energischer hätte man noch aufdecken können, dass Herr Kepel jedes Versagen von demokratisch gewählten Regierungen mit Beteiligung islamistischer Parteien als logisch und naturbedingt (Ägypten, Türkei) darstellt, während er Erfolge (Tunesien) lediglich als Ausnahmeerscheinung abtut. weiterlesen »