Chancengerechtigkeit und Schule

Die VertreterInnen der sogenannten Ausländerpädagogik konstruierten in den frühen 1970er Jahren – voll guten Willens – die Kinder von „Gastarbeitern“ als SchülerInnen mit „Sprach- und Kulturdefiziten“. Sie arbeiteten mit der naiven Annahme, dass diese Kinder im Schulsystem nur bestehen könnten, wenn sie durch einen Prozess der vollständigen Assimilation gehen und dabei Sprache und Kultur ihrer Eltern gegen die des Gastlandes eintauschen. Die betroffenen Kinder werden dabei als eine besondere Gruppe betrachtet, als Schüler und Schülerinnen mit Defiziten und Problemen charakterisiert; als zusätzliche Bürden, „Analphabeten in zwei Sprachen und Kulturen“, tickende Zeitbomben, Kriminelle, als Gefahren oder als zu wenig motiviert. Eben diese Bilder finden sich auch in jüngster Zeit wiederholt – so auch im Kurier-Kommentar „Mehr Integrations- als Schulproblem“ von Martina Salomon, 5.10.2012. weiterlesen »

Inflationäre Verwendung des Begriffes Islamismus

Sehr geehrte Frau Smekal, sehr geehrte Redaktion,

es ist erfreulich, dass der Kurier am 18. 5. 2012 einen Bericht über Marokko bringt, auch wenn es dazu eines Besuches von Außenminister Spindelegger im Lande bedarf. Aber es ist bedenklich, wenn immer wieder in europäischen Medien, so auch in diesem Artikel, demokratisch gewählte Regierungen und Terroristen in einem Atemzug mit dem Adjektiv islamistisch versehen werden.

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Safari in Namibia

Sehr geehrter Herr Mag. Wurm, sehr geehrte Reise-Redaktion,

das Cover Ihrer Reise-Beilage vom letzten Sonntag ziert ein vordergründig sehr ansprechendes Bild. Da muss man doch unbedingt mal hin! Diese Menschen leben im Einklang mit der Natur – und das im 21. Jahrhundert! Das Problem dabei ist: Die damit angedeutete Naturnähe und Unverdorbenheit sind exotistische Verklärungen. Wie schnell diese in Rassismus umschlagen können, wurde in zahlreichen wissenschaftlichen Studien belegt. Im Westen jedenfalls wecken solche Bilder Assoziationen mit Primitivität und Rückständigkeit und erhalten den rassistischen Diskurs über AfrikanerInnen aufrecht. weiterlesen »

Neoliberale Nebel-Argumentation im Karrieren-Kurier

Sehr geehrte Frau Baierl, sehr geehrte Karrieren-Redaktion!

Ihre Kolumne „Wofür Firmen zahlen“ vom 8. Jänner regt auf. Doch nicht aufgrund der von Ihnen als Aufreger gesehenen Gesetzesnovelle, die im Jänner beschlossen werden soll, sondern als meisterhaftes Beispiel für neoliberale Nebel-Argumentation.
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