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	<title>Kommentare zu: Zum Hadsch. Die Pilgerfahrt nach Mekka.</title>
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		<title>Von: Ingrid Thurner</title>
		<link>http://www.univie.ac.at/tmb/?p=1067&#038;cpage=1#comment-773</link>
		<dc:creator>Ingrid Thurner</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Apr 2012 14:40:38 +0000</pubDate>
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		<description>1. Im Arabischen ist “der Hadsch” ein maskulines Wort, und die Termini, die auf die Religion bezogen sind, werden nun einmal nicht in andere Sprachen übersetzt. Wenn islamische Gruppen im deutschsprachigen Raum den femininen Artikel verwenden, zeigt dies nur, dass sie sich dem Gebrauch in ihrem Umfeld angepasst haben, ein Hinweis darauf, dass Kulturen in der Diaspora sich ändern. Aus theoplogischer Sicht ist es dennoch falsch.

2. Das gleiche gilt für die Bezeichnungen “große” und “kleine Pilgerfahrt”. Im Arabischen existieren sie nicht, sie sind von den Gruppen, die sie nutzen, aus dem deutschsprachigen Umfeld übernommen worden.

3. Was die Pilger wünschen und was die Behörden wünschen ist nicht immer das gleiche. Individuelle Schlachtungen gelten als illegal und werden zunehmend unterbunden. Aber nicht alle wollen das Schlachten delegieren, manche begeben sich deswegen absichtlich an den Schlachthof, um es wenigstens zu beobachten. Tut man dies nicht, bekommt man - nach übereinstimmender Auskunft von mir interviewter marokkanischer Pilger - vom Schlachten nichts mit. 

Abzulehnen ist jedenfalls, dass gerade dieser Aspekt des Hadsch, der hierzulande auf Befremden stößt, in Medien und Berichten immer wieder besonders betont wird, während das für Muslime wichtigste Ereignis, das Verweilen auf dem Berg Arafat, kaum je zur Sprache kommt.

Ingrid Thurner</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>1. Im Arabischen ist “der Hadsch” ein maskulines Wort, und die Termini, die auf die Religion bezogen sind, werden nun einmal nicht in andere Sprachen übersetzt. Wenn islamische Gruppen im deutschsprachigen Raum den femininen Artikel verwenden, zeigt dies nur, dass sie sich dem Gebrauch in ihrem Umfeld angepasst haben, ein Hinweis darauf, dass Kulturen in der Diaspora sich ändern. Aus theoplogischer Sicht ist es dennoch falsch.</p>
<p>2. Das gleiche gilt für die Bezeichnungen “große” und “kleine Pilgerfahrt”. Im Arabischen existieren sie nicht, sie sind von den Gruppen, die sie nutzen, aus dem deutschsprachigen Umfeld übernommen worden.</p>
<p>3. Was die Pilger wünschen und was die Behörden wünschen ist nicht immer das gleiche. Individuelle Schlachtungen gelten als illegal und werden zunehmend unterbunden. Aber nicht alle wollen das Schlachten delegieren, manche begeben sich deswegen absichtlich an den Schlachthof, um es wenigstens zu beobachten. Tut man dies nicht, bekommt man &#8211; nach übereinstimmender Auskunft von mir interviewter marokkanischer Pilger &#8211; vom Schlachten nichts mit. </p>
<p>Abzulehnen ist jedenfalls, dass gerade dieser Aspekt des Hadsch, der hierzulande auf Befremden stößt, in Medien und Berichten immer wieder besonders betont wird, während das für Muslime wichtigste Ereignis, das Verweilen auf dem Berg Arafat, kaum je zur Sprache kommt.</p>
<p>Ingrid Thurner</p>
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		<title>Von: Roland Grube</title>
		<link>http://www.univie.ac.at/tmb/?p=1067&#038;cpage=1#comment-772</link>
		<dc:creator>Roland Grube</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Apr 2012 11:35:14 +0000</pubDate>
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		<description>Diese Richtigstellung enthält leider selbst wieder Irrtümer und Ungenauigkeiten.

1. Es heißt sowohl &quot;der Hadsch&quot; als auch &quot;die Hadsch&quot;. Die weibliche Form wird etwa von der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich oder dem Zentralrat der Muslime in Deutschland gebraucht. Was der Duden nicht weiß, ist deshalb nicht falsch.

2. Der bzw. die Hadsch wird – ich zitiere aus dem ‚Handbuch Islam’ von Ahmad A. Reidegeld, Spohr Verlag 2008, S. 589 – „im Deutschen und in anderen nichtarabischen Sprachen oft auch als ‚große Pilgerfahrt’ bezeichnet, während man die Umra ‚kleine Pilgerfahrt’ nennt.“ Keineswegs sind diese Bezeichnungen „merkwürdig“, man findet sie zum Beispiel auch in den Prospekten muslimischer Reiseagenturen.

3. „Im Rahmen des gesamten Hadsch“, schreiben Sie, „sehen, hören und riechen die Gläubigen vom Schlachten nichts.“ Das stimmt nicht. Viele Pilger suchen die Schlachthöfe eigens auf, um der Schlachtung ihres Opfertiers zuzusehen oder sie sogar selbst vorzunehmen (‚Many Want to Slaughter Animals Themselves’, Arab News, 21. Januar 2005). Die Schlachthöfe liegen nahe der Zeltstadt, eine der Straßen von Muzdalifa nach Mina führt an ihnen vorbei, und in der Nacht auf den 10. Dhu l-Hijja passieren auf dem Rückweg von Muzdalifah Hunderttausende von Pilgern die Schlachthöfe und Pferche und Viehhallen. Der Ethnologe Abdellah Hammoudi hat diese nächtliche Vorbeifahrt in seinem Buch ‚Saison in Mekka – Geschichte einer Pilgerfahrt’ (Verlag C. H. Beck 2007, S. 230ff.) beschrieben.

Mit freundlichen Grüßen
Roland Grube, Berlin</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Diese Richtigstellung enthält leider selbst wieder Irrtümer und Ungenauigkeiten.</p>
<p>1. Es heißt sowohl &#8220;der Hadsch&#8221; als auch &#8220;die Hadsch&#8221;. Die weibliche Form wird etwa von der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich oder dem Zentralrat der Muslime in Deutschland gebraucht. Was der Duden nicht weiß, ist deshalb nicht falsch.</p>
<p>2. Der bzw. die Hadsch wird – ich zitiere aus dem ‚Handbuch Islam’ von Ahmad A. Reidegeld, Spohr Verlag 2008, S. 589 – „im Deutschen und in anderen nichtarabischen Sprachen oft auch als ‚große Pilgerfahrt’ bezeichnet, während man die Umra ‚kleine Pilgerfahrt’ nennt.“ Keineswegs sind diese Bezeichnungen „merkwürdig“, man findet sie zum Beispiel auch in den Prospekten muslimischer Reiseagenturen.</p>
<p>3. „Im Rahmen des gesamten Hadsch“, schreiben Sie, „sehen, hören und riechen die Gläubigen vom Schlachten nichts.“ Das stimmt nicht. Viele Pilger suchen die Schlachthöfe eigens auf, um der Schlachtung ihres Opfertiers zuzusehen oder sie sogar selbst vorzunehmen (‚Many Want to Slaughter Animals Themselves’, Arab News, 21. Januar 2005). Die Schlachthöfe liegen nahe der Zeltstadt, eine der Straßen von Muzdalifa nach Mina führt an ihnen vorbei, und in der Nacht auf den 10. Dhu l-Hijja passieren auf dem Rückweg von Muzdalifah Hunderttausende von Pilgern die Schlachthöfe und Pferche und Viehhallen. Der Ethnologe Abdellah Hammoudi hat diese nächtliche Vorbeifahrt in seinem Buch ‚Saison in Mekka – Geschichte einer Pilgerfahrt’ (Verlag C. H. Beck 2007, S. 230ff.) beschrieben.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen<br />
Roland Grube, Berlin</p>
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