Der Falter und der Islam – Leserbrief zum Gastkommentar von Bianca Tschaikner, Falter 1-2/16

Die Bemühungen des Falters, die aktuellen Entwicklungen und Vorfälle in der Flüchtlingsthematik sachlich und tabufrei zu diskutieren, sind zu würdigen. Jedoch ist es leider so, dass im Rahmen dieser Bemühungen mitunter durchaus antimuslimische Ressentiments geschürt werden, nicht zuletzt durch den Artikel von Frau Tschaikner. weiterlesen »

Eine einseitige Darstellung von Nigeria

Unlängst wurde in einer Kindersendung auf Ö1 (16. 12. 2015, Rudi! Radio für Kinder: „Woher kommen die Flüchtlinge? Nigeria“) ein einseitiges Bild von Nigeria gezeichnet, das auch Falschinformationen beinhaltet.

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Himba: Projektionsfläche europäischer Sehnsüchte

Zum Bericht „Nomaden in Namibia im Kaokland“ im Stern, online am 6. 10. 2015 erlauben wir uns aus ethnologischer Perspektive einige Anmerkungen.

Zunächst einmal leben diese Menschen nicht „fast völlig vergessen“. Das Gegenteil ist der Fall, sie touren regelmäßig durch deutschsprachige Medien und müssen als Projektionsfläche europäischer Sehnsüchte nach etwas diffusem Ursprünglichen herhalten, das im eigenen Lebensumfeld verloren scheint. In diesem Sinne sind Himba (Plural eigentlich Ovahimba) seit Jahrzehnten Objekte exotistischer Verklärungen, wie auch in diesem Artikel. weiterlesen »

Albinos in Ostafrika

LerserInnenbrief von Heidi Weinhäupl und Anna-Sophie Tomancok an Herrn Obert, Magazin der Süddeutschen Zeitung:

Sehr geehrte Redaktion des Süddeutschen-Magazins,

Sehr geehrter Herr Michael Obert,

Vieles an Ihrem Artikel „Der Fluch der weißen Haut“ über die grausame Verfolgung von Menschen mit Albinismus in Tansania ist nicht nur interessant, sondern auch aus Sicht unserer Initiative „Teilnehmende Medienbeobachtung“ positiv hervorzuheben – beispielsweise dass Sie darin das „Afrika-Klischee eines rückständigen, barbarischen Kontinents, das der Westen gern von Afrika zeichnet“ nicht nur ansprechen, sondern ihm auch klar widersprechen. weiterlesen »

Reaktion auf den Standardartikel „Fremdenhass in Südafrika“

Sehr geehrtes Redaktionsteam von Der Standard,

in der Wochenendausgabe vom 31.01.2015 bin ich auf die Reportage „Fremdenhass in Südafrika: ‚Sie haben Macheten und töten uns’“ von Martina Schwikowski aufmerksam geworden, die sich mit gewaltsamen Konflikten in den Townships von Johannesburg befasst.
Im reißerischen Titel, aber auch im restlichen Artikel finden sich Klischees und es fehlen die Hintergrundinformationen, um diese hinterfragen zu können.
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Ebola, Medien und Ethnologie – Offener Brief zum SZ-Artikel „Böser Zauber Ebola“

Fachvertreter/innen beziehen Stellung zu dem Artikel „Böser Zauber Ebola: Ethnologen im Hilfseinsatz“, der am 15. Dezember 2014 in der Süddeutschen Zeitung erschien. Einblicke in Exotisierung, Vereinfachung und ein Verständnis der Ethnologie als Wissenschaft des Übersetzens:

http://www.medizinethnologie.net/?p=142

Leserbrief zum „Geo Epoche“ Heft zum Thema „Afrika“

Sehr geehrter Herr Schaper, sehr geehrtes Redaktionsteam von Geo Epoche!

Spät, aber doch, sind wir von der Initiative Teilnehmende Medienbeobachtung auf Ihr Schwerpunktheft zur Geschichte Afrikas aufmerksam geworden. Spät, aber nicht zu spät für ein Feedback, von dem wir hoffen, dass Sie es insbesondere für die angekündigte Darstellung Afrikas ab 1960 berücksichtigen können.

Ja, Sie haben recht. Es gibt Krisen, es gibt Katastrophen, es gibt Unfassbares in Afrika. Aber genau mit diesem Stereotyp des Krisenkontinents das Heft zu beginnen, es scheinbar auseinanderzunehmen, nur um es dann wieder zu bestätigen, hilft niemandem. Und es trägt auch nicht zu einer differenzierten Auseinandersetzung mit Afrika bei. weiterlesen »

Himba: Leben wie vor 500 Jahren?

Sehr geehrte Redaktion,

der Bericht „Leben wie vor 500 Jahren“ des Deutschlandfunk vom 22. 6. 2014 hat uns über weite Strecken gefallen, weil er nicht bloß wie so oft die Kuriositäten voyeuristisch vorführt, sondern Kulturelemente, die mitteleuropäischen Interessierten unerklärlich sein müssen, in verständlicher Sprache in ihren sozialen Zusammenhängen erläutert.

Dennoch erlauben wir uns, auf einige Widersprüche aufmerksam zu machen. weiterlesen »

Hadza: Von wegen Besitzverweigerer

Der Artikel ist erschienen im Standard, 23. 5. 2014.

Seit Langem geistern immer wieder Hadza durch die Medien, in diesem Fall im Artikel „Besitz macht ökonomisch unvernünftig“ (Standard 21. 5. 2014), als eines „der letzten Jäger- und Sammler-Völker dieser Erde“. Dazu ist zu sagen, dass das Aussterben von Kulturen, die aneignende Wirtschaftsformen wie Jagen und Sammeln betreiben, seit mindestens Anfang des 19. Jahrhunderts vorausgesagt wird – und dass es sie nach wie vor auf allen Kontinenten gibt. Und wenn sie „völlig abgeschieden von der Umgebung leben“ könnten, würden sie nicht für absonderliche Projekte von Universitäten zur Verfügung stehen müssen. weiterlesen »

Der Islam als Biotop, in dem Gewalt blüht? Eine Replik

Kommentare oder Artikel wie der „düstere Halbmond“ von Eric Frey, erschienen am 20. Jänner 2014 im Standard, sind nicht nur irreführend, sondern auch gefährlich. Eine kritische Replik von Ingrid Thurner, Heidemarie Weinhäupl und Margit Wolfsberger als Leser_innen-Kommentar auf derStandard.at.