Schandls Text als Warnsignal

Die Publikation des Textes „Sexualverbrechen: Höchste Zeit zu handeln“ von Gernot Schandl (03.01.17) als Kommentar der anderen im Standard ist nicht nur verwunderlich, sondern ein Signal dafür, dass der Qualitätsjournalismus im Umgang mit Meinungen, die zwar klar diskriminierend sind, aber dennoch immer stärker salonfähig werden, noch dabei ist, einen gangbaren Weg zu finden.

In diesem Text werden männliche Flüchtlinge pauschal als potenzielle Vergewaltiger dargestellt, die weggesperrt oder zumindest in der Pampa untergebracht werden sollten, um kein Risiko für österreichische Frauen darzustellen. Auch wir sind nicht dafür, diskriminierende Meinungen auszublenden – Texte wie diese sollten, wenn sie in Redaktionen eintreffen, ein Warnsignal sein und zu mutigem, sensiblem, überlegtem Journalismus ermuntern. Sie sollten jedoch auf keinen Fall unkommentiert abgedruckt werden. weiterlesen »

Über Menschen. Eine Marginalie zur Sprachentwicklung

Der Kommentar erschien am 29. 11. 2016 in der Wiener Zeitung.

Wie das Betroffenheitsgetue bei Kriegen und Katastrophen den Bedeutungsinhalt eines unschuldigen Wortes strapaziert. weiterlesen »

Über Vorurteile. Alle in einen Topf

Gerfried Sperl skizziert in seiner Kolumne Trump und die Globalisierung des Rückschritts mögliche Folgen eines Wahlsiegs von Donald Trump. Seine Analyse mag zutreffend sein oder nicht, die Einleitung ist jedenfalls entbehrlich („Die Angst vor islamischen Flüchtlingen ist noch kein Rücktritt aus der Zivilgesellschaft. Vor allem weil ein (kleiner) Teil von ihnen anfällig ist für den IS-Terror.“). weiterlesen »

Alles anders seit dem Tag X?

Der Gastkommentar erschien am 29.08.2016 in der Presse.

Alles anders seit dem Tag X?

Gastkommentar. Auch nach dem Sommer 2015 führen die meisten Menschen ihr normales Leben weiter. Nur die Angst ist größer geworden.

Rainer Nowak meint in seinem Kommentar „Als Mitteleuropa die Kontrolle verlor“, dieser eine Tag, als die Grenzen geöffnet wurden, hätte uns alle verändert. (Link zum Nachlesen)

Uns alle? Das schließt dann wohl auch mich selbst ein. Und auch meinen Freundeskreis, meine Familie, meine Bekannten, meine Kolleginnen und Kollegen. Aber nein, ich sehe bei niemandem eine Veränderung aufgrund von Asylsuchenden in Österreich.
weiterlesen »

Frau ist nicht gleich Frau

Von Eva Kössner
Die Wahl von Hillary Clinton zur ersten Präsidentin der USA wäre wirklich ein historisches Ereignis, wie Gudrun Doringer auf der Titelseite der Salzburer Nachrichten vom 30. Juli feststellt. Verglichen mit ihrem Kontrahenten Trump erscheint Clinton derzeit wahrlich als die Stimme der Vernunft. Die demokratische Kandidatin aufgrund ihres Geschlechts als vernünftige, friedvolle Alternative zu „männlichen Machtdemonstrationen“ zu beschreiben, ist dennoch etwas weit her geholt.
weiterlesen »

Terror in „Österreich“

Österreich ist von Österreich ja schon einiges gewöhnt – aber die Ausgabe vom vergangenen Dienstag toppte die bisherige Panikmache durch Faktenverbiegung noch einmal. Statt wie andere Medien auch die eigene Rolle in der medialen Hysterie kritisch zu hinterfragen, wird hier nachgelegt.
weiterlesen »

Lesenswert

Lesenswerter Kommentar im Standard: Endlich auf der Titelseite: Die Rolle der Medien beim Amoklauf

Auch Gisela Mayer, die Mutter einer beim Amoklauf in Winnenden getöteten Lehrerin, spricht im Standard-Interview über die Verantwortung von Medien.

Nachtrag, passend zum Thema: Terrorberichterstattung: „Informieren ohne zu verherrlichen“ von Stefan Brändle.

Call for Papers der under.docs: Kategorien, Typen und Stereotype

Die under.docs der Universität Wien veranstalten von 20. bis 22. Oktober 2016 eine Fachtagung zu Kommunikation mit dem Schwerpunkt „Kategorien, Typen und Stereotype in den Geistes- und Sozialwissenschaften“. Schnellentschlossene StudentInnen aller Geistes- und Sozialwissenschaften – von Bachelor- bis Doktoratsniveau – können noch bis 11. Juli 2016 ein Extended Abstract einreichen. Weitere Informationen: http://underdocs.univie.ac.at

Zum Glück gibt’s Kobuk

Der Medienwatchblog hat sich die Mühe gemacht und Österreich-Schlagzeilen über die ach so hohe Kriminalität im Land mit der Kriminalstatistik verglichen – und siehe da: Während Österreich allenthalben die Kriminalität explodieren sieht (oder lässt), belegt die Kriminalstatistik eine rückläufige Entwicklung des kriminellen Geschehens in Österreich. weiterlesen »

Was ist ein Kulturkreis?

Der Kommentar erschien am 3. 5. 2016 in der Wiener Zeitung.

Je mehr sich Europa nach außen abschottet, desto öfter stolpern Leser über Formulierungen wie „fremde Kulturkreise“ oder „andere Kulturkreise“. Eine Klarstellung.

Wenig überraschend müssen Kulturkreise besonders dann herhalten, wenn Unterschiede zwischen Menschen zementiert und bestimmte Gruppen ausgegrenzt werden.

weiterlesen »