Leserbrief zur Gegenüberstellung Mindestpension-Mindestsicherung im Kurier

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben uns sehr über die Gegenüberstellung der unterschiedlichen Sozialleistungen und Mindestpensionen „Sebastian Kurz und Heinz-Christian Strache wollen Sozialleistungen für Flüchtlinge kürzen(…)“ vom 22.08.17 gefreut. Online nachlesen

Allein die Komplexität dieser Ausarbeitung lässt erahnen, wie facettenreich das System eigentlich ist. Kurze Slogans, welche gerne in politischen Kreisen gebracht werden, verlieren hier schnell an Glaubwürdigkeit. Natürlich wäre es weitaus einfacher den Ausrufen von den Herren Kurz und Strache zu glauben, ohne sich selbst mit der Materie zu beschäftigen. Gerade deshalb ist es erfreulich, dass im Kurier versucht wurde, diese Aussagen zu hinterfragen und kritisch zu beleuchten.

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Replik zu Florian Klenks Kommentar „Offene Grenzen brauchen offene Worte“ (Falter 38/15)

Ja, es stimmt, es braucht eine ehrliche Debatte. Naivität und das Beklatschen von Flüchtlingen lösen keine Probleme.
Schade ist jedoch, dass es auch Herr Klenk schafft, wieder bekannte Vorurteile zu bedienen. Unterm Strich bleibt von seinem Kommentar: Probleme werden uns die MuslimInnen aus „rückständigen“ Gebieten machen. weiterlesen »

Leserbrief zu „Lokalaugenschein bei den Ex-Kirchenbesetzern“

Sehr geehrte Krone Redaktion,

Oft kommt es auf den Blickwinkel an. So bei Ihrem Artikel
„Lokalaugenschein bei den Ex-Kirchenbesetzern“. Beim Lesen überkommt einen
eher der Eindruck, als sollte in der Bevölkerung Missstimmung erweckt
werden, anstatt bestehende Probleme zu nennen – Probleme, für die die
Asylwerber nichts können. Die Schilderung von Cricket spielenden
Flüchtlingen und „deren“ luxuriösem Anwesen schüren Neid und in Folge
Ablehnung. Gefühle wie diese spielen eher Herrn Strache in die Hände, als
dass sie Aufklärung durch Information bewirken.
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Der Islam als Biotop, in dem Gewalt blüht? Eine Replik

Kommentare oder Artikel wie der „düstere Halbmond“ von Eric Frey, erschienen am 20. Jänner 2014 im Standard, sind nicht nur irreführend, sondern auch gefährlich. Eine kritische Replik von Ingrid Thurner, Heidemarie Weinhäupl und Margit Wolfsberger als Leser_innen-Kommentar auf derStandard.at.

Leserbrief zum Interview mit Anja Salomonowitz über „Die 727 Tage ohne Karamo“ in der „Presse“

Mit Erstaunen erfüllte mich das Interview, das Köksal Baltaci mit der Regisseurin Anja Salomonowitz führte. Der Eindruck, dem Interviewer selbst seien binationale Ehepaare nicht ganz geheuer, drängt sich bei der Fragestellung auf. Abgesehen von den drei Fragen zu Beginn zwingt der Journalist die Regisseurin im Laufe des Interviews dazu, sich permanent für ihren Film zu rechtfertigen. Und zwischen den Zeilen vermeint man zu lesen: Selbst schuld! Wenn man schon so blöd ist, sich eine/n Ausländer/in auszusuchen, dann bitte nicht auch noch jammern, wenn’s schwierig wird! Umso verwunderlicher ist dieser Eindruck, da Herr Baltaci soeben mit dem Journalistenpreis für Integration für seinen Artikel „Mit Kopftuch in der Arbeit“ ausgezeichnet wurde. Von eben dieser Haltung (Wenn man schon so blöd ist, sich ein Kopftuch aufzusetzen, dann bitte nicht auch noch jammern, wenn’s schwierig wird!) ist in dem prämierten Artikel gar nichts zu spüren. weiterlesen »

Offener Brief an die „Heute“-Redaktion über die Berichterstattung im Fall des „Kindergarten-Mörders“

Rassistische Berichterstattung ist in österreichischen Medien kein Einzelfall. Ganz im Gegenteil: Sie findet recht häufig statt.
Selbst die „Krone“, über die man per Gerichtsurteil sagen darf, dass sie „antisemitische und rassistische Tendenzen unterstützt“, bewegt sich innerhalb bestimmter Grenzen.

Der Gratis-Ableger der „Krone“, die Tageszeitung „Heute“, hat diese Grenze überschritten.
Der Bericht in „Heute“ über den „Kindergarten-Mord“ ist ein übles Machwerk:
Zum Nachlesen:
http://dastandard.at/1353208508447/Heute-ueberschreitet-Grenzen weiterlesen »

Leben in der Migrationsgesellschaft

Am 13. Oktober 2012 durfte Heinz Buschkowsky, SPD-Bürgermeister von Berlin-Neukölln, im „Standard“ sein diskussionswürdiges Integrationsverständnis darstellen. Buschkowsky spricht von Einwanderung als „Testbetrieb fürs Sozialsystem“, von einer Zunahme von „Zweit-, Dritt- und Viertfrauen“, von einer „Bewahrung der archaischen Lebenswelt wie bei Opa“ und von einem Zurück zu „Fred Feuerstein“. Als besonders brennende Probleme werden – wieder einmal – die „Sprach- und Bildungsdefizite“ der „Einwandererkinder“ betrachet. weiterlesen »

Chancengerechtigkeit und Schule

Die VertreterInnen der sogenannten Ausländerpädagogik konstruierten in den frühen 1970er Jahren – voll guten Willens – die Kinder von „Gastarbeitern“ als SchülerInnen mit „Sprach- und Kulturdefiziten“. Sie arbeiteten mit der naiven Annahme, dass diese Kinder im Schulsystem nur bestehen könnten, wenn sie durch einen Prozess der vollständigen Assimilation gehen und dabei Sprache und Kultur ihrer Eltern gegen die des Gastlandes eintauschen. Die betroffenen Kinder werden dabei als eine besondere Gruppe betrachtet, als Schüler und Schülerinnen mit Defiziten und Problemen charakterisiert; als zusätzliche Bürden, „Analphabeten in zwei Sprachen und Kulturen“, tickende Zeitbomben, Kriminelle, als Gefahren oder als zu wenig motiviert. Eben diese Bilder finden sich auch in jüngster Zeit wiederholt – so auch im Kurier-Kommentar „Mehr Integrations- als Schulproblem“ von Martina Salomon, 5.10.2012. weiterlesen »

Welt&Stadt: Wien ohne rosarote Brille

Es ist höchst begrüßenswert, dass Welt & Stadt, eines der Gratis-Journale der Stadt Wien, dezidiert Informationen für Zugewanderte liefert. Gut ist auch, dass gezielt JournalistInnen mit Migrationshintergrund eine Plattform geboten wird. Und drittens ist positiv hervorzuheben, dass sich die Artikel nicht nur auf den Themenkomplex Integration beschränken, sondern einfach den Alltag aus verschiedenen Seiten beleuchten.

Dennoch bleiben die Berichte leider oft an der Oberfläche; echtes Service und politisch-kritische Information sucht man meist vergebens. weiterlesen »

Die Vorhaut bleibt dran!

Die Vorhaut der männlichen Nachkommen, vom Baby- bis zum Mannesalter, scheint für viele österreichische bzw. deutsche Männer ein sehr emotionales Thema zu sein. „Endlich“, twitterte Florian Klenk, „ein deutsches Gericht erklärt medizinisch nicht notwendige rituelle Bubenbeschneidung zur Körperverletzung“. Auch der eindrückliche FAZ-Artikel „Blutiger Schnitt“ aus dem letzten Jahr fährt schwere Geschütze auf: Beschneidung bei Buben könne die Ursache für Frauenhass und Machogehabe sein, in jedem Fall sei diese eine Gewaltausübung gegenüber Kindern, die in der Kinderrechtskonvention verboten sei. weiterlesen »